FC Bayern München News: Auftritt vor dem CL-Endspiel macht Sorge

Super-GAU droht! Bayern lässt echte Reaktion vor CL-Endspiel vermissen

Thomas Müller und der FC Bayern stehen am Dienstag gewaltig unter Druck.
Image: Thomas Müller und der FC Bayern stehen am Dienstag gewaltig unter Druck.  © Imago

Der FC Bayern hat eine echte Reaktion auf die Pleite in Villarreal verpasst. Nach dem 0:1 im Viertelfinal-Hinspiel reichte es nur mit Glück für einen 1:0-Sieg gegen den FC Augsburg, der Defizite bestätigt hat, die am Dienstag das Aus in der Königsklasse bedeuten könnten.

Lange hatte es danach ausgesehen, dass der FC Augsburg tatsächlich etwas beim Münchner Nachbarn im bayrischen Derby mitnehmen kann. Die tiefstehenden Gäste gingen das Tempo des Rekordmeisters mit, ließen lange wenig wirklich Brenzliges zu und setzten gelegentlich zu Kontern an.

Dann die 80. Minute: Reece Oxford blockt einen Kopfball von Robert Lewandowski Richtung Tor mit dem Arm. Schiedsrichter Patrick Ittrich schaut sich die Szene nochmal an und pfeift dann - so unglücklich es für die Augsburger auch ist - richtigerweise auf den Punkt. Lewandowski verwandelt zum 1:0-Endstand.

Goretzka moniert Intensität des Bayern-Spiels

Doch so beachtenswert die couragierte Leistung der Augsburger auch war, legt sie vor allem offen, dass die Bayern derzeit nicht voll auf der Höhe sind. Das von Trainer Julian Nagelsmann geforderte Pressing lahmte über weite Strecken. Die sonst so gierigen Münchner ließen ihrem Rivalen zu viel Zeit und Platz, ließen bei eigenen Angriffen oft Konsequenz und echten Zug zum Tor vermissen. Nach der 0:1-Pleite gegen Villarreal am Mittwoch hatten sich die meisten Fans eine deutlichere Reaktion erhofft.

"Wir haben keine gute erste Halbzeit gespielt, es hat uns an Intensität gefehlt. Wenn diese fehlt, kommst du schlecht in Spiele", monierte auch Leon Goretzka nach der Partie am Sky Mikrofon, der dennoch eine Steigerung im Laufe der Partie beobachtet haben will: "Umso besser, dass wir in der zweiten Hälfte die Intensität in Phasen auf das Feld gebracht haben und das Spiel am Ende noch gewonnen haben. Darum geht es am Ende."

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Nach Augsburg: FC Bayern muss sich gegen Villarreal steigern. (Videolänge: 36 Sekunden)

Nagelsmann fordert Steigerung von "60 bis 70 Prozent"

In der Liga haben die Münchner damit weiterhin neun Punkte Vorsprung auf Borussia Dortmund bei nun lediglich fünf verbleibenden Partien. Dass die Meisterschaft damit entschieden sein dürfte und die Bayern unterm Strich mit den drei Punkten zufrieden sein können, ist das Eine. Dass ein derartiges Auftreten am kommenden Dienstag in der Champions League allerdings nicht belohnt werden dürfte, muss den Bayern auch bewusst sein.

Trainer Nagelsmann forderte nach dem Spiel eine deutliche Leistungssteigerung bis zum Viertelfinal-Rückspiel gegen Villarreal. Auf die Frage, wie stark seine Truppe zulegen müsse, antwortete der Coach nüchtern: "60 bis 70 Prozent." Zwar stünde auch der Sieg letztlich über allem, doch der 34-Jährige ist sich des Risikos einer so uninspirierten Leistung vor dem Endspiel in der Königsklasse bewusst. "Es ist natürlich ein unglücklicher Zeitpunkt, wir haben am Dienstag das wichtige Spiel", so Nagelsmann.

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Individuelle Fehler: Defensive wackelt bedrohlich

Und die Stellschrauben, an denen der Coach bis dahin noch schrauben muss, sind zahlreich. Auch wenn die Münchner ohne Gegentor blieben, leistete sich der Defensiv-Verbund einige Unkonzentriertheiten und Stellungsfehler, die ein Top-Team wie Villarreal wohl zu nutzen gewusst hätte. Durch individuelle Fehler kamen die Augsburger mehrfach gefährlich in den Strafraum der Bayern, ließen die besten Chancen aber liegen.

Vor allem der junge Tanguy Nianzou wirkte phasenweise verunsichert. Gut für die Bayern: Niklas Süle (erkrankt) und Lucas Hernandez (Prellung), die beide gegen Augsburg noch fehlten, sollen bis Dienstag wieder einsatzbereit sein. So könnte wieder mehr Stabilität in die Defensiv-Reihe einkehren.

Offensive strahlt zu wenig Gefahr aus

Doch neben der teils taumelnden Abwehr bereitet vor allem die sonst so durchschlagskräftige Offensive Kopfzerbrechen. Zwar waren die Münchner über weite Strecken überlegen, doch wirklich gut herausgespielte und gefährliche Angriffe gab es gerade im ersten Durchgang kaum. Wenig Ideen, kaum Esprit. Erst durch die Einwechslungen von Alphonso Davies und Kingsley Coman erhöhte sich das Tempo im Spiel.

"Wir wollten fußballerische Lösungen finden und die Bayern haben uns das heute auch zugestanden", meinte auch Augsburg-Coach Weinzierl und führte aus: "Das waren nicht 110 Prozent, sie haben uns mitspielen lassen. Sie waren nicht so bissig, wie man sie kennt - bis dann Coman und Davies gekommen sind."

Blick schon Richtung Villarreal - Neuer mit Ansage

Für das Spiel gegen die hochmotivierten Spanier sind diese Nachlässigkeiten ein absolutes Tabu für die Bayern. Nagelsmann muss seine Männer perfekt auf das Spiel einschwören, damit die Leistung von der ersten Minute an stimmt. Damit ist das schwache Spiel gegen die Augsburger, das mit Blick auf die komfortable Tabellensituation auch nicht überbewertet werden darf, ein großer Warnschuss vor dem Champions-League-Endspiel.

"Wir werden auf jeden Fall da sein - es wird auf uns und unsere Power ankommen, die wir auf den Platz bringen müssen. Unsere Spieler sind alle heiß, man merkt, dass wir bereits in diese Richtung denken", verspricht Kapitän Manuel Neuer mit Blick auf das wichtige Spiel am Sky Mikro.

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Bayern wollen CL-Aus mit Fans abwenden

Ein Vorteil: Die Bayern spielen am Dienstag vor heimischen Publikum. Wie schon gegen Augsburg vor ausverkauftem Haus. "Wir werden mit den Zuschauern im Rücken das Spiel rocken", kündigt Neuer selbstbewusst an.

Das ist auch für die Gesamt-Betrachtung der Saison enorm wichtig. Nach dem Aus im Pokal wäre ein Scheitern in der Champions League gegen Underdog Villarreal bereits der zweite frühzeitige Abschied aus einem Titelrennen - die Saison wäre damit nicht mehr als unterer Durchschnitt, trotz voraussichtlicher Meisterschaft.

Mehr zum Autor Lars Pricken