Courtois contra Mourinho
Nach den mutmaßlich rassistischen Äußerungen von Benficas Gianluca Prestianni gegenüber Real-Star Vinicius Junior hat sich nun auch Thibaut Courtois zu Wort gemeldet.
25.02.2026 | 08:49 Uhr
Der Keeper der Königlichen verurteilte die Vorfälle auf den Rängen scharf und zeigte sich zugleich enttäuscht über die Reaktion von Benfica-Trainer Jose Mourinho.
Von Fabio Desiderio
Bei der Pressekonferenz von Real Madrid vor dem Rückspiel gegen Benfica ließ Real-Keeper Thibaut Courtois seinem Unmut freien Lauf. Zuletzt hatte sich Benfica-Coach Jose Mourinho über den Jubel von Vinicius echauffiert: "Du schießt ein Traumtor, aber warum jubelst du so?" Doch damit nicht genug von Mourinhos fragwürdigen Aussagen: "Es kann kein Zufall sein, dass es in jedem Stadion zu Zwischenfällen kommt - immer dann, wenn Vinicius auf dem Platz steht."
Reals Schlussmann lässt das nicht auf sich sitzen und nimmt seinen Teamkollegen in Schutz: "Mourinho ist Mourinho. Als Trainer verteidigt man immer seinen Verein und glaubt seinen Spielern, aber eine Sache hat mich enttäuscht. Mourinho benutzt Vinis Torjubel als Ausrede. Man kann Rassismus nicht mit einem Torjubel relativieren."
Courtois prangert rassistische Benfica-Fans an
Zwar sperrte die UEFA Benficas Prestianni für das Rückspiel der Champions-League-Playoffs, doch Courtois sieht mutmaßliche Mittäter nicht nur auf dem Platz: "Ich habe Videos von Benfica-Fans gesehen, die im Stadion abscheuliche Gesten gemacht haben, es war wirklich erbärmlich. Ich weiß nicht, ob der Verein sie dafür belangen wird oder nicht, aber es war wirklich erbärmlich."
Nachdem Sturmkollege Kylian Mbappe bereits nach Abpfiff vehement die Vorwürfe unterstrichen hatte, bezog auch Courtois Stellung: "Ich glaube Vini zu 100 Prozent. Vinicius hat in der Vergangenheit nie einen gegnerischen Spieler des Rassismus beschuldigt." Dass das Spiel trotz des Vorfalls zu Ende gespielt werden konnte, ist laut Courtois Vinicius selbst zu verdanken.
Er hatte sich für eine Fortsetzung ausgesprochen. Reals Schlussmann hätte aber auch einen Abbruch in Kauf genommen, um ein Zeichen zu setzen: "Hätte er gesagt, dass er den Platz verlässt, hätten wir gemeinsam mit ihm das Feld verlassen."
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