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Manchester City scheitert an Tottenham

Gründe für Pep Guardiolas erneutes Scheitern in der Champions League

Lucia Hauck

30.04.2019 | 10:58 Uhr

Pep Guardiola ist wieder mal vor dem Finale aus der Königsklasse ausgeschieden.
Image: Pep Guardiola ist wieder mal vor dem Finale aus der Königsklasse ausgeschieden. © Getty

Auch im dritten Anlauf mit Manchester City ist für Pep Guardiola in der Champions League wieder einmal vorzeitig Schluss. Warum kann der Star-Coach trotz einer hunderte Millionen schweren Mannschaft nicht an seine Erfolge mit dem FC Barcelona anknüpfen? Sky Sport geht auf Ursachenforschung.

Trainer werden bekanntlich an Erfolgen gemessen - ein Trainer in der Größenordnung von Pep Guardiola an Champions-League-Titeln. Doch den großen Henkelpott hielt der Katalane zuletzt 2011 mit dem FC Barcelona in den Händen. Seither will es einfach nicht mehr klappen.

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Die letzten Sekunden zwischen Manchester City und Tottenham hatten es in sich (Video-Länge: 1:57 Min.).

Mit dem FC Bayern scheiterte er dreimal im Halbfinale, mit Manchester City war im ersten Versuch sogar bereits im Achtelfinale Schluss, anschließend war zweimal das Viertelfinale Endstation.

Einfach nur Pech oder steckt ein Muster hinter Guardiolas Misserfolgen in der Königsklasse? Sky Sport sucht nach Gründen:

Zu viele Gegentore

So furios die Abteilung Attacke der Skyblues auch wirbelt, hinten brennt es teilweise lichterloh. Durch die extrem offensive Ausrichtung bieten sich dem Gegner immer wieder Räume in Citys Defensive. Insgesamt vier Gegentore beim Viertelfinal-Aus gegen Tottenham, fünf in der Vorsaison gegen Liverpool und sogar sechs beim Achtelfinal-K.o. gegen Monaco 2017 sprechen eine deutliche Sprache.

"Das ist ihre Achillesferse", sagt Sky Experte Didi Hamann. Besonders in der Innenverteidigung fehle die Stabilität. Vincent Kompany ist mit 33 Jahren schon im Herbst seiner Karriere und Aymeric Laporte, der in zwei von drei Gegentoren im Rückspiel seine Aktien hatte, fehlt es auf internationalem Top-Niveau schlichtweg an individueller Klasse. "Man hat es nicht geschafft einen Innenverteidiger zu finden, der die Defensive zusammenhält", erklärt Hamann.

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Sky Experte Didi Hamann glaubt den Grund für Manchester Citys erneutes Scheitern in der Champions League zu kennen.

Fragwürdige Personalentscheidungen

Taktikfuchs Guardiola ist in Sachen Startaufstellung immer für Überraschungen gut, sorgt mit seinen Entscheidungen aber auch regelmäßig für Stirnrunzeln bei Fans und Experten.

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So ließ er in beiden Partien gegen Tottenham den zuletzt formstarken Leroy Sane auf der Bank. Der Nationalspieler war vor den beiden Duellen gegen Tottenham in der Königsklasse alleine an sieben Treffern beteiligt (vier Tore und drei Vorlagen).

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Auch Bayern-Fans wissen, davon ein Lied zu singen. Louis van Gaals Leitsatz "Müller spielt immer" ignorierte Guardiola in großen Spielen gekonnt, setzten den Offensivmann in seiner Blütezeit sowohl gegen Real (2014) als auch gegen Atletico (2016) jeweils im Halbfinal-Hinspiel auf die Bank. Beide Partien gingen mangels offensiver Durchschlagskraft mit 0:1 verloren.

Falsche Wechsel

Doch nicht nur bei der Startaufstellung, sondern auch bei der anschließenden Nachjustierung hatte der 48-Jährige in der Königsklasse nicht immer ein glückliches Händchen.

Jüngstes Beispiel: Nach der 4:2-Führung gegen die Spurs brachte Guardiola zur Absicherung den defensiven Fernandinho, schickte damit aber wohl das falsche Signal an die Mannschaft. Tottenham verkürze auf 4:3. Die Einwechslung von Sane in der 84. Minute kam schließlich zu spät.

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Champions League, Viertelfinal-Rückspiel: Der Pep-Fluch hält an: Das Starensemble von Manchester City ist nach einem völlig verrückten Spiel voller Rekorde bereits im Viertelfinale an Tottenham Hotspur gescheitert.

Generell schöpft der Star-Coach seine Wechselmöglichkeiten nicht immer aus und verpasst es so seiner Mannschaft neue Impulse zu geben. Bei Bayerns Rückspiel gegen Atletico (2016) verzichtete er zum Beispiel auf einen zweiten oder dritten Wechsel, brachte in der Schlussphase weder Mario Götze noch Thiago, um mit frischen Offensivkräften das notwendige 3:1 zu erzwingen.

Kein Lionel Messi

Zweimal gewann Guardiola mit dem FC Barcelona die Champions League - allerdings mit einer Mannschaft, die zu der Zeit Ihresgleichen suchte und mit Lionel Messi den wahrscheinlich besten Fußballer der Welt in ihren Reihen hat.

Hier ging die Offensivtaktik des Trainers voll auf. "Bei Barcelona haben sie mit offenem Visier spielen können, weil sie immer mehr Tore als der Gegner geschossen haben", erinnert Didi Hamann.

Vielleicht muss Guardiola also seine Spielphilosophie überdenken, damit es auch mal wieder mit dem ganz großen Coup klappt.

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Manchesters Trainer Pep Guardiola präsentiert sich als fairer Verlierer (Video-Länge: 0:58 Min.).

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