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FC Bayern: Ryan Gravenberch und seine Stärken

Gravenberch: Einer wie Bellingham für Bayerns Hauptproblem

Ryan Gravenberch (r.) gewann in der abgelaufenen Saison mit Ajax Amsterdam den Meistertitel in den Niederlanden.
Image: Ryan Gravenberch (r.) gewann in der abgelaufenen Saison mit Ajax Amsterdam den Meistertitel in den Niederlanden.  © Imago

Mit Ryan Gravenberch steht der nächste Bayern-Neuzugang kurz vor der Verkündung. Trotz seines jungen Alters kann er dem Rekordmeister gleich mehrfach nutzen.

Es könnte in diesen Tagen beinahe untergehen. Aber abseits des Wirbels um Robert Lewandowski und der Verhandlungen um einen Wechsel von Sadio Mane ist der FC Bayern gerade dabei, einen anderen Transfer endgültig festzuzurren.

Ryan Gravenberch wurde in dieser Woche nach Sky Informationen für Medizincheck und Unterschrift in München erwartet. Eine Verkündung des zweiten Neuzugangs von Ajax Amsterdam nach Noussair Mazraoui steht also kurz bevor. Der 20-jährige Mittelfeldspieler soll einen Fünfjahresvertrag unterschreiben, 19 Millionen Euro plus Boni gehen als Ablösesumme an Ajax.

Dass Gravenberch sein Geld wert ist, ist unbestritten. Aus einer fußballverrückten Familie mit surinamischen Wurzeln stammend, trat er als Achtjähriger in die berühmte Ajax-Akademie ein. Im Alter von 16 Jahren und 130 Tagen feierte das Toptalent sein Debüt in der Eredivisie und löste damit Clarence Seedorf als jüngsten Ajax-Profi aller Zeiten ab. 72 Spiele hat er schon in der niederländischen Eredivisie absolviert und trug zehnmal das Trikot der niederländischen Nationalelf.

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Rettende Hilfe gegen gefährliche Ballverluste

Manch einer denkt jedoch, die Bayern hätten in anderen Mannschaftsteilen mehr Bedarf als im Mittelfeld, wo man mit Joshua Kimmich, Leon Goretzka und Jamal Musiala gleich drei deutsche Nationalspieler in seinen Reihen hat. Bei 37 Gegentoren scheint ein Neuzugang für die Abwehr sinnvoller, zumal mit Niklas Süle ein Innenverteidiger den Verein verließ.

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Meister-Stimmung in der Ajax-Kabine! Da werden schonmal brisante Transfer-News ausgeplaudert. Neben Noussair Mazraoui soll auch Ryan Gravenberch zum FC Bayern wechseln. Das bestätigte sein Teamkollege Kenneth Taylor nun vor laufender Kamera.

Dennoch könnte Gravenberch genau jener Spieler sein, der die für Bayern-Verhältnisse hohe Anzahl an Gegentoren etwas eindämmt. In der vergangenen Saison kassierten die Münchner immer wieder Treffer nach eigenen Ballverlusten, so auch bei den peinlichen Liga-Pleiten gegen Augsburg und Bochum sowie im DFB-Pokal gegen Mönchengladbach.

Gravenberch hat dank seiner Athletik die Fähigkeit, einen Gegenangriff mit robuster Zweikampfführung schnell zu unterbrechen. Im Optimalfall gibt es mit ihm auf der Acht aber auch weniger Ballverluste. Durch die Philosophie der Ajax-Akademie ist er seit frühester Jugend auf einen sicheren und überlegten Spielaufbau gepolt.

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Ähnlichkeit mit Jude Bellingham

Hauptziel der Verpflichtung ist jedoch die Ankurbelung des Münchner Angriffspiels. Gravenberch ist einer jener bei Trainern so beliebten Box-to-Box-Spieler, der durch Offensivdribblings Raum gewinnen kann. Nicht nur wegen seiner Statur vergleichen viele den 1,90 Meter-Mann schon mit Frank Rijkaard, Patrick Vieira oder Paul Pogba.

"Ryan ist wie eine Antilope, er hat ein unglaubliches Laufpensum und ist überall auf dem Platz zu finden", beschrieb ihn der frühere Schalke-Profi Youri Mulder in der Sport Bild.

Diese Laufstärke erinnert unweigerlich an Dortmunds Jude Bellingham, der mit insgesamt 335,71 Kilometern (10,83 pro 90 Minuten) in der abgelaufenen Saison die meisten Kilometer aller BVB-Akteure abgespult hat.

Wobei bei Bellingham das Besondere die vielen kurzen Sprints sind, die er anzieht und damit einen Tempowechsel ins Spiel bringt. Ein solcher Typus fehlt Trainer Julian Nagelsmann noch. Gravenberch könnte dem Bayern-Spiel eine andere Dynamik verleihen.

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Fehlende Torgefahr als Schwäche

Und für Sportvorstand Hasan Salihamidzic ist es von ökonomischem Interesse, einen sehr jungen Spieler im Kader zu haben, dessen Wert sich in den kommenden Jahren weiter steigern wird.

Einziges Manko Gravenberchs ist seine geringe Torgefahr. In 72 Erstliga-Spielen gelangen ihm nur sieben Treffer, in der vergangenen Saison waren es lediglich zwei. Einer davon war jedoch sehenswert. Mit einem 25-Meter-Hammer erzwang er in der Nachspielzeit gegen Cambuur-Leeuwarden den 3:3-Ausgleich.

Ein Mann für die wichtigen Tore ist Gravenberch also auch.

Mehr zum Autor Andreas Kloo

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