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FC Chelsea News: Druck auf Lampard wächst - Neuzugänge zünden nicht

Chelseas Kaufrausch folgt der Blues! Druck auf Lampard wächst

Simone Trost

09.01.2021 | 21:35 Uhr

Bei Chelsea um Coach Frank Lampard herrscht aktuell große Ratlosigkeit.
Image: Bei Chelsea um Coach Frank Lampard herrscht aktuell große Ratlosigkeit. © DPA pa

Die Anfangs-Euphorie mit einem gut gerüsteten Kader wieder im Konzert der Großen mitspielen zu können, ist beim FC Chelsea schnell verflogen. Die Neuverpflichtungen Timo Werner und Kai Havertz zünden nicht und der Druck auf Trainer Frank Lampard wächst. Haben die Blues bereits einen Nachfolger in der Hinterhand?

Die Aufbruchstimmung beim FC Chelsea im Sommer war groß: Mit Blues-Ikone Frank Lampard an vorderster Front und "seinem" Wunschkader wollten die Blues wieder im Konzert der Großen mitspielen.

Lampard bekommt Wunschkader

Lampard bastelte mit seinen Vorgesetzten um Chelsea-Direktorin und "Iron Lady" Marina Granovskaia am Blues-Kader der Zukunft, der Chelsea wieder zu altem Glanz verhelfen sollte.

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Timo Werner (Sturm), Kai Havertz, Hakim Ziyech (beide offensives Mittelfeld) und Ben Chilwell (Linksverteidiger) kamen für extrem viel Geld an die Stamford Bridge. Auch Brasiliens Haudegen Thiago Silva wurde ablösefrei von Paris Saint-Germain verpflichtet.

Für viele Experten galt Chelsea nach dem Kaufrausch im Sommer als ernsthafter Meisterschaftskandidat in der Premier League, denn auch der bestehende Kader hatte durchaus namhafte Akteure wie Christian Pulisic, Tammy Abraham, N'Golo Kante, Mason Mount oder Bayerns einstiges Transfer-Ziel Callum Hudson-Odoi zu bieten.

Chelsea: Top-Saisonstart, Absturz im Dezember

Top-Kader, top motiviert. Chelsea kam super aus dem Startblock. Im Oktober und November blieb das Team von Lampard sogar unbesiegt. Doch von der Anfangs-Euphorie ist nicht mehr viel übrig. Seit Mitte Dezember ist bei den Blues der Wurm drin. Unter anderem hagelte es gegen den FC Everton (0:1), FC Arsenal (1:3) und Manchester City (1:3) Pleiten, gegen Aston Villa stand nur ein 1:1 zu Buche.

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Premier League, 17. Spieltag: Chelsea kassierte zum Start ins neue Jahr gegen Manchester City ein bitteres 1:3, Mittelfeldspieler Gündogan traf dabei für die Gäste zur frühen Führung.

"Die Leistungen in den letzten Wochen waren schlecht. Ich habe die Spiele gesehen und sie waren nicht im Flow", erzählt United-Legende Gary Neville in seinem Podcast bei Sky UK. "Sie sehen nicht so aus, als hätten sie den richtigen Rhythmus im Spiel."

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Und der nicht vorhandene Spiel-Rhythmus spiegelt sich auch in Chelseas bitterer Bilanz wider: Nur Rang neun in der Premier League nach 17 Spieltagen mit 26 Punkten. Der Rückstand auf Titelverteidiger FC Liverpool und Manchester United beträgt bereits sieben Zähler.

"Ich war überrascht, wie gut sie in die Saison gestartet sind. Ich hatte gedacht, sie würden etwas länger brauchen, um in Tritt zu kommen", meint Sky Kommentator Florian Schmidt-Sommerfeld. "Ich hatte aber auch nicht gedacht, dass sie um Weihnachten herum so massive Probleme bekommen würden. Chelseas Dezember-Bilanz ist fast schon mehr die eines Absteigers als die eines Spitzenteams. Das ist schon ziemlich prekär."

Werner in der Kritik - Torflaute seit Anfang November

Ein Grund ist sicher, dass die Neuverpflichtungen bislang nicht gezündet haben. Vor allem Deutschlands Nationalspieler Timo Werner steht in der Kritik - auch bei Lampard selbst: "Ich denke, Timo hat uns heute nicht genug gegeben - mit und ohne Ball. Wir müssen ihm Zeit geben. Ich sage das sehr oft, weil es für ihn eine andere Liga ist. Aber es muss das schnell hinbekommen. Wir werden noch mit ihm reden", hatte Chelseas Coach nach der Pleite bei Arsenal Ende Dezember gesagt.

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Chelsea-Coach Frank Lampard kritisiert seinen Stürmer Timo Werner (Videolänge: 33 Sek.)

Werner war nach einer schwachen Vorstellung im Match bei den Gunners bereits zur Halbzeit ausgewechselt worden. Seit nunmehr neun Liga-Spielen wartet der Stürmer auf einen Treffer. Die letzte Bude des ehemaligen Leipzigers datiert vom 7. November 2020 beim 4:1 gegen Sheffield. In 17 Liga-Einsätzen kommt der 24-Jährige nur auf magere vier Tore und fünf Assists.

Zu seiner Durststrecke kam zu allem Überfluss noch sein Eckball-Fail beim Spiel gegen City hinzu. Werner wollte einen Eckball treten, verletzte sich allerdings bei der Ausführung an der Eckfahne.

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Timo Werner mit einer unglücklichen Eckball-Aktion bei der Chelsea-Pleite gegen City (Videolänge: 26 Sekunden).

Havertz nicht mehr erste Riege für Lampard

Auch bei Havertz bleibt die erhoffte Initialzündung noch aus (ein Tor, drei Assists). Der ehemalige Leverkusener kam in der Premier League zwar 15 Mal zum Einsatz. Zehn Mal stand er dabei in der Startformation, überzeugte dabei aber selten und hat seine Position im Lampard-System immer noch nicht gefunden. Die Folge: Der 21-Jährige zählte in den vergangenen vier Matches nicht mehr zur ersten Riege, kam vier Mal in Serie von der Bank und erhielt lediglich ein paar Einsatzminuten.

"Chelsea hat zwei absolute Schlüsselspieler aus der Bundesliga geholt, Havertz hatte keine Vorbereitung. Ich finde es total logisch, dass die Entwicklung der neuen Mannschaft dauert", meint Schmidt-Sommerfeld. Doch so lange?

Tuchel und Hasenhüttl auf Chelseas Shortlist?

Der Druck auf Lampard wächst. Er und seine Mannschaft müssen liefern. Das sieht auch Neville so: "Er muss das hier schnell in Ordnung bringen." Sonst heißt es für die Vereinslegende der Blues bald "bye, bye".

Für den Fall der Fälle haben sich die Chelsea-Verantwortlichen angeblich sogar schon gewappnet und bereits eine Shortlist mit möglichen Nachfolge-Kandidaten für die Vereinsikone zusammengestellt. Das berichtet die britische Tageszeitung The Independent. Auf dieser stehen demnach mit Thomas Tuchel und Ralph Hasenhüttl auch zwei ehemalige Bundesliga-Trainer. Hinzu kommen Massimiliano Allegri und Brendan Rodgers als "primäre Optionen", sollte Lampard seinen Hut nehmen müssen.

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"Lampard muss Team möglichst schnell aus Loch holen"

Chelsea sei aufgrund der schwachen Form der Mannschaft besorgt, sich aber auch bewusst, dass Lampard nach wie vor viel Kredit bei einem großen Teil der Anhängerschaft habe. Das sieht auch Schmidt-Sommerfeld so: "Ich glaube, dass Lampard schon noch Zeit bekommt. Er ist nach wie vor extrem beliebt. [...] Er muss die Mannschaft natürlich möglichst schnell aus diesem Loch herausholen."

Doch in einem Punkt ist sich der Sky Kommentator sicher: Ewig Zeit werde Lampard nicht mehr bekommen. Der Trainer muss das Ruder bei Chelsea schnell rumreißen, wenn er mit seinem Team wieder im Konzert der Großen mitspielen will.

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