Hat Book seine Feuertaufe bestanden? Das Transferzeugnis des BVB!
Ethan Nwaneri, Giannis Konstantelias, Konstantinos Karetsas, und und und: Der BVB hat eine intensive Transferphase hinter sich. Wie ist diese zu bewerten?
03.09.2026 | 19:05 Uhr
Feuertaufe bestanden? Ole Book musste sich erstmals als Sportdirektor des BVB in einem wilden Transferfenster behaupten. Die beiden Sky Sport Reporter Patrick Berger und Jesco von Eichmann haben die vergangenen Wochen und Transferaktivitäten bewertet.
Den Transfersommer und Deadline-Day von Borussia Dortmund als turbulent zu bezeichnen, trifft es vermutlich ganz gut. Die Tatsache, dass die Schwarz-Gelben um Sportdirektor Ole Book am letzten Tag der Transferphase noch auf der Suche nach einer Verstärkung waren, hatte allerdings überwiegend mit Pech zu tun: Nach der schweren Verletzung von Neuzugang Giannis Konstantelias kristallisierte sich ziemlich schnell heraus, dass der BVB reagieren möchte. Mit der Verpflichtung von Ethan Nwaneri gelang den Klub-Verantwortlichen schließlich noch der gewünschte "Last-Minute-Transfer".
Doch wie ist sie nun zu bewerten, die zurückliegende Transferphase der Dortmunder und die damit verbundene Bewährungsprobe des neuen Sportdirektors Ole Book? Darüber und welche Namen der BVB noch bis kurz vor Schluss auf der Liste hatte, haben die Reporter Patrick Berger und Jesco von Eichmann in der aktuellen Folge des Sky Sport Podcasts Auffe Süd gesprochen.
Es war einer der großen Transfer-Coups des Deadline-Days: Der BVB konnte Nwaneri per einjähriger Leihe ohne Kaufoption vom FC Arsenal loseisen. "Er bringt eine Menge von dem mit, was dem BVB vielleicht noch gefehlt hat", erklärt von Eichmann in der aktuellen Podcastfolge. "Sie wollten ja eigentlich Said El Mala - Nwaneri ist jetzt eine Art 'El Mala light', eine super Ergänzung und genau das, was Dortmund nach dem Abgang von Karim Adeyemi gebraucht hat." Der BVB zahlt nach Sky Sport Informationen für die einjährige Leihe eine Gebühr an Arsenal und übernimmt gleichzeitig das komplette Gehalt des englischen U21-Nationalspielers. Das Gesamtpaket beläuft sich auf rund fünf Millionen Euro. Die Gunners sicherten sich jedoch eine Rückholoption - alle Infos gibt es hier!
Nwaneri ist dem BVB schon lange bekannt
Dass Book diesen Transfer schnell ins Auge fasste, kam dabei keineswegs überraschend. "Sebastian Kehl wollte ihn schon im vergangenen Sommer fest verpflichten und hat sich bereits mit dem Spieler getroffen", erzählt Berger. "Ein Jahr später kommt es zu dieser Notsituation und der BVB kann sozusagen in eine alte Schublade greifen." Der Linksfuß bringe "Tempo und Tiefe" mit und habe gewissermaßen Marcel Regula von Zaglebie Lubin ausgestochen. "Regula war nach seinem Nicht-Transfer sehr geknickt und enttäuscht - er war extra nicht beim Auswärtsspiel dabei und saß auf gepackten Koffern", sagt Berger und versichert: "Dieser Spieler wird trotzdem weiterhin Thema beim BVB bleiben."
Drei Spieler, die in Dortmund in diesem Sommer früher Thema waren und auch verpflichtet wurden, sind Joey Veerman, Konstantinos Karetsas und eben jener - schwer verletzte - Konstantelias. Darüber hinaus kamen mit Joane Gadou und Kaua Prates noch zwei vielversprechende Verteidiger. "Book hat mich mit seinen Transfers positiv überrascht", gibt Berger zu. "Sie passen zum BVB-Profil und machen die Mannschaft besser - das war wichtig." Dem pflichtete von Eichmann mit einer Einschränkung bei: "Ich sehe in jedem Transfer einen Sinn. Book muss sich aber am Ende daran messen lassen, ob die neuen Spieler funktionieren."
Transfer-Absagen brachten Book nicht aus dem Konzept
Immerhin bekamen die Verantwortlichen rund um den neuen Sportdirektor auch nicht jeden Spieler, der nach Sky Sport Informationen weit oben auf der Wunschliste stand. Neben El Mala fanden beispielsweise auch Kenneth Eichhorn oder Hector Fort nicht den Weg nach Dortmund. "Der BVB hatte aber auf alles Antworten", findet Berger. "48 Stunden nach dem geplatzten El-Mala-Transfer wurden Veerman und Konstantelias präsentiert." Heißt: Beim BVB ziehen alle an einem Strang und alle sind von der neuen und mutigen Book-Linie überzeugt.
Klar ist aber auch: Mit den Verpflichtungen des Sommers gehen die Borussen auch ein Risiko ein. Über 100 Millionen Euro an Ausgaben stehen zu Buche und in der Bilanz ein Minus von 21 Millionen Euro. Für von Eichmann ist dieser Weg aber folgerichtig: "Dass Topverdiener wie Niklas Süle oder Julian Brandt den Verein verlassen haben, hat natürlich Spielraum geschaffen. Andererseits musst du als europäischer Top-Klub schon zeigen, dass du auf dem Markt agieren kannst."
DFB-Spieler Leweling war Thema beim BVB
Bis zuletzt diskutierten die Bosse beim BVB auch einen möglichen Abgang von Fabio Silva. Der Stürmer aber wollte Berger zufolge letztendlich nicht wechseln. Doch allein die Möglichkeiten, die sich aus einem potenziellen Silva-Verkauf ergeben hätten, beweisen, dass Book seinen Blick nicht nur auf Rohdiamanten richtet, sondern auch gestandene deutsche Nationalspieler in Betracht gezogen hätte. "Book hat sich mit Jamie Leweling beschäftigt", verrät Berger und führt aus: "Niko Kovac hätte Leweling gerne in seiner Mannschaft gehabt - er würde auch passen mit seiner Vielseitigkeit, seinem Fleiß und seiner Zweikampfhärte."
Ob und inwieweit die Neuzugänge des BVB am Ende einschlagen werden, dürfte die Bewertung von Books erstem Transferfenster als Dortmund-Verantwortlicher natürlich entscheidend beeinflussen. Doch es hat sich gezeigt: Der 40-Jährige, der in Elversberg mit deutlich weniger Geld bereits gezaubert hat, handelt kreativ, flexibel und bei Bedarf sehr schnell, was der Deadline-Day-Deal um Nwaneri unterstreicht.
Aus diesem Grund sind sich Berger und von Eichmann bezüglich der Bookschen Transfernote schnell einig: 2+.
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