Zum Inhalte wechseln

Eberl verteidigt Berater bei Sky90: "Sie helfen uns Vereinen extrem"

Rolle der Spielerberater in der Diskussion

Sky Sport

29.08.2017 | 11:33 Uhr

0:34
Max Eberl: 'Es gibt schwarze Schafe'

Abzocker, Geldgeier, Kriminelle: Das Image von Spieleberatern ist in Deutschland katastrophal. Gladbachs Sportdirektor Max Eberl sieht das anders. Er schätzt die Arbeit der meisten Berater und macht sich bei Sky90 - der Kia Fußballdebatte für sie stark.

"Klar gibt es auch schwarze Schafe. Die gibt's überall, wahrscheinlich auch auf meinem Posten. Aber in Summe ist das ein normales Gebaren, bei dem Berater dem Verein helfen, Spieler zu bringen", so der Top-Manager in der Sky90 Runde um Patrick Wasserziehr.

"Ich habe so viele Spieler bekommen, die ich wahrscheinlich alleine nicht bekommen hätte. Da haben Berater das Projekt verstanden und gesehen, was für eine Chance für die Spieler da ist. Das sind Diskussionen auf sehr guter sportlicher Ebene und das hilft uns Vereinen extrem", argumentiert Eberl weiter.

Struth verrät bei Sky90: Höwedes ist sich mit Juve einig

Struth verrät bei Sky90: Höwedes ist sich mit Juve einig

Patrick Wasserziehr und seine Gäste diskutierten am Montagabend auch über die Wechselgerüchte um Schalkes Ex-Kapitän Benedikt Höwedes.

Welt ohne Berater für Eberl nicht vorstellbar

Eine funktionierende Bundesliga-Welt ohne Berater kann er sich nicht vorstellen. "Keine Chance", sagt der 43-Jährige: "Berater werden ja von Vereinen beauftragt. Ich beauftrage einen Volker Struth, 'hol mir Marco Reus'. Ich kann schon selber anrufen, aber was wird Marco sagen? 'Bitte wende dich direkt an meinen Berater.'"

Zu viele Anfragen und das meist schon im jungen Alter. Für Eberl ist es da "enorm wichtig", dass Berater damit beginnen, sich um solche Spieler zu kümmern und anfangen, dessen Karrieren mitzuplanen. "Wenn jeder Verein jeden Spieler, der gut ist, ansprechen würde. Wie soll der Spieler das regeln?", so der Gladbacher.

Struth: Werden alle in einen Topf geworfen

Spielerberater Volker Struth ärgert sich über die öffentliche Darstellung und Wahrnehmung seines Jobs. Dass Leute seine Arbeit positiv betrachten, wie etwa Max Eberl, ist für ihn eine Seltenheit. "Mich stört es, dass pauschalisiert wird. Alle werden in einen Topf geworfen", so der Berater von Marco Reus, Toni Kroos und Benedikt Höwedes. Ihm kommt es so vor, als würden Vereine und Medien gezielt das Image formen oder zumindest "gerne so stehen lassen".

preview image 1:26
Struth verteidigt Berater-Branche

"Nur ein Beispiel: In der Karriere Toni Kroos, die eine Bilderbuchkarriere ist, an der auch der Spieler den größten Anteil dran hat, ist das Thema Berater nie gefallen. Ich habe noch nie gehört: 'Mensch, da wurde Toni Kroos aber gut beraten. Das ist ne tolle Story.' Im Fall Modeste, bei dem der Wechsel komplett schiefgegangen ist, spricht man natürlich sofort über den Berater. Immer wenn etwas negativ besetzt ist, wird der Berater ins Licht gerückt, sonst nicht", ärgert sich der Star-Berater.

Mehr dazu

Deckelung der Provision "weltfremde" Idee

Den Vorschlag einer Provisionsdeckelung empfindet die Sky90 Runde als Schwachsinn. "Das ist ja weltfremd", sagt etwa Sky Reporter Kai Psotta: "Wenn es um einen Spieler geht, der den Unterschied im Champions-League-Finale macht, da ist die Höhe der Provision doch allen egal. Da kann man doch keine Deckelung einführen, wenn ein Verein dazu bereit ist, alles zu zahlen, um diese besonderen Spieler zu bekommen. Das ist doch absurd."

2:10
Wie viel verdient ein Berater?

Max Eberl sieht das Thema Provision relativ entspannt, auch wenn die Lage aufgrund der steigenden Summen etwas komplizierter wird: "Drei Prozent wird empfohlen, es gibt aber keine fixe Provision. Zehn Prozent wird derzeit als pauschal schon hingenommen, so starten die Verhandlungen oft. Zehn sind normal, aber normal ist frei verhandelbar."

"Normal ist frei verhandelbar." Ein Satz der in Zeiten von Neymars 222 Millionen und Demebeles erstreikten 105 Millionen plus X treffender denn je klingt.

Weiterempfehlen: