Hertha BSC: Mit Dardai-Power in ruhigere Fahrwasser und in die Bundesliga?

Mit voller Dardai-Kraft & Zweitliga-Erfahrung zum Restart

Pal Dardai kritisiert die Transfer-Politik der Hertha in den vergangenen Jahren.
Image: Gelingt Pal Dardai der direkte Wiederaufstieg mit der Hertha?  © Imago

Alles auf Anfang bei der Hertha. In der Hauptstadt versucht man sich nach turbulenten Jahren zu konsolidieren. Im Zentrum des Restarts: Drei Dardai-Brüder und ihr Papa.

Aller guten Dinge sind drei. So die Hoffnung der Hertha-Fans nach dem dritten Bundesliga-Abstieg seit 2009. Sowohl 2010/11 als auch 2012/13 gelang der Alten Damen als Meister der Unterklasse der direkte Wiederaufstieg. Den Anhängern der Hertha würden sicherlich auch der zweite oder dritte Platz am Ende der kommenden Saison genügen. Selbst das ist für das ehemalige Bundesliga-Schwergewicht nämlich ein schwieriges Unterfangen.

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Gelingt Hertha ein guter Start?

Mit dem FC Schalke 04 und dem Hamburger SV gibt es zwei Favoriten auf den direkten Aufstieg. Zudem werden auch der FC St. Pauli, Fortuna Düsseldorf, Hannover 96 oder auch der Karlsruher SC zum erweiterten Favoritenkreis gezählt. Das macht die Sache ungleich schwerer. Zumal die Hertha gleich am ersten Spieltag zur Fortuna reisen muss. Am dritten Spieltag wartet der HSV. Ein guter Start könnte der Katalysator für eine erfolgreiche Saison sein, ein schlechter dagegen schon früh aufs Gemