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DFB-Pokal-Finale: Geister-Double mit Rekord - Wolfsburg gewinnt Krimi

Geister-Double mit Rekord: Wölfinnen gewinnen Final-Krimi

Sport-Informations-Dienst (SID)

04.07.2020 | 22:44 Uhr

Die Damen des VfL Wolfsburg gewinnen den DFB-Pokal.
Image: Die Damen des VfL Wolfsburg gewinnen den DFB-Pokal. © Getty

Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben zum sechsten Mal in Folge den DFB-Pokal gewonnen. Gegen die SGS Essen gab es in einem dramatischen Endpiel einen 4:2-Erfolg im Elfmeterschießen.

Nach ihrem Schuss ins Glück stürmte Pernille Harder auf Matchwinnerin Friederike Abt zu - der Rest war nur noch Jubel. Mit einem 4:2 im Elfmeterschießen gegen den rotzfrechen Außenseiter SGS Essen haben sich die unersättlichen Titeljägerinnen des VfL Wolfsburg nach einem Final-Spektakel das nächste Double und eine historische Bestmarke gesichert. Der Meister triumphierte zum sechsten Mal nacheinander - eine einmalige Serie.

In einem dramatischen und temporeichen Endspiel in Köln hatte es nach der regulären Spielzeit und der Verlängerung 3:3 (3:3, 1:2) gestanden. Dann kam der große Auftritt von Torhüterin Abt, die zwei Elfmeter parierte. Harder verwandelte den letzten Schuss eiskalt und stürzte Essen ins Tal der Tränen.

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Blitztor nach zwölf Sekunden

"Ich ärgere mich sehr über das 3:3 per Freistoß. Umso schöner ist es, dass ich dem Team jetzt mit zwei gehaltenen Elfmetern helfen konnte", sagte die überglückliche Abt in der ARD.

Lea Schüller per Blitztor nach zwölf Sekunden, Marina Hegering (18.) und Irini Ioannidou (90.+1) ließen den Außenseiter von der Sensation träumen. Doch Harder (11.), Anna Blässe (70.) und Dominique Janssen (86.) trafen für die Wölfinnen, die den siebten Pokalsieg und das vierte Double in Folge feierten. Beim Finalturnier der Champions League (21. bis 30. August) im Baskenland ist nach einer kurzen Sommerpause das Triple drin.

Die alte Serien-Bestmarke hatte zwischen 1999 und 2003 der Pokal-Rekordchampion 1. FFC Frankfurt (neun Siege) aufgestellt. Der Underdog aus Essen verpasste derweil bei der zweiten Final-Teilnahme nach 2014 seinen ersten Titel nur knapp. "Wir haben sehr viel Herz gezeigt. Am Ende ist nicht unbedingt der verdiente Sieger auf dem Podest", sagte die tief enttäuschte Hegering.

Lupfer über VfL-Torhüterin Friederike Abt

Zu den wenigen zugelassenen Zuschauern im Müngersdorfer Stadion gehörte Martina Voss-Tecklenburg. Auch die Bundestrainerin staunte nicht schlecht, als der selbsternannte Ausbildungsverein aus dem Ruhrpott im Duell mit dem erfahrenen Starensemble direkt nach dem Anstoß in Führung ging.

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Ein langer Ball von Lena Ostermeier fand die lauernde Schüller, die vom schlechten Stellungsspiel ihrer DFB-Teamkollegin Sara Doorsoun profitierte. Ihren cleveren Lupfer über VfL-Torhüterin Friederike Abt drückte die pfeilschnelle Stürmerin zur Sicherheit noch selbst über die Torlinie.

Doch die Führung währte nicht lange - weil die dänische Topstürmerin Harder ihrerseits ihre gnadenlose Effizienz bewies. Nach Vorarbeit von Ex-Nationalspielerin Blässe, die von der Grundlinie in den Strafraum zurücklegte, zog die Bundesliga-Torschützenkönigin (27 Tore) aus elf Metern zielgenau mit Rechts ab.

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Wolfsburger Abwehr offenbarte ungewohnte Schwächen

Das Tempo blieb hoch, es ging hin und her - und die in der Liga so selten geforderte Wolfsburger Abwehr offenbarte ungewohnte Schwächen. So auch beim Essener Eckball von Elisa Senß, den Hegering ungestört per Kopfballtreffer zur erneuten Führung nutzte. Der Favorit antwortete mit wütender Gegenwehr, die Begegnung wurde hitziger.

Auch nach dem Seitenwechsel behielt Essen seine mutige offensive Ausrichtung bei. Dass die Leistungsträgerinnen Schüller, Hegering (beide zu Bayern München), Lena Oberdorf (Wolfsburg) und Turid Knaak (Ziel unbekannt) den Verein nach dem Endspiel verlassen, führte bei der Abschiedsvorstellung offenbar zu einer ganz besonderen Motivation.

So verpasste Jana Feldkamp (59.) mit einem Schuss an den Innenpfosten den nächsten Essener Treffer. Beim VfL motzte Nationalstürmerin Alexandra Popp nach der Szene ihre passiven Teamkolleginnen an: "Jetzt macht doch mal mit!" Es wirkte: Blässe glich mit einem 25-Meter-Gewaltschuss erneut aus.

Blässe vergab anschließend die Chance zur Führung (85.), dann sorgte Janssen per Kopf für die erste VfL-Führung. Die eingewechselte Ioannidou sorgte per Freistoß in der Nachspielzeit aber für die Verlängerung. VfL-Torhüterin Abt sah dabei nicht gut aus.

In der Verlängerung drängte der Favorit auf die Entscheidung, diese fiel aber erst im Elfmeterschießen.

Sport-Informations-Dienst (SID)

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