Eindrücke aus dem DFB-Training mit Neuer, Nagelsmann, Baumann
Die deutsche Nationalmannschaft absolvierte am Donnerstag ihr erstes Training in Herzogenaurach.
28.05.2026 | 20:57 Uhr
Comebacker Manuel Neuer stand im Mittelpunkt, obwohl er gar nicht mit der Mannschaft trainierte. Sky Sport beobachtete die knapp 90 Minuten.
Aus Herzogenaurach berichten Fabian Schreiner & Kerry Hau
Neuer noch nicht im Training, aber omnipräsent
Noch kann Manuel Neuer nicht mit seinen Teamkollegen auf dem Platz arbeiten. Stattdessen absolvierte der 40-Jährige nach seiner Wadenblessur am Donnerstagvormittag eine individuelle Einheit. Alles läuft nach Plan. Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte bereits am Mittwoch erklärt, dass sich Fußball-Deutschland keine Sorgen machen müsse. Ein Einsatz im Test gegen Finnland am Sonntag kommt allerdings noch zu früh.
Der fünfmalige Welttorhüter ist nach seinem aufsehenerregenden Comeback dennoch omnipräsent. Sky Sport erwischte Neuer um kurz nach 11 Uhr erstmals wieder im DFB-Dress. Der Torhüter nahm sich am Rande des Trainingsplatzes am Home Ground in Herzogenaurach noch Zeit für ein Foto. Auch in der anschließenden Medienrunde war Neuer natürlich wieder Thema. "Manu ist der beste Torwart der Welt", machte etwa der Mainzer Nadiem Amiri deutlich. Und auch Nagelsmann hatte bereits deutlich gemacht: "Mit Manu sind wir besser als ohne Manu, deswegen sind wir sehr froh, dass er dabei ist und uns hilft."
Nagelsmann on fire
Der Bundestrainer ist heiß auf seine Premieren-Weltmeisterschaft. Das wurde am Donnerstag in der ersten Trainingseinheit auch noch einmal deutlich. Nagelsmann gab unter anderem während der Spielform mit drei Mannschaften immer wieder lautstarke Kommandos von außen, wirkte enorm angriffslustig. Seine Mannschaft versammelte er in den Pausen zusammen um sich herum, sprach zu ihr, gestikulierte, lobte und gab Verbesserungsvorschläge. Aufschlüsse zu einer möglichen ersten Elf gab das Training aber noch nicht. Zwischen den einzelnen Teams wurde kräftig durchgetauscht.
Zwei DFB-Stars sehr auffällig
In der Spielform mit großen und kleinen Toren präsentierten sich mit Lennart Karl und Felix Nmecha besonders zwei Nationalspieler äußerst spielfreudig. Karl war zumeist auf der rechten Seite zu finden. Auf dieser Position gab der 18-Jährige im März in Basel beim 4:3 auch sein Debüt im Trikot der A-Nationalmannschaft. Auch beim FC Bayern wirbelte Karl oft und gerne auf rechts. Ob der Youngster vielleicht sogar beim WM-Auftakt gegen Curacao in der Startelf zu sehen sein wird? "Der Auftakt war außergewöhnlich gut. Er hat sehr schnell einen Eindruck hinterlassen. Ob er von Anfang an spielt oder nicht, besprechen wir mit ihm und muss er auf dem Platz zeigen", hatte Nagelsmann am Mittwoch erklärt.
Nach seiner Verletzung kommt Nmecha immer besser in Fahrt. Im zentralen Mittelfeld nimmt er bei Nagelsmann eine wichtige Rolle ein. Der Dortmunder hat gute Chancen auf einen Platz in der ersten Elf. Eindruck hinterließ Nmecha zumindest schon einmal in der ersten Trainingseinheit. Der 25-Jährige zeigte sich im Zentrum, da wo er sich am wohlsten fühlt, sehr präsent, spielte klare Bälle und war stets anspielbereit.
Baumanns erste Reaktion auf die Mega-Enttäuschung
Bis zuletzt war Oliver Baumann noch davon ausgegangen, als Nummer 1 in die WM zugehen. Doch Nagelsmann holte schließlich Neuer zurück - und Baumann muss sich nun mit der Rolle als Nummer 2 anfreunden. Selbst der Bundestrainer sprach von einem "Schlag" für den Hoffenheimer, der sich in den Spielen für die deutsche Nationalmannschaft nichts zu schulden hat kommen lassen. Doch Baumann ist ein Sportsmann, zudem hochprofessionell. Ein Stinkstiefel ist der 35-Jährige definitiv nicht. Davon war auch nicht auszugehen. Und auch am Donnerstag lieferte Baumann tadellos ab. Zunächst im spezifischen Training mit seinen Torhüter-Kollegen Alexander Nübel und Jonas Urbig auf dem Nebenplatz und später auch zwischen den Pfosten in der Spielform. Am Sonntag wird der ehemalige Freiburger dann auch das Tor gegen Finnland hüten.
So viel Familie steckt schon im DFB-Team
"Es kann eine Überschrift sein, dass wir wie eine Familie funktionieren und alles für den anderen machen", sagte Nagelsmann am Mittwoch. Bei den vergangenen beiden WM-Turnieren war die deutsche Mannschaft weit weg von einer Familie. Inzwischen sieht das Binnenklima aber wieder ganz anders aus. Schon bei der Heim-EM verstand sich das DFB-Team sehr gut. Und auch jetzt scheint die Stimmung in der Mannschaft schon auf einem guten, familiären Niveau zu sein. Im Training wurde bei aller Professionalität und Intensität auch mal gewitzelt und Quatsch gemacht. Unter anderem Jonathan Tah, Florian Wirtz, Jamie Leweling, Deniz Undav, Antonio Rüdiger und Malick Thiaw lachten viel, "schubsten" sich auf Kumpel-Basis und vermittelten eine große Freude Teil des Ganzes zu sein.
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