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FC Bayern: Robert Lewandowski dachte an einen Wechsel zu Manchester United

Lewandowski über Fergusons Anruf, Klopps Trick und sein Karrieende

Peter Bielefeldt

22.02.2020 | 19:56 Uhr

Robert Lewandowski kam 2014 vom BVB zum FC Bayern.
Image: Robert Lewandowski kam 2014 vom BVB zum FC Bayern. © DPA pa

Robert Lewandowski dachte in seiner Zeit beim BVB über einen Wechsel auf die Insel nach. Der Pole lüftet in einem Interview mit dem Guardian zudem, welche Trainer ihn beeinflusst haben und wer der perfekte Coach wäre.

Robert Lewandowski ist seit Jahren für den FC Bayern ein Stürmer mit eingebauter Torgarantie. Mit seinen 31 Jahren ist der viermalige Bundesliga-Torschützenkönig hungriger nach Toren als je zuvor - in der aktuellen Saison sind es 42 Tore (für Verein und Nationalmannschaft). Seine persönlichen Ziele bleiben wie die des Rekordmeisters auf Königsklassen-Niveau. Und das macht "Lewy" an einer Person fest: Trainer Hansi Flick.

"Die Spieler fühlen sich sicherer, weil sie wissen, was der Trainer von ihnen will", sagt Lewandowski. "Die Kommunikation ist viel besser. Ich glaube immer noch, dass wir eines Tages im Champions-League-Finale spielen werden und dass wir es gewinnen werden." Die Zuversicht der Münchner ist nach dem Trainerwechsel von Niko Kovac zum 54-Jährigen zurückgekehrt.

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Lewandowski wechselte 2014 zum FC Bayern

Aber Flick ist in seiner Karriere nicht der einzige Coach, den Lewandowski in den höchsten Tönen lobt. Vor seinem Wechsel an die Isar weckte Jürgen Klopp den Torhunger des ehemaligen Dortmunders auf seine typische Art.

"Wir haben in Dortmund gewettet, dass, wenn ich zehn Tore schieße, mir Jürgen Klopp dann 50 Euro gibt. In den ersten Trainingseinheiten schieße ich drei oder vier Tore. Nach fünf, sechs, sieben Trainingseinheiten schieße ich dann sieben, acht. Nach drei Monaten schieße ich dann in jedem Training mehr als zehn Tore. Nach ein paar Wochen sagte Jürgen: 'Nicht mehr, das ist zu viel für mich. Ich will dich nicht mehr bezahlen.' Das war Teil meiner Mentalität. Das war sehr hilfreich für mich. Und auf andere Weise gut."

Nach vier Jahren Borussia Dortmund, zwei Meisterschaften, einem DFB-Pokal-Sieg, zwei Torjägerkanonen und 103 Treffern zog es Lewandowski im Sommer 2014 an die Isar.

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Mischung aus Guardiola und Klopp wäre perfekt

Der siebenmalige Deutsche Meister hätte sich 2012 zuvor jedoch fast mit einem anderen europäischen Topklub geeinigt: Manchester United. Auch damals war der Trainer der entscheidende Faktor beim Gedankenspiel, den BVB zu verlassen: "Sir Alex Ferguson", sagt Lewandowski.

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"Ich habe nach zwei Jahren in Dortmund mit ihm gesprochen und damals habe ich wirklich über einen Wechsel zu Manchester United nachgedacht. Wegen Ferguson und wegen Manchester United. Borussia Dortmund sagte: "Nein, das war's. Das war das erste Mal, dass ich über einen Wechsel nachdachte, denn wenn man einen Anruf von Sir Alex Ferguson erhält, ist das für einen jungen Spieler etwas Erstaunliches. Das war ein besonderer Tag für mich."

Das Nonplusultra auf der Trainerposition hätte für Lewandowski jedoch ein anderes Gesicht. Könnte sich der 31-Jährige seinen Wunschtrainer zusammenstellen, wäre es eine Kombination zwischen Pep Guardiola und Jürgen Klopp.

Lewandowski schätzt einerseits Guardiolas taktische Vision und andererseits Klopps Management. "Es sind verschiedene Trainer, aber wenn man eine Mischung aus beiden macht, wäre es die Perfektion", sagt der 112-malige polnische Nationalspieler.

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Guardiola stärkte Lewandowski als Nummer neun

"Ich habe viel von Pep gelernt. Wir sprachen viel über Taktik, und das war für mich etwas Neues. Ich wusste, wenn ich für Guardiola mit seinem Verstand und seinen Ideen - über Taktik, über Stürmer - spielen könnte, dann wäre das gut für mich. Im modernen Fußball ist es sehr schwierig, ohne Stürmer zu spielen. Das habe ich seit ein paar Jahren nicht mehr gesehen."

Es gab eine Zeit, in der die traditionelle Nummer neun aus der Mode gekommen zu sein schien. Als Pep Guardiola zum FC Bayern kam, fragten sich Experten und Fans, ob er das Spielsystem weiter auf Lewandowski auslegen würde. Zweifler wurden schnell eines Besseren belehrt.

Lewandowski glaubt, dass der jetzige Trainer von Manchester City ihn zu einem intelligenteren Spieler gemacht hat.
"Als Pep zu Bayern München kam, dachte man, dass wir ohne eine Nummer neun spielen würden", sagt Lewandowski. "Für mich war das so: 'Vielleicht sollte ich versuchen, in einem anderen Stil zu spielen.'"

Lewandowski lernte sich anzupassen - und das bereits zuvor unter Klopp beim BVB. "Ich musste mich ändern. Das war unter Klopp. Er sagte mir, dass er manchmal nicht wisse, ob ich wütend oder glücklich sei. Niemand mag es, etwas an sich selbst zu ändern. Das war nicht leicht. Aber ich wusste, wenn ich ein besserer Spieler werden und den nächsten Schritt in meiner Karriere machen wollte, musste ich anfangen."

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Lewandowski denkt nicht ans Karriereende

An den "magischen" Fähigkeiten von Klopp zweifelte Lewandowski nie: "Er ist ein erstaunlicher Mensch. Es ist egal, was er sagt: Sie glauben ihm. Alles kommt aus dem Herzen", schwärmt der Pole vom 52-Jährigen.

Über sein Karriereende will Lewandowski noch keinen Gedanken verschwenden: "Ich will noch lange spielen", sagt er. "Ich fühle mich nicht 31 Jahre alt, und alles, was ich jetzt tue, dient dazu, mich für die nächsten fünf, sechs Jahre an der Spitze zu halten. Ich will kein Stürmer sein, der 90 Minuten im Strafraum auf den Ball wartet. Ich mag es nicht, während eines Spiels nur zehn Mal den Ball zu bekommen. Das reicht mir nicht, ich finde diese Spiele schwierig. Ich kann noch an allem arbeiten: Vielleicht aus der Distanz zu schießen."

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