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Eintracht Frankfurt News: Das große Fragezeichen hinter Filip Kostic

Glasner und das Kostic-Problem bei der Eintracht

Alexander Bonengel

03.07.2021 | 10:15 Uhr

Oliver Glasner wechselte aus Wolfsburg zur Eintracht
Image: Oliver Glasner wechselte aus Wolfsburg zur Eintracht  © DPA pa

Oliver Glasner hat bei Eintracht Frankfurt losgelegt. Schon beim ersten Training wird klar, auf was der neue Trainer wert legt.

Oliver Glasner will keine Zeit verlieren. Beim Trainingsauftakt ging es dann auch mit von ihm lautstark untermalten Pressing-Drills sofort ans Eingemachte. Völlig klar, wo die Reise hingehen soll: Physis, hohes Pressing und Laufbereitschaft gehören zu den wichtigsten Bausteinen Glasners Fußball-Idee.

Die EM-Fahrer werden dem neuen Übungsleiter urlaubsbedingt jedoch noch ein paar Wochen fehlen. Top-Torschütze Andre Silva hat den Verein in Richtung RB Leipzig verlassen. Das gab der Verein am Freitag bekannt.

Silva weg - was passiert mit Kostic?

Knapp 23 Millionen Euro werden die Adler für ihren Superstar einnehmen. Angesichts eines geschätzten Marktwerts von 45 Millionen Euro ein Schnäppchen für die Bullen, erklärbar durch geschicktes Verhandeln seines Berater beim damaligen Transfer vom AC Mailand.

Damals, als Silva für relativ kleines Geld nach Frankfurt wechselte, ging der Berater in Sachen Provision leer aus, ließ sich aber per Klausel zusichern, dass sämtliche Transfereinnahmen über 23 Millionen in seine Tasche fließen. Das aktuelle gesamte Transfervolumen dürfte am Ende knapp über 30 Millionen liegen.

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Oliver Glasner und Eintracht Frankfurt sind in die Saisonvorbereitung gestartet. Sky Reporter Alexander Bonenegel mit allen Infos zum Training, den Transfer & der Philosophie (Videolänge: 1:36 Min.).

Die Eintracht würde Silva nicht ziehen lassen, hätte sie keinen Ersatz in der Hinterhand. Und der steht nach Sky Infos fest: Santos Borre, kolumbianischer Nationalspieler und bis vor kurzem noch in Diensten des argentinischen Vereins River Plate. Mit 56 Toren in 149 Pflichtspielen hat er bei vielen Clubs in Europa Interesse geweckt. Letztendlich ist es Frankfurts Kaderchef Ben Manga zu verdanken, dass Borre sich für die Hessen entschieden hat.

Borre kommt ablösefrei

Drei Monate hatte die Frankfurter Spürnase sich um den 25-Jährigen bemüht und ist letztendlich mit einem Transfercoup belohnt werden. Denn Borre kommt ablösefrei. Wäre er noch in einem Vertrag, hätte er die SGE schätzungsweise um die 17 Millionen Euro gekostet. Borre ist jedoch ein anderer Spielertyp als Silva, kleiner, weniger physisch aber auch wendiger und technisch versierter.

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Die Abteilung ''Robustheit'' könnte stattdessen Kolo Muani von FC Nantes bedienen. Das 22-jährige Sturmtalent ist ein Thema bei der Eintracht, allerdings gestaltet sich diese Personalie kompliziert, da Nantes nicht bereit scheint, ihn abzugeben.

Noch am Anfang der Woche erklärten Sportvorstand Krösche und Trainer Glasner, um die Leistungsträger Silva und Kostic kämpfen zu wollen. Das Thema Silva ist jetzt praktisch durch. Das wiederum macht es schwer vorstellbar, dass auch Filip Kostic den Verein verlassen darf. Gleich beide Top-Spieler zu verlieren, wäre kein guter Anfang für die beiden neuen sportlich Verantwortlichen.

Kostic der wertvollste Eintracht-Spieler

Zudem ist Kostic unterm Strich der wertvollste Eintracht-Spieler der letzten Jahre, hat als Schienenspieler auf der linken Außenbahn in der Bundesliga Maßstäbe gesetzt. Nicht wenige bescheinigen ihm, längst in der Weltklasse angekommen zu sein.

Mit 28 Jahren ist der Serbe zwar im besten Fußballeralter, gleichzeitig aber auch in einem Alter, in der die Zeit für einen letzten großen Vertrag knapp wird. Insbesondere in der Serie A ist Kostic begehrt, Inter, Lazio und AS Rom mit Mourinho zeigen großes Interesse. Noch ist allerdings kein Angebot am Stadtwald angekommen.

Zum Transfer Update: Alle Wechsel, alle Gerüchte

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Das kann sich aber schnell ändern, spätestens nach der EM wird der Transfermarkt richtig Fahrt aufnehmen. Das Preisschild für Kostic liegt dem Vernehmen nach bei knapp 25 Millionen Euro. Die Eintracht ist in dieser Personalie nun in einer Zwickmühle: Ein Kostic ist nicht eins zu eins zu ersetzen. Verlässt er die Eintracht, wird es auch das Frankfurter Spiel verändern, egal, wer statt seiner die linke Seite besetzen würde, dürfte es doch bei praktisch jedem Gegner bisher Prio Nummer eins gewesen sein, den Serben so gut wie es eben geht, aus dem Spiel zu nehmen.

Investitionen in die Zukunft

Auf der anderen Seite lehrt die Erfahrung auch, dass es wenig Sinn macht, Spieler, die unbedingt wegwollen, zum Verbleib zu zwingen. Unter Wert wird die Eintracht ihren besten Mann jedoch sicher nicht ziehen lassen. Zu bedenken ist auch, dass 25 Millionen Euro auch bei namhaften Klubs nicht mehr so selbstverständlich über den Tisch wandern wie vor der Pandemie.

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Trainingsauftakt bei Eintracht Frankfurt mit dem neuen Trainer Adi Hütter

Auffällig ist, wie ambitioniert die Eintracht in die Zukunft investiert: Mit den jungen Offensivspielern Ali Akman (19, kam von Bursaspor) und Fabio Blanco (17, kam vom FC Valencia) konnte die SGE zwei begehrte Top-Talente verpflichten, die von halb Europa gejagt wurden. Ein Zeichen für das hohe Ansehen, das der Verein aus der Bankenmetropole mittlerweile auch international genießt.

Lenz/Kostic das Duo auf Links

Linksverteidiger Christopher Lenz ließ sich bereits vor Monaten von Union Berlin nach Frankfurt locken, nicht zuletzt aufgrund der Strahlkraft seines neuen Vereins. Sein Wechsel stand seit Ende Januar fest. Auf der linken Seite sieht der Neuzugang sich vor allem als Ergänzung zu Filip Kostic, weniger als Konkurrent.

Einer der, wie er selbst sagt, ''dichtmachen will'' um für Kostic Freiräume zu schaffen, sofern eine Viererkette angesagt wäre. Klingt nach einer vielversprechenden Kombination auf der linken Seite, zumal der neue Coach Oliver Glasner sich mehr Stabilität in der Defensive wünscht. Vorausgesetzt, Kostic bleibt.

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