FC Schalke 04 News: Kritik an Dimitrios Grammozis wächst
Fragwürdige Ausreden: Kritik an S04-Coach Grammozis wächst
24.08.2021 | 15:53 Uhr
Ein Debakel mit verheerenden Folgen: Der FC Schalke 04 hat mit dem blamablen Auftritt bei der 1:4-Niederlage in Regensburg viele alte Wunden aufgerissen. Die Kritik an Trainer Dimitrios Grammozis wächst.
Ideenlos, harmlos, blutleer, ohne Esprit und erkennbaren Willen - derart katastrophal präsentierte sich der FC Schalke 04 in der Abstiegs-Saison. Die vergangene Spielzeit hat viele Wunden im Verein und bei den Fans hinterlassen, doch vor allem der neue Sportdirektor Rouven Schröder hat es im Sommer mit einer viel gelobten Transferpolitik geschafft, eine zarte Aufbruchstimmung zu erzeugen. Nach nur vier Spieltagen ist aber schon wieder Ernüchterung rund um die Veltins-Arena eingekehrt. Die Fan-Wut ist zurück.
Das liegt in erster Linie nicht an der enttäuschenden Ausbeute von nur vier Punkten. Nach der großen Personalrochade (bislang 15 Zugänge/26 Abgänge) war allen bewusst, dass die komplett neu zusammengestellte Mannschaft Zeit benötigen wird. Da werden auch Rückschläge wie die Auftaktniederlage gegen den Hamburger SV (1:3) oder ein spätes Ausgleichstor von Aue (1:1) akzeptiert, wenn zumindest positive Ansätze zu erkennen sind. Was nicht gebilligt wird: Eine Leistung wie in Regensburg, die von den mitgereisten Anhängern dementsprechend mit wütenden Pfiffen quittiert wurde.
Erste Alarmsignale auf Schalke
Mit der peinlichen 1:4-Niederlage gegen den Überraschungs-Tabellenführer haben sich die Königsblauen viel kaputtgemacht, was sie sich zuvor so mühsam aufgebaut hatten. "Wenn eine ganze Mannschaft ohne Mentalität, Willen und Energie auftritt, dann ist das alarmierend", analysiert Sky Reporter Dirk große Schlarmann die Situation in Gelsenkirchen. Und weiter: "Das zerstört die Arbeit der vergangenen Monate." Das neue Schalke weckt alte Erinnerungen, die eigentlich der Vergangenheit angehören sollten.
Da ist es bezeichnend, dass drei der vier Gegentore aus ruhenden Bällen resultierten. Das Verteidigen von Standardsituationen war schon in der Abstiegs-Saison eine eklatante Schwäche. "Da sind Konzentration und Einstellung gefragt. Wenn diese Komponenten bei der kompletten Mannschaft nicht vorhanden sind, dann ist das ein erstes Alarmsignal", fasst große Schlarmann zusammen.
Vermehrt in den Fokus der Kritik rückt daher auch Trainer Dimitrios Grammozis. Die Zweifel an der Arbeit des 43-Jährigen, der ohnehin mit dem Malus des Abstiegs-Trainers in die neue Spielzeit gegangen ist, wachsen. "Eine Weiterentwicklung ist aktuell nicht zu erkennen", stellt große Schlarmann fest.
Grammozis mit fragwürdigen Ausreden
Grammozis' Spielidee wird schon seit längerer Zeit von einigen Fans kritisch beäugt, auch bei einigen Auswechslungen bewies er zuletzt kein glückliches Händchen. Dazu gibt er in der Öffentlichkeit mit vielen Phrasen und wenig überzeugenden Äußerungen ein unglückliches Bild ab - auch auf der Pressekonferenz nach dem Regensburg-Debakel.
Betonte er zunächst, dass er den großen personellen Umbruch nicht als Ausrede benutzen will, fügte er wenig später an: "Wir wissen, dass es keine einfache Saison wird. Wir hatten 30 Bewegungen in dieser Transferperiode. Das haben manche in vier Jahren." Eine Erklärung, die Schröder nicht als Entschuldigung für den Auftritt in der Oberpfalz gelten lassen will.
Schröder widerspricht Grammozis
Der Sportdirektor fordert stattdessen mehr Robustheit und eine bessere Körpersprache. "Das Spiel hat nichts mit der zusammengewürfelten Mannschaft zu tun. Wir hatten acht Neuzugänge in der Startformation, 13 im gesamten Kader. Das ist trotzdem kein Alibi für diesen Auftritt. Da erwarten wir natürlich mehr", sagte der 45-Jährige bei Sky.
Zumal Grammozis bereits früh in der Vorbereitung mit den Neuzugängen Simon Terodde, Reinhold Ranftl, Danny Latza, Victor Palsson, Marius Bülter, Marcin Kaminski sowie Thomas Ouwejan arbeiten und eine Achse aus erfahrenen und gestandenen Spielern aufbauen konnte (trotz der Verletzung von Kapitän Latza am ersten Spieltag). Ein Luxus im Vergleich mit der Lage des Mit-Absteigers Werder Bremen, der den Umbruch gerade erst eingeleitet hat.
Knackpunkt-Spiel für Grammozis
"Dieses Grundgerüst müsste eigentlich so tragend sein, dass so eine Leistung nicht passieren darf", meint große Schlarmann. Das Gegenteil war der Fall und die Verantwortlichen um Sportvorstand Peter Knäbel sowie Sportdirektor Rouven Schröder werden die Situation ganz genau beobachten. Einen "Schnellschuss" in Form eines Trainerwechsels erwartet große Schlarmann aber nicht. "Sie werden keine überstürzte Entscheidung treffen und versuchen, Ruhe zu bewahren."
Klart ist aber auch: Schalke steht bereits früh in der Saison ein Knackpunkt-Spiel bevor. Beim Heimspiel am kommenden Samstag gegen Fortuna Düsseldorf (20:30 Uhr live auf Sky) werden nach jetzigem Stand rund 25.000 Fans in der Veltins-Arena sein. Nichts anderes als eine Reaktion wird erwartet. Sollte diese ausbleiben, wird es ganz gefährlich - vor allem für Grammozis.
Alles zur 2. Bundesliga auf skysport.de:
Alle News & Infos zur 2. Bundesliga
Spielplan zur 2. Bundesliga
Ergebnisse zur 2. Bundesliga
Tabelle zur 2. Bundesliga
Videos zur 2. Bundesliga
Liveticker zur 2. Bundesliga
Alle weiteren wichtigen Nachrichten aus der Sportwelt gibt es im News Update nachzulesen.