FC Southampton bleibt vom 230-Millionen-Spiel ausgeschlossen - Einspruch abgelehnt
Der Einspruch vor dem Schiedsgericht war die letzte Chance für den Klub des deutschen Trainers Tonda Eckert, doch der wurde abgelehnt. Der Aufstieg ist nicht mehr möglich und Eckert steht vor dem Aus.
20.05.2026 | 23:28 Uhr
Der FC Southampton kämpft damit am Samstag (ab 17 Uhr LIVE und EXKLUSIV auf Sky Sport Premier League) nicht mehr um einen Platz in der kommenden Premier-League-Saison.
Der FC Southampton mit dem deutschen Trainer Tonda Eckert muss seinen Aufstiegstraum nach einer Niederlage vor dem Schiedsgericht im Zuge des Spionage-Skandals endgültig begraben. Die Beschwerde des Klubs gegen die Entscheidung der unabhängigen Disziplinarkommission hinsichtlich Verstößen gegen die EFL-Regularien sei abgewiesen worden, teilte die englische Fußball-Liga (EFL) mit.
Die ursprünglichen Sanktionen bleiben demnach bestehen. Der FC Southampton bleibt damit aus dem Playoff-Finale der Championship an diesem Wochenende ausgeschlossen, eine Rückkehr in die Premier League ist nicht mehr möglich. Darüber hinaus werden dem Verein vier Punkte abgezogen, die in der Tabelle der Championship-Saison 2026/27 berücksichtigt werden.
Die Entscheidung des Schiedsgerichts ist endgültig. Der FC Middlesbrough soll nun stattdessen im Playoff-Finale am Samstag gegen Hull City um den Aufstieg in die Premier League antreten.
Der deutsche Trainer Eckert hat trotz seiner starken Bilanz wohl keine Zukunft mehr in Southampton. Der frühere U21-Coach hatte das Team im November auf Platz 21 übernommen und dann sensationell bis auf Platz vier geführt. Zum direkten Aufstieg fehlen am Ende nur vier Punkte. Nun steht der 33-Jährige Medienberichten zufolge vor dem Rauswurf.
Mitarbeiter spionierte Trainingseinheit aus
In der Affäre, die in britischen Medien "Spygate" genannt wird, hatte eine unabhängige Kommission den Verein der Spionage für schuldig befunden. Southampton war von der EFL angeklagt worden, weil ein Mitarbeiter der Saints vor dem Playoff-Halbfinal-Sieg (2:1 n.V.) eine Trainingseinheit des Gegners FC Middlesbrough ausspioniert haben soll.
Southampton kritisiert Strafe als überzogen
Klub-Boss Phil Parsons räumte zwar ein, dass der Verein gegen die Regeln verstoßen habe und entschuldigte sich bei Fans und anderen Klubs. Gleichzeitig wetterte er gegen die Härte der Strafe.
Besonders verwies der Klub-Boss auf die finanziellen Folgen des Urteils. Parsons sprach von der womöglich härtesten Strafe in der Geschichte des englischen Fußballs. Southampton sei die Chance auf ein Spiel genommen worden, das mehr als 200 Millionen Pfund wert sei und für Spieler, Mitarbeiter und Fans enorme Bedeutung habe.
Southampton-Spieler prüfen rechtliche Schritte
Dem Verein droht wegen der Affäre obendrein noch interner Ärger. Laut einem Bericht von The Athletic prüfen viele Southampton-Profis nun rechtliche Schritte gegen ihren eigenen Klub. Demnach stehen sie im Austausch mit der Spielergewerkschaft PFA.
Hintergrund ist, dass Teile des Kaders nach dem Premier-League-Abstieg Gehaltskürzungen von bis zu 40 Prozent akzeptiert hatten, die im Falle des Wiederaufstiegs wieder aufgehoben würden. Außerdem soll es auch um einen Aufstiegsbonus von knapp 175.000 Euro (150.000 Pfund) gehen.
Das Southampton-Statement im Wortlaut:
Der Southampton Football Club wurde heute Abend darüber informiert, dass das Schiedsgericht der EFL die Anfang dieser Woche verhängten Sanktionen bestätigt hat. Infolgedessen wird der Verein nicht am Finale der Championship-Playoffs am Samstag teilnehmen.
Dies ist ein äußerst enttäuschendes Ergebnis für alle, die mit dem Southampton Football Club verbunden sind. Wir wissen, wie schmerzhaft dieser Moment für unsere Fans, Spieler, Mitarbeiter, kommerziellen Partner und die gesamte Gemeinschaft sein wird, die das Team während der gesamten Saison so tatkräftig unterstützt haben, und wir entschuldigen uns erneut bei allen, die davon betroffen sind.
Obwohl wir uns der Schwere dieser Angelegenheit und der darauf folgenden genauen Prüfung voll und ganz bewusst sind, war der Verein stets der Ansicht, dass die ursprüngliche sportliche Sanktion unverhältnismäßig war - eine Meinung, die in den letzten 24 Stunden von vielen in der Fußballgemeinschaft geteilt wurde.
Wir möchten unseren Fans unseren aufrichtigen Dank für die Unterstützung, Geduld und Loyalität aussprechen, die sie in dieser unglaublich schwierigen Zeit gezeigt haben. Wir werden so bald wie möglich Informationen zur Rückerstattung von Tickets für diejenigen veröffentlichen, die Karten für Wembley gekauft haben.
Der Southampton Football Club blickt auf eine stolze Geschichte und ein starkes Fundament zurück, doch es ist klar, dass das Vertrauen nun wieder aufgebaut werden muss. Diese Arbeit beginnt sofort. Der Verein wird die Ereignisse, die zu dieser Situation geführt haben, sorgfältig reflektieren, daraus lernen und die notwendigen Schritte unternehmen, um verantwortungsbewusst voranzuschreiten.
Auch wenn der heutige Abend ein schmerzhafter Moment ist, wird dieser Fußballverein mit Demut, Verantwortungsbewusstsein und Entschlossenheit reagieren, um die Dinge wieder in Ordnung zu bringen.
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