Ein Kommentar zum Blitzabgang von Jörg Schmadtke bei Hannover 96

Der 62-Jährige hat die Niedersachsen nach nur drei Monaten wieder verlassen.

Der Blitzabgang von Jörg Schmadtke (l.) bei Hannover 96 ist für Sky Sport Reporter Sven Töllner eine weitere 96er-Kuriosität.
Image: Der Blitzabgang von Jörg Schmadtke (l.) bei Hannover 96 ist für Sky Sport Reporter Sven Töllner eine weitere 96er-Kuriosität.  © Imago

Für Sky Sport Reporter Sven Töllner ist die Schmadtke-Trennung das nächste Kapitel in der hannoverschen Kuriositäten-Akte.

Hannover 96 als den merkwürdigsten Klub in der deutschen Profi-Fußball-Landschaft zu bezeichnen, wäre schon verwegen - es gibt schließlich keinen konsensual verabredeten Kriterien-Katalog, mit dem die These abgeglichen werden könnte. Die Bewertung verlässlich zu entkräften, fällt gleichwohl ähnlich schwer.

Die Kuriositäten-Akte ist selbst bei konservativer Beurteilung prall gefüllt und mit Jörg Schmadtkes Blitzabgang mitten im Aufstiegsrennen ist eine weitere irritierende Episode hinzugekommen. Möglicherweise Streit um nicht eingehaltene Etat-Garantien, vielleicht auch ein bisschen die Art des internen Umgangs mit einem erfahrenen Manager-Schwergewicht wie Schmadtke - was bislang so aus dem Maschinenraum heraussickert, ist noch nicht belastbar.

Seriöse Abläufe bei Hannover 96

Abgesehen von den branchenüblichen Bekundungen, die das beiderseitige Einvernehmen betonen, ist bislang nichts Verwertbares öffentlich. Der günstigste Zeitpunkt für einen weiteren Eklat nach 96-Art, ist es ohne jeden Zweifel nicht. Das Team von Christian Titz, den Schmadtke entgegen anderslautender Meldungen nach Sky Sport Infos keineswegs vor die Tür setzen wollte, steht aussichtsreich im Aufstiegskampf. Störfeuer unerwünscht!

Auf der Haben-Seite hat der Klub derweil vollumfängliche Handlungsfähigkeit. Allein-Geschäftsführer Henning Bindzus ist ein unaufgeregter, glasklarer Denker, der sich von zappeliger Traditions-Klub-Folklore schon beim HSV in Hamburg nicht aus der Ruhe hat bringen lassen und maßgeblich mitverantwortlich ist für die seriösen Abläufe bei 96 in der laufenden Saison.

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96 muss den Schmadtke-Knall fix verdauen

Mit Sportchef Ralf Becker haben die Roten einen top vernetzten Fachmann, der die Planungen für den Saison-Endspurt und darüber hinaus nun eigenverantwortlich in die Hand nehmen kann. Der Tabellenfünfte hat zwei Wochen Zeit, um den Schmadtke-Knall zu verdauen und sich für den Aufstiegskracher gegen Elversberg flottzumachen.

Schmadtke ist bekanntermaßen nicht der erste Verantwortungsträger, der "in beiderseitigem Einvernehmen" genervt hinschmeißt. Die Hoffnung, die intern durch die Geschäftsstellen-Gänge summt, lautet, dass das aktuelle Theaterstück ohne erfolgsgefährdende Geräuschkulisse über die Bühne gehen wird. Schau'n mer mal.

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