FC St. Pauli: Frühstart von Fragezeichen geplagt: Wie steht es um den FCSP?

Blitz-Saisonstart, große Ziele! Doch St. Pauli plagen Fragezeichen

Fabian Hürzeler (r.) und Co-Trainer Peter Nemeth stehen derzeit vor der Frage: Hat St. Pauli bis Saisonbeginn eine wettbewerbsfähige Einheit parat?
Image: Fabian Hürzeler (r.) und Co-Trainer Peter Nemeth haben bei St. Pauli derzeit mit Widrigkeiten zu kämpfen.  © Imago

St. Pauli hat eine bemerkenswerte Rückrunde hingelegt und nun als einer der ersten Profiklubs in Deutschland schon wieder mit dem Training begonnen. Die Kiezkicker haben Großes vor und wollen angreifen, doch sind bei aller Euphorie vor allem von vielen Fragezeichen geplagt.

Die Saison 2022/23 dürfte auf St. Pauli so schnell nicht in Vergessenheit geraten. Stand man noch am Ende der Hinrunde im düsteren Keller auf Rang 16, kletterten die Kiezkicker in der zweiten Saisonhälfte überschallartig nach oben.

Vor allem dank des neuen Trainers Fabian Hürzeler, der die Mannschaft umkrempelte und den Klub nach seiner Amtsübernahme im Dezember mit gerade einmal 29 Jahren raus aus der Abstiegs­zone hievte und die Fans sogar vom Auf­stieg träumen ließ.

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In der Hinrunde war St. Pauli noch im Abstiegskampf. Daraufhin folgte der Trainer-Rauswurf und es folgte Fabian Hürzeler. Die Ansprüche des jungen Coaches sind hoch - nur so sind auch die Erfolge in der Rückrunde zu erklären.

Trotz der zwischenzeitlichen Siegesserie von neun gewonnenen Partien (!) am Stück hat es für den ganz großen Coup am Ende nicht gereicht. Doch die Fans hatten Woche für Woche Anlass, ausgiebig zu jubeln und feiern. Genau das, was man auf St. Pauli eben am liebsten tut.

St. Pauli als erster Profiklub in der Vorbereitung

Den Schwung und das Momentum aus der Rückrunde wollen die Hamburger selbstredend unbedingt in die neue Saison mitnehmen. Die Mannschaft von Hürzeler hat Großes vor und ist deshalb bereits am Montagnachmittag (19.06.) - zusammen mit dem 1. FC Kaiserslautern - als erster Profiklub in Deutschland überhaupt in die Vorbereitung auf die neue Spielzeit gestartet. Von Donnerstag bis Samstag steht eine Reise nach Schottland und ein erstes Testspiel gegen den Zweitliga-Aufsteiger Dunfermline Athletic an.

Der FC St. Pauli will es wissen und setzt alles daran, bestmöglich vorbereitet in den Wettbewerb zu starten und den Traum vom Aufstieg in diesem Jahr perfekt zu machen. Doch es sind nicht nur Tugenden wie Angriffslust und Motivation, die rund um das Millerntor-Stadion herumschwirren. Hürzeler und Co. plagen vor allem viele Fragezeichen mit Blick auf die Vorbereitung. Auch deshalb beginnt man so derart früh mit den ersten Trainingseinheiten. Die Bosse müssen wissen, wie es um das Team bestellt ist. Denn St. Pauli rennt die Zeit davon.

Schmerzhafte Abgänge

Schon in knapp einem Monat ertönt der Pfiff zum Start des ersten Spieltags (28. Juli) der 2. Bundesliga. Bislang hat der FCSP neun Abgänge (darunter drei der vielleicht besten Spieler im Kader) zu verzeichnen, auf der anderen Seite kamen gerade einmal zwei neue Gesichter nach Hamburg.

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Kapitän und Leistungsträger Leart Paqarada wechselt zum 1. FC Köln, Igor Matanovic kehrt zurück zur Eintracht nach Frankfurt und auch Lukas Daschner wagt den Sprung ins Oberhaus zum VfL Bochum. Keeper Dennis Smarsch, Marcel Beifus, Christopher Avevor, Luca Zander, Jannes Wieckhoff und Franz Roggow verlassen ebenfalls den Verein. Zudem wird Betim Fazliji aller Voraussicht nach zum FC St. Gallen zurückkehren.

