Didi Hamann bei Sky90 über ein mögliches DFB-Comeback von Manuel Neuer
Die bevorstehende DFB-Rückkehr von Manuel Neuer beschäftigt auch die Sky90-Runde.
17.05.2026 | 22:45 Uhr
Sky Sport Experte Didi Hamann liefert eine spannende Enthüllung in der DFB-Causa und analysiert die Glaubwürdigkeit von Bundestrainer Julian Nagelsmann.
Didi Hamann über die Situation zwischen Julian Nagelsmann und Oliver Baumann: "Bei der letzten Länderspielpause hat er wohl - Oliver Baumann hat's gestern angesprochen - mit Baumann gesprochen und ihm gesagt, dass er mit dem Gedanken spielt, Manuel Neuer zurückzuholen. Aber an seiner Position werde sich nichts ändern."
Patrick Wasserziehr (Nachfrage): "Es ist mit Baumann gesprochen worden?"
Didi Hamann: "Es wurde mit Baumann gesprochen, dass er wohl mit dem Gedanken spielt. Also: er wusste das wohl. Das war vielleicht im März bei den Länderspielen, vielleicht kurz vorher oder kurz nachher. Und dann hat er ihm wohl gesagt, dass er mit dem Gedanken spielt, Neuer zurückzuholen."
Patrick Wasserziehr (Nachfrage): "Als Nummer zwei?"
Didi Hamann: "Vielleicht auch als Nummer drei. Denn er hat gesagt: An deiner Position, an deiner Situation wird sich nichts ändern. Du bleibst die Eins. Und jetzt haben wir eine Situation - es gibt da ja kein richtig oder falsch. Der Bundestrainer hat das zu entscheiden. Und wenn er der Meinung ist, wir müssen Neuer zurückholen, um eine bessere Chance zu haben, dann soll er es machen. Nur dann soll er vor sechs oder sieben Wochen zu Baumann sagen: 'Pass auf, so und so sieht's aus' - und ihm nicht sagen, dass er die Eins bleibt, wenn es dann sechs Wochen später nicht mehr so ist. Und das Spiel gegen Real mag eine Rolle gespielt haben. Nur: Das war ein Spiel. Du darfst dich von solchen Sachen nicht blenden lassen."
"Es wird keine Gewinner geben"
Didi Hamann über eine mögliche Nominierung von Manuel Neuer: "Auch ein Grund, warum ich gegen diese Nominierung bin oder wäre, sollte sie kommen: Ich glaube, dass es in der Mannschaft - abgesehen von den Bayern - viele Spieler gibt, die damit nicht einverstanden sind oder wären. Ich hätte den Mannschaftsrat oder vier, fünf Spieler befragt. Ich weiß nicht, ob das der Bundestrainer gemacht hat - möglicherweise nicht. Nur: Ich könnte mir vorstellen, dass es bei einer Nominierung von den Nicht-Bayern großen Gegenwind gibt. Wenn ich Spieler gewesen wäre und man mich gefragt hätte, dann hätte ich gesagt: 'Nee, nee - Baumann hält. Baumann ist mit uns durch die Qualifikation gegangen. Wir hatten schwere Spiele. Er ist der Grund, warum wir überhaupt nach Amerika fahren.' Es waren einige brenzlige Situationen dabei, in denen er uns auch den Hintern gerettet hat. Und jetzt zu sagen, wo der andere vor zwei Jahren zurückgetreten ist, alle anderen die Quali-Spiele machen lässt, zu sagen: 'So Männer, ich bin wieder hier' - das geht schlichtweg nicht. Der DFB läuft diesen Entscheidungen jetzt hinterher. Das heißt: Sie haben gar nicht mehr die Entscheidungshoheit. Ich nehme da auch Rudi Völler und Andreas Rettig mit rein. Die haben jahrzehntelange Erfahrung, die werden in diese Pläne und Abläufe eingeweiht sein. Dass dann nicht mal einer sagt: 'Pass auf, Nagelsmann, du musst dich jetzt mal entscheiden. Wir können das nicht immer weiter rauszögern.' Wenn heute - das letzte Spiel war gestern - das klärende Gespräch noch aussteht, frage ich mich, was der Bundestrainer die letzten sechs oder acht Wochen gemacht hat. Das gibt für einen Trainer kein gutes Bild ab und für den DFB auch nicht. Und egal, wie sich entschieden wird: Es wird keine Gewinner geben."
Didi Hamann über die Glaubwürdigkeit von Bundestrainer Julian Nagelsmann: "Diese Glaubwürdigkeit - und das ist ja nicht das erste Mal: Im letzten Sommer sagt Nagelsmann, Leroy Sane spiele nicht mehr in der Top-Fünf-Liga, der müsse jetzt mehr Scorer machen und insgesamt mehr liefern. Am Ende hat er gar nicht mehr gespielt - und wird trotzdem eingeladen. Nach dem Spiel gegen Ghana - kann sich Deniz Undav eine Kategorie hochspielen? Dann sagt er, das sei sehr unwahrscheinlich. Baumann kann sich aber eine Kategorie runterspielen, obwohl er nichts verkehrt gemacht hat. Das heißt: Egal, welchen Job du machst - ob du kommentierst oder Sportvorstand bist -, wenn die Glaubwürdigkeit angekratzt oder beschädigt ist, dann hast du ein Problem. Und wir sind jetzt an einem Punkt, an dem in vier Wochen eine WM beginnt und der Bundestrainer Rolle vorwärts, Rolle rückwärts macht. Keiner weiß, um was es geht. Das hilft dem ganzen Konstrukt mit Sicherheit nicht."
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