Zum Inhalte wechseln

EURO 2020: DFB & München wollen bunte Allianz Arena gegen Ungarn

Druck auf UEFA wächst: München fordert die "Regenbogen-Arena"

SID

21.06.2021 | 14:54 Uhr

Bitte verwende den Chrome-Browser, um unseren Videoplayer mit optimaler Leistung nutzen zu können!

DFB- Pressesprecher Jens Grittner über das Stadion in München. (Videolänge: 45 Sekunden)

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) wird von der Münchner Politik unter Druck gesetzt. Der Verband muss die "Regenbogen-Frage" beantworten.

Entweder wird es der UEFA zu bunt mit der politisierten EM - oder der Verband setzt ein farbenfrohes Ausrufezeichen für Vielfalt: Kurz vor dem letzten Vorrundenspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Mittwoch gegen Ungarn muss die Europäischen Fußball-Union (UEFA) eine rasche Antwort auf "Regenbogen-Frage" geben. Die Stadt München hat ihre Forderung nach einer in sechs Farben erleuchteten Arena am Montag offiziell formuliert.

München verlangt ein "Zeichen im Sinne der Weltoffenheit"

Es gehe um "ein Zeichen im Sinne der Weltoffenheit und Toleranz" sowie "ein weithin sichtbares Signal für unser gemeinsames Werteverständnis", heißt es in dem Schreiben von Oberbürgermeister Dieter Reiter an den UEFA-Präsidenten Aleksander Ceferin und das deutsche Exko-Mitglied Rainer Koch, das den fraktionsübergreifenden Willen des Münchner Stadtrats widerspiegelt.

Das Augenmerk des Parlaments gilt laut Reiter "den Einschränkungen, die in Ungarn zu Lasten der Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender (LGBTIQ) gegeben sind". Er appelliert deshalb an die UEFA, "sich auch darüber hinaus gerade aus Anlass der EURO 2020 mit deren medialer Reichweite nachdrücklich und sichtbar für Toleranz und Gleichstellung einzusetzen."

Der EM-Spielplan im Überblick

Der EM-Spielplan im Überblick

Gegen wen und wann muss Deutschland ran? Hier gibt's den EM-Spielplan in der Übersicht.

Auch Söder äußert sich zur Situation

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fände es "ein sehr gutes Signal, wenn die Regenbogenfarben strahlen" würden. "Das wäre ein Signal, das für die Freiheit unserer Gesellschaft steht", sagte der CSU-Politiker in Berlin.

Nun liegt der Ball in der Hälfte des Verbandes, der in seiner Rolle als Ausrichter die Entscheidung fällen muss. Zu welchem Ergebnis die UEFA kommt, scheint offen zu sein. Die Signale, die vom Turnierveranstalter zuletzt ausgesandt wurden, waren jedenfalls unterschiedlich.

Auf der einen Seite untersucht die UEFA die Berichte über Diskriminierungen am EM-Spielort Budapest. Andererseits überprüfte der Verband die Regenbogenbinde des deutschen Kapitäns Manuel Neuer in den beiden bisherigen Gruppenspielen - was trotz einer raschen Einstellung des Verfahrens für große Verwunderung gesorgt hat. Neuer wird seine Regenbogenbinde trotz des Rummels darum auch gegen Ungarn tragen.

Mehr Fußball

Bitte verwende den Chrome-Browser, um unseren Videoplayer mit optimaler Leistung nutzen zu können!

Leon Goretzka über die Regenbogenbinde von Kapitän Manuel Neuer. (Videolänge: 31 Sekunden)

Scharfe Kritik an neuem Ungarn-Gesetz gegen Homosexualität

Es scheint, als würde die UEFA durch die Münchner Offensive, die sich unmissverständlich gegen die Politik der rechtsnationalen Regierung Ungarns unter Ministerpräsident Viktor Orban richtet, schwer in der Bredouille strecken. Einerseits kann sich der Verband nach seinen massiven Kampagnen für Diversität der Aktion eigentlich nicht widersetzen. Allerdings wird der UEFA gleichzeitig eine von vielen Seiten kritisch gesehene Nähe zu Orban nachgesagt.

Ungarns Regierung hatte zuletzt ein Gesetz gegen "Werbung" für Homosexualität durch das Parlament gebracht und damit heftige Kritik ausgelöst. Laut EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen droht Ungarn eine Prüfung des Gesetzes. Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) sieht durch das Gesetz den "neuen Höhepunkt einer Unsichtbarmachung und Entrechtung von Lesben, Schwulen, bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI)".

Jetzt Push-Nachrichten zu Deinen Lieblingssportarten!

Jetzt Push-Nachrichten zu Deinen Lieblingssportarten!

Du willst personalisierte Sport-Nachrichten als Push auf dein Handy? Dann hol Dir die Sky Sport App und wähle Deine Lieblingssportarten- und wettbewerbe aus. So funktioniert's.

Goretzka spricht sich klar für "eine tolle Idee" aus

Mit seinen Standpunkten findet der LSVD offene Ohren bei den deutschen Nationalspielern. "Als Fußballwelt kann man aktuell sehr gut erkennen, dass wir Rassismus und Homophobie mit Vielfalt entgegentreten wollen", sagte Leon Goretzka am Montag: "Manu hat bei uns die Regenbogenflagge am Arm getragen und es gibt Pläne, dass die Allianz Arena in den Farben erstrahlen soll, was ich für eine tolle Idee halte. Ich bin froh darüber und freue mich über jedes Zeichen, das gesetzt wird."

Auch bei dem von Goretzka angesprochen Thema Rassismus ist Ungarn in den vergangenen EM-Tagen wieder in den Mittelpunkt gerückt. Bei den bisherigen Partien der Ungarn in Budapest (0:3 gegen Portugal und 1:1 gegen Frankreich) war die berüchtigte "Carpathian Brigade" im Stadion in Erscheinung getreten.

Polizeipräsenz gegen "Problemfans"

Der schwarz gekleidete Mob wird von Experten als paramilitärische Gruppierung eingeschätzt, die aus Neonazis besteht. Laut diverser Berichte sollen die Mitglieder der Brigade durch homophobe und rassistische Äußerungen aufgefallen sein, auch der Hitlergruß sei gezeigt worden.

Sollten sich die "Problemfans" auf den Weg nach München machen, droht der bayrischen Landeshauptstadt am Mittwoch ein massives Sicherheitsproblem - trotz der 1000 Polizisten, die im Einsatz sein werden.

Sport-Informations-Dienst (SID)

Weiterempfehlen: