Eintracht Frankfurt: Christopher Lenz im exklusiven Sky Interview
Eintracht-Profi Lenz über VAR: "Funktioniert einfach nicht"
01.11.2022 | 18:45 Uhr
Eintracht-Verteidiger Christopher Lenz spricht im exklusiven Sky Interview über die Fan-Unterstützung beim "CL-Endspiel" in Lissabon, die Zukunft seiner Teamkollegen Daichi Kamada und Evan N'Dicka und fällt ein eindeutiges Urteil über den VAR.
Christopher Lenz bei Sky…
… darüber, dass beim heutigen Spiel gegen Lissabon 10.000 bis 15.000 Plätze frei bleiben werden: "Das höre ich jetzt zum ersten Mal und das finde ich natürlich nicht gut. Viele Vereine haben vermutlich nach dem Spiel in Barcelona Angst, dass das Stadion überlaufen wird. Meiner Meinung nach sollte ein Fußballstadion aber immer voll sein und wenn du es als Verein selbst nicht voll bekommst, musst du die Tickets eben den anderen überlassen. Unsere Fans werden trotzdem einfallsreich sein, da bin ich mir sicher. Und wenn nicht, dann werden wir auf dem Weg ins Stadion schon einige Anhänger sehen - das wir uns auf jeden Fall schon ordentlich für die Partie pushen."
… darüber, ob der Einzug ins CL-Achtelfinale über die Zukunft von Daichi Kamada und Evan Ndicka in Frankfurt entscheiden könnte: "Sportlich hilft es uns allen, finanziell natürlich dem Verein. Daichi und Evan wissen, was sie an der Eintracht haben. Sie machen so gut wie jedes Spiel und bringen ihre unglaubliche Leistung, deshalb sind die beiden international auch so begehrt. Das kann ich gut verstehen und das haben sie sich verdient. Als Mitspieler hoffst du trotzdem, dass die Jungs bleiben. Evan gibt uns mit seiner Präsenz auf dem Platz eine unglaubliche Sicherheit, hat immer wieder entscheidende Offensivsituationen, wie in Marseille. Über Daichi müssen wir gar nicht reden. Er ist einer der besten Mitspieler, die ich bisher hatte, hat zudem eine unfassbare Bandbreite und das zeigt er in jedem Spiel. Wichtig ist aber natürlich auch, dass wir uns im nächsten Jahr wieder für die Champions League qualifizieren - was nicht einfach wird, weil mindestens acht weitere Mannschaften aus der Liga das auch wollen. Dann hast du aber auch eine Chance, die Jungs zu halten. Vielleicht, weil du dann, wie in diesem Jahr, auf der großen Bühne performen kannst und die beiden auch wissen, was sie an der Stadt Frankfurt haben."
…darüber, ob man den VAR künftig behalten, verbessern oder vielleicht sogar abschaffen sollte: "Ich bin, unabhängig von unserem letzten Spiel, in dem es uns betroffen hat, kein Fan davon. So wie er jetzt ist, funktioniert er für mich einfach nicht - das muss man sich auch irgendwann mal eingestehen. Es gibt Entscheidungen, in denen er auch hilfreich ist, das sind aber oft Situationen, die man mit dem menschlichen Auge nicht sehen kann. Ob es Abseits ist, wenn die Nasenspitze drüber ist, ist mir im Endeffekt egal. Früher galt dann im Zweifel: für den Angreifer. Bei solch klaren Entscheidungen habe ich allerdings zunehmend das Gefühl, dass die Schieds- und Linienrichter auf dem Feld verunsichert sind und selbst weniger Entscheidungen treffen - sich dann eher auf den VAR verlassen. Durch diese ganzen Unterbrechungen verlierst du die Emotionen. Mir hat Fußball auch davor, ohne den VAR, sehr viel Spaß gemacht."
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