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St. Paulis Sportchef Andreas Bornemann spricht exklusiv mit Sky Reporter Sven Töllner über den verpassten Aufstieg bzw. Relegation, Trainer Fabian Hürzeler, die Transferpolitik im Klub und seine Zielsetzung.

Das wären zehn Abgänge gegenüber zwei einsamen Neuzugängen. Kiel-Routinier Hauke Wahl und Talent Philipp Treu aus der Freiburg-Jugend haben sich den Kiezkickern bislang neu angeschlossen. Auch Nachwuchs-Stürmer Bennet Winter (19) wurde zuletzt noch in den Profikader hochgezogen. Dennoch bleibt es eine beunruhigende Bilanz. Den Trainingsauftakt verpassen darüber hinaus Connor Metcalfe und Karol Mets aufgrund von Einsätzen für die Nationalmannschaft (Australien und Estland). Auch Fanliebling Jackson Irvine, Maurides, David Nemeth, Etienne Amenyido und Elias Saad sind allesamt noch nicht beim Training dabei. Grund hierfür sind anhaltende Verletzungen.

Hoffnung ruht auf Hürzeler

Die braun-weißen Sorgen sind groß. Der Klub wurde unverhofft in einen Kader-Umbruch getrieben, der nun binnen weniger Wochen gemeistert werden muss. Die Bosse sind dringend auf der Suche nach einem Paqarada-Ersatz und einem neuen Mittelstürmer. Die Frage, die sich allen Anhängern der Hamburger stellt: Hat St. Pauli bis Saisonbeginn eine wettbewerbsfähige Einheit parat?

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Hoffnung und Mut macht erwähnter Hürzeler. Auch im vergangenen Dezember wusste das Trainer-Talent mit Widrigkeiten und Problemen aller Art umzugehen. Der Coach scheint ein Händchen für brenzliche und ausweglos erscheinende Situationen zu haben. Zudem sind noch immer genug Spieler da, die den Hürzeler-Ball draufhaben und in den vergangenen Monaten perfektionieren konnten. Führungsspieler wie Irvine, Mittelfeld-Motor Eric Smith oder Edeltechniker Marcel Hartel dürften weitere mögliche Neuzugänge (die es sicherlich noch benötigt) schnell in die Taktik einweisen und in die Mannschaft integrieren.

Konkurrenz noch größer

Dennoch erscheinen die Umstände alles andere als optimal. Die Aufstiegshoffnungen sind weiterhin da - und das völlig zurecht - doch es darf nicht vergessen werden, dass mit den beiden Absteigern FC Schalke 04 und Hertha BSC zwei Schwergewichte in die Liga kommen, die den Wunsch des direkten Wiederaufstiegs in jedem Strang ihrer Klub-DNA tragen.

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St. Paulis Präsident Oke Göttlich spricht im exklusiven Sky Interview unter anderem über das Ziel der Top 25, Fabian Hürzeler, das wirtschaftliche Konzept der Hamburger und den gescheiterten Investoren-Einstieg in die DFL.

Außerdem wäre da noch der missliebige Nachbar, der "große" HSV, der durchaus überraschend zwei absolute Leistungsträger halten und mit Ex-Armine Guilherme Ramos einen begehrten Innenverteidiger verpflichten konnte. Das Projekt Aufstieg ist angesichts dieser Konkurrenz keineswegs ein leichtes für die Paulianer. Und es wird auch nicht leichter, denkt man an andere ambitionierte Zweitligisten, aus beispielsweise Düsseldorf oder Hannover, die sich ebenfalls Chancen auf einen der drei obersten Ränge ausrechnen.

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Mit dem Blitz-Saisonstart hat man ein Zeichen gesetzt. Angriffslust trifft derzeit jedoch beschwerliche Realität auf Sankt Pauli. Die vielen Fragezeichen gilt es nicht unbeantwortet zu lassen. Also: Wo geht die Reise in der nächsten Saison für die Kiezkicker hin?

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