DFB-Pokal: Eintracht Frankfurt empfängt Werder Bremen
Duell mit Brisanz: Absage-Zoff macht Werder heiß auf Frankfurt
04.03.2020 | 20:10 Uhr
Eintracht Frankfurt gegen Werder Bremen - ein Pokalduell mit Brisanz. Die Bremer sind nach der Absage des Bundesliga-Duells beider Mannschaften verstimmt und wollen ihren Ärger in Energie umsetzen.
Florian Kohfeldt macht aus seiner Extramotivation gegen die Eintracht keinen Hehl. "Wir wollen es allen zeigen, das ist ganz klar", sagte der Trainer von Werder Bremen vor dem Pokal-Viertelfinale in Frankfurt. Noch immer sind die Hanseaten schwer verstimmt. "Die Hauptmotivation ziehen wir daraus, dass eine schlechte Entscheidung gegen uns getroffen wurde", sagte Kohfeldt.
"Klarer Nachteil in zwei Wettbewerben"
Die Partie am Mittwoch in Frankfurt (Ab 20:30 Uhr live auf Sky Sport 1 HD) hätte eigentlich das zweite Kräftemessen binnen vier Tagen mit den Hessen sein sollen. Doch die Deutsche Fußball Liga (DFL) sagte die Bundesliga-Partie am Sonntag mit Rücksicht auf die Eintracht ab, deren Europa-League-Duell mit Salzburg wegen eines Orkans verschoben worden war.
Kohfeldt und die Bremer sehen darin einen "klaren Nachteil in zwei Wettbewerben" für ihr Team, wie der 37-Jährige am Dienstag sagte. Werder hatte die Belastung der Eintracht durch die schnelle Spielfolge mit Auftritten im Europacup, in der Bundesliga und im Pokal für sich nutzen wollen. Nun fehlte Kohfeldts Team die Chance, sich durch einen möglichen Sieg vor eigener Kulisse wieder an die Nichtabstiegsplätze heranzukämpfen. Und im Pokal ist der Gegner entgegen der ursprünglichen Planungen ausgeruht.
Hütter appelliert an die Empathie
Die Nachricht von der Spielverschiebung hatte schon am Freitag auch bei Werders Geschäftsführer Frank Baumann größeren Frust ausgelöst, die Eintracht begrüßte sie in Person von Sportvorstand Fredi Bobic dagegen als "einzig richtige Entscheidung". Bis zum Tag vor dem Pokalspiel hatten sich die Wogen noch nicht geglättet.
Frankfurts Coach Adi Hütter erlaubte sich einen Seitenhieb gegen Kohfeldt. "Ich benötige keine Motivationsschübe von außen. Es genügt die Möglichkeit, in das Halbfinale einzuziehen", sagte Hütter: "Ich habe Verständnis für die Bremer, denn jeder kämpft für seinen Verein und für seinen Vorteil. Aber ich appelliere auch an die Empathie."
Zeigt Werder das Pokalgesicht?
Natürlich wurde auch über den Sport gesprochen. Hütter schätzt die sportliche Situation seines Klubs als positiv ein, die Chancen eine richtig starke Saison aus der guten Ausgangsposition im Pokal und im Europacup zu machen, sind vorhanden. Dass Werder aber in dem Wettbewerb ein anderes Gesicht zeigen kann als zuletzt in der Liga, ist allen bewusst.
Der Vorstoß ins Halbfinale der letzten Saison und der erneute Coup im Februar gegen Borussia Dortmund machen den Bremern Mut. Zumindest für einen Abend will Werder den Abstiegskampf bei Flutlicht aus den Köpfen verdrängen und aus Frust Freude werden lassen. Ein Sieg gegen die Eintracht würde Kohfeldt und Co. wohl besonders gut schmecken.
Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen
Eintracht Frankfurt: Trapp - Toure, Abraham, Hinteregger, Ndicka - Hasebe - Sow, Rode - Kamada, Kostic - Silva
Werder Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Toprak, Vogt, Moisander, Augustinsson - Maximilian Eggestein, Klaassen - Bittencourt, Selke, Rashica