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Eintracht Frankfurt News: Oliver Glasner mit hartem Job bei Adlern

Eintracht stolpert in den Neustart! Glasner mit Herkules-Aufgabe

Lars Pricken

09.09.2021 | 19:36 Uhr

Oliver Glasner muss der Mannschaft seine Spielphilosophie noch vermitteln.
Image: Oliver Glasner muss der Mannschaft seine Spielphilosophie noch vermitteln.  © DPA pa

Nach einem phänomenalen Jahr stand zu Beginn der Saison ein kompletter Neustart bei Eintracht Frankfurt an. Nach den ersten drei Spieltagen lässt sich bereits erkennen: Die Adler werden es in dieser Saison nicht leicht haben.

Am Ende verließ das Macher-Duo Adi Hütter und Fredi Bobic die Eintracht nicht sonderlich rühmlich. Wenige Wochen vor Saisonschluss hatten die Hessen auf Platz vier solide sieben Punkte Vorsprung auf den BVB, der auf dem fünften Rang lauerte. Dann gab Coach Hütter seinen Wechsel zu Borussia Mönchengladbach bekannt und die Frankfurter brachen komplett ein.

Am Ende schnappten sich die Dortmunder die Adler noch und verdrängten den Klub von einem Champions- auf einen Europa-League-Platz. Die Enttäuschung war groß, auch weil Trainer und der ebenfalls abwandernde Sportdirektor Bobic (Hertha) die Schuld komplett von sich wiesen. Mit dem nötigen Abstand betrachtet bleibt die Saison der Frankfurter allerdings eine der erfolgreichsten der jüngeren Vereinsgeschichte.

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Top-Kräfte im Visier der Top-Klubs

Wie so oft richteten sich aufgrund der starken Saison viele Blicke auf die Leistungsträger des Tabellenfünften. Top-Spieler wie Ausnahmestürmer Andre Silva wurden von halb Europa umworben. Den Angreifer, der in 32 Bundesliga-Partien 28 Treffer erzielte (Vereinsrekord!) sowie acht Vorlagen beisteuerte, zog es letztlich zu RB Leipzig. Aufgrund eines Agreements mit der Klubführung durfte der Portugiese die Eintracht für lediglich 23 Millionen Euro verlassen, weit unter Marktwert.

Auch Silva-Zuarbeiter Filip Kostic (vier Tore, 17 Vorlagen) bat den Verein um Freigabe und wollte weg. Ebenso Amin Younes, der es zwischenzeitlich sogar in den Dunstkreis der deutschen Nationalmannschaft zurückschaffte. Beide waren sich bereits mit neuen Vereinen einig.

Das Kostic-Younes-Dilemma - Zündstoff im Kader

Kostic sollte für 15 Millionen Euro plus Boni an Lazio Rom abgegeben werden. Für einen Transfer streikte der Außenspieler sogar, sorgte damit für eine Menge Kritik von Trainer, dem neuen Sportdirektor Markus Krösche und den Fans. Am Ende scheiterte der Deal kurioserweise offenbar an einem Tippfehler der Römer, die ihr finales Angebot für den 28-Jährigen an "eintrachtfranfurt.de" statt "eintrachtfrankfurt.de" sendeten.

Younes wiederum sollte an Al-Shabab Riad nach Saudi-Arabien verkauft werden. Alle Parteien waren sich einig, doch am Ende unterschrieb der Scheich-Klub die Papiere nicht - ohne Angabe von Gründen. Doch damit noch nicht genug. Denn für noch größere Aufregung sorgte der 28-Jährige in dieser Woche. Younes will wohl seinen Wechsel erzwingen und war wohl in der freien Zeit in der Türkei, wo er für die Eintracht-Bosse nicht erreichbar gewesen sein soll. Das berichtet der Hessische Rundfunk.

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Filip Kostic muss bei Eintracht Frankfurt bleiben und ist der Verlierer - ein Kommentar. (Videolänge: 1:46 Minuten)

Transfers schlagen noch nicht ein - Lichtblick auf dem Flügel

Auch die Transferpolitik des neuen Kaderplaners Krösche trägt derzeit noch nicht die erhofften Früchte. Silva wurde mit dem ablösefreien Rafael Borre ersetzt. Auf dem Papier ein kleiner Coup, doch noch scheint der 25-jährige Kolumbianer Eingewöhnungszeit in seiner ersten Station in Europa zu brauchen. Ebenso wie Christopher Lenz, der zwar von Union Berlin kam, aber in seinen ersten Wochen noch einen wackligen Eindruck machte.

Spielmacher Jesper Lindström deutete sein großes Talent bislang nur an, brachte aber noch keine kontanten Leistungen. Das Deadline-Day-Duo Sam Lammers (Stürmer von Atalanta Bergamo) und Kristijan Jakic (zentraler Mittelfeldspieler von Dinamo Zagreb) kann noch nicht beurteilt werden.

Einziger Lichtblick bislang: Milan-Leihgabe Jens Petter Hauge bringt wirklich frischen Wind in die Frankfurter Offensive. Sowohl beim blamablen 2:5 gegen den BVB zum Saisonauftakt wie auch beim 1:1-Remis gegen Bielefeld konnte der junge Norweger treffen. Ansonsten konnte man aus den ersten Spielen der Adler wenig Gutes ziehen.

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Frankfurt sportlich in der ersten Krise

Angefangen beim Pokal-Aus in der ersten Runde gegen Drittligist Waldhof Mannheim (0:2), über die enttäuschende Klatsche gegen Dortmund (2:5) und die beiden Unentschieden gegen Augsburg (0:0) und Bielefeld (1:1). Vom aggressiven Offensiv-Fußball, den Hütter der Eintracht eingeimpft hat, ist kaum noch etwas zu erkennen. Es fehlt eine Anspielstation vorne, eine klare Struktur im Mittelfeld und auch die Defensive leistete sich einige Aussetzer.

Auf den neuen Trainer Glasner kommt nun eine Menge Arbeit zu. Der ehemalige Wolfsburger muss nicht nur das Spiel der Frankfurter wieder in den Griff kriegen, sondern auch die Mannschaft bei guter Laune halten.

Sportliche Baustellen vor englischer Woche

Sportlich lassen sich Baustellen auf allen Positionen finden. Zunächst bedarf es eines klaren Systems. Der Wechsel zwischen defensiver Fünfer- und Viererkette funktioniert derzeit noch nicht. Allgemein braucht die Abwehr, die Glasner in seiner Wolfsburger Zeit zur persönlichen Spezialität gemacht hat, eine bessere Struktur. Das Mittelfeld muss das geforderte Pressing ebenso wie die Offensivkräfte leben und gleichzeitig neue, kreative Lösungen in Unter- und Überzahlsituationen finden.

Für all das hat Glasner nun zunächst in der Länderspielpause Zeit. Dann geht es allerdings Schlag auf Schlag. Am 4. Spieltag müssen die Frankfurter nach Stuttgart, ehe das erste Spiel in der Europa League unter der Woche gegen Fenerbahce Istanbul ansteht. Den Höhepunkt der vollen Woche bildet dann ausgerechnet das Duell mit Glasners Ex-Klub Wolfsburg - die ohne den Trainer an der Tabellenspitze stehen.

Eine echte Herkules-Aufgabe, bei der die skeptischen Blicke schärfer denn je auf dem Coach liegen werden.

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