Das erste Mal Dreifachbelastung: So schlägt sich RB Leipzig

Rotation, Doppelbesetzung, keine Regeneration

Nach dem 2:2 gegen Gladbach haben RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff und Trainer Ralph Hasenhüttl Gesprächsbedarf.
Image: Nach dem 2:2 gegen Gladbach haben RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff und Trainer Ralph Hasenhüttl Gesprächsbedarf.  © DPA pa

Bundesliga, Pokal, Champions League: Seit dieser Spielzeit tanzt RB Leipzig erstmals auf allen drei Hochzeiten. Zwar brauchte der Vizemeister erst einen Dämpfer zum Liga-Auftakt, doch nach der 0:2-Pleite auf Schalke kommt der Bullen-Express ins Rollen.

Nach dem 4:1-Heimerfolg gegen Freiburg und dem 2:0 beim Hamburger SV waren die Sachsen in der Liga wieder im Soll. Dann ging's mit dem Start in die Englischen Wochen ans Eingemachte.

Bei der Premiere in der Champions League gegen die AS Monaco (1:1) folgte einem kollektiven Jubel ein kollektiver Aussetzer: Durch einen Moment der Unachtsamkeit verspielte Leipzig den krönenden Sieg beim Debüt in der Königsklasse. Emil Forsberg hatte den Vizemeister in Führung geschossen (33.).

Zweimal Führung verspielt

Auch das Match in der Liga gegen Borussia Mönchengladbach gaben die Bullen leichtfertig aus der Hand. Obwohl sie das Champions-League-Spiel noch in den Kochen hatten, legte RB los wie die Feuerwehr. Dem klasse Führungstreffer von Goalgetter Timo Werner (17.) folgte der Gegentreffer per Foulelfmeter. Zu diesem Zeitpunkt ließ sich Leipzig noch nicht beirren und legte sofort nach. Nach einem Zuckerpass von Rückkehrer Naby Keita trifft Augustin zum 2:1 - verdiente Pausenführung.

Kein Sieger zwischen RB und Gladbach
Kein Sieger zwischen RB und Gladbach

Drei Tage nach dem 1:1 in der Königsklasse gegen den AS Monaco musste sich Vize-Meister RB Leipzig gegen Borussia Mönchengladbach trotz zweimaliger Führung mit einem 2:2 (2:1) begnügen.

Im zweiten Durchgang schaffte es Leipzig einfach nicht, den Sack zuzumachen und Gladbach belohnte sich für seinen tollen Fight mit einem Treffer. Mit der Roten Karte für Keita war RB am Ende bedient. "Die erste Halbzeit war sehr sehr gut, die zweite Halbzeit sehr, sehr schlecht. Eigentlich müssen wir nach der Halbzeit das dritte Tor machen. Dann wurde der Gegner immer stärker und wir hatten dem nichts mehr entgegenzusetzen", sagte RB-Coach Ralph Hasenhüttl nach der Partie am Sky Mikro.

Kaum Zeit zur Vorbereitung

Zeit zur Regeneration und Vorbereitung bleibt dem Champions-League-Neuling kaum. "Wir haben nur zwei oder drei Tage Zeit, dann steht das nächste Spiel an. Die Englischen Wochen erfordern, dass wir schnell in unsere Kompaktheit und in unser System zurückfinden. Das haben wir heute leider nicht geschafft", musste sich der 50-Jährige eingestehen.

Trotz Königsklasse stellte Hasenhüttl bereits vor dem Match gegen die Fohlen klar: "Das wichtigste ist die Bundesliga." Dennoch hat sich der Vizemeister nach der letzten Saison schon intensiv auf die Dreifachbelastung vorbereitet: "Wir haben im Sommer versucht, uns auf jeder Position doppelt zu besetzen."

Mehr dazu

Rotation und Doppelbesetzung

Denn nach dem Match gegen Monaco hatte der Leipzig-Trainer gleich fünf personelle Änderungen vorgenommen. Marcel Halstenberg und Marcel Sabitzer standen gar nicht im Kader, Kevin Kampl feierte ein klasse Startelf-Debüt. "Wir haben zwar rotiert, aber ich finde, wir haben das gut umgesetzt", so Hasenhüttl.

Der nächste Prüfstein der Englischen Wochen steht am Dienstagabend beim FC Augsburg an (live auf Sky). Auch wenn es nicht den Anschein macht, so ist diese Begegnung auf dem Papier ein Spiel auf Augenhöhe: Beide Klubs haben in der Liga sieben Zähler auf dem Konto.

Unentschieden hin oder her: Leipzigs Leistungen in allen drei Wettbewerben können sich sehen lassen. Seit dem 4:1 gegen Freiburg hat RB nicht verloren, Tormaschine Timo Werner trifft und trifft. Bei den Remis gegen Monaco und Gladbach gaben die Sachsen lediglich Siege aus der Hand.