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DFB-Team News: Amin Younes zurück im Kreis der Nationalmannschaft

Aus dem Abseits in den Blickpunkt: Adler auf der Brust beflügelt Younes

Nico Ditter

25.03.2021 | 14:40 Uhr

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Amin Younes von Eintracht Frankfurt spricht vor der Quali gegen Island über seinen EM-Traum und würdigt die Konkurrenz im DFB-Team (Videolänge: 1:03 Min.).

1262 Tage musste er warten, nun ist Eintracht-Wirbelwind Amin Younes zurück im engen Kreis der Nationalmannschaft. Dennoch sieht sich das Gesicht des Frankfurter Höhenflugs noch lange nicht am Ziel: Er möchte zur EM und seinen Fans am Saisonende ein besonderes Geschenk unterbreiten.

Dreieinhalb Jahre nach seinem letzten Länderspiel bereitet sich Frankfurt-Senkrechtstarter Amin Younes auf seinen sechsten Einsatz im DFB-Dress vor. Die Vorfreude des 27-Jährigen sei "sehr groß", wie er auf der Presserunde vor dem WM-Quali-Auftakt gegen Island betont hat. "Ich möchte hier an meine Leistungen aus der Bundesliga anknüpfen und zeigen, weshalb ich hier bin", sagte Younes.

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Amin Younes von Eintracht Frankfurt spricht vor der Quali gegen Island über seinen EM-Traum und würdigt die Konkurrenz im DFB-Team (Videolänge: 1:03 Min.).

Younes als Gesicht des Frankfurter Höhenflugs

Der 1,68 Meter große Deutsch-Libanese wechselte erst im Oktober aus Neapel an den Main, ist seitdem förmlich explodiert und maßgeblich am kometenhaften Aufschwung der Eintracht beteiligt. Seit der 27-Jährige nach überstandener Corona-Infektion von Trainer Adi Hütter zum Zehner umgeschult wurde, rocken die Adler die Bundesliga.

Younes steht seit dem zwölften Spieltag durchgängig in der ersten Elf, ist seitdem der Dreh- und Angelpunkt in der Eintracht-Offensive. In dieser Zeit hat die SGE nur eine Partie verloren, 34 von 42 möglichen Punkten geholt und sich auf Champions-League-Platz vier festgesetzt.

Der Senkrechtstarter erzielte in 19 Spielen drei Treffer und bereitete zwei weitere vor. Neben seiner Torgefährlichkeit und seinen Qualitäten als Dribbelkünstler ist es aber vor allem seine Funktion im laufintensiven Gegenpressing, die den Offensivspezialisten für Trainer Adi Hütter zum unersetzlichen Schlüsselspieler macht. "Das ist genauso wichtig wie das Eins-gegen-eins und die Qualität am Ball", meinte Younes.

Vom Bolzplatz gelernt

Diese Qualitäten habe sich der Überflieger früher auf dem Bolzplatz angeeignet: "Dort gibt es keine Regeln und keine Schiedsrichter. Ich bin ein Fan der Bolzplatzmentalität. Dort habe ich gelernt, mich in den direkten Duellen durchzusetzen."

Diese Qualitäten haben auch die Bayern bei der 1:2-Niederlage bei den Adlern zu spüren bekommen. Younes war nicht zu bremsen, spielte die Viererkette des Rekordmeisters regelrecht schwindlig und krönte seine fulminante Leistung mit einem Traumtor. Spätestens nach dieser Gala musste ihn der Bundestrainer, der die Partie von der Tribüne aus verfolgte, auf dem Zettel haben.

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Knapp einen Monat später folgte die Nominierung. Löw lobte den Comebacker in höchsten Tönen: "Er ist ein Spieler, der immer besondere Akzente setzen kann und viele gute Ideen hat. Sein Spielertyp gefällt mir sehr, er steht immer unter Feuer und ist ein sehr positiver Charakter." Für den Dribbler eine positive Überraschung: "Ich habe nicht damit gerechnet, dass es so schnell gehen würde." Denn seine Karriere lief nicht immer so glatt.

Younes ist in den Jahren nach dem Gewinn des Confed-Cups lange in der Versenkung verschwunden, sorgte immer wieder für negative Schlagzeilen. So sorgte er zum Beispiel bei Ajax für einen Skandal, als er in der Eredivisie gegen Heerenveen die Einwechslung verweigerte und im Anschluss aus dem Kader gestrichen wurde. Auch bei seinem anschließenden Engagement in Neapel konnte sich Younes im stark besetzten Mittelfeld nicht durchsetzen, weshalb er schon als gescheitertes Talent abgestempelt wurde.

Younes zahlt das Vertrauen zurück

Eintracht Sportvorstand Fredi Bobic schenkte ihm jedoch das Vertrauen und verpflichtete den fünffachen Nationalspieler für zwei Jahre mit Kaufoption. Der Transfer sollte sich später als einer der größten Volltreffer der Saison herausstellen. Younes hat zudem aus seinen Fehltritten gelernt ist zu einem klugen und bodenständigen Musterprofi gereift, der sich in der Main-Metropole pudelwohl fühlt und sich im Frankfurter Umfeld viele Sympathien erspielt. "Ich habe hier einfach unglaublich viel Spaß", betonte Younes.

Trotz eines fulminanten Laufs ist er traurig, dass die Eintracht-Fans die historische Saison nicht im Stadion erleben können: "Die Frankfurter Szene ist eine Besondere. Ich würde mir wünschen, da zu bleiben, wo wir aktuell stehen und unseren Fans mit dem Einzug in die Champions League ein besonderes Geschenk zu machen."

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Amin Younes fühlt sich bei Eintracht Frankfurt pudelwohl und will mit der SGE die Champions League klarmachen, vor allem als Geschenk für die tollen SGE-Fans (Videolänge: 1:14 Min.).

Gekommen, um zu bleiben

Und in der Nationalelf? Dort möchte sich Mentalitätsmonster Younes durchbeißen und sich trotz starker Konkurrenz für einen Platz im EM-Kader empfehlen: "Natürlich habe ich den Traum, zur EM zu fahren. Wenn man schon einmal in der Nationalmannschaft ist und die Möglichkeit bekommt, möchte man natürlich auch bleiben". Ziel sei es, als Mannschaft das Maximale zu erreichen.

Für Younes gilt es nun, den guten Eindruck in der DFB-Elf zu bestätigen und mit der Eintracht eine historische Saison mit dem Einzug in die Champions League zu krönen. Hält der Wirbelwind seine fulminante Form, ist er aus dem EM-Kader eigentlich nicht wegzudenken. Und ohnehin hat Younes bewiesen, dass ihn der Adler auf der Brust beflügelt...

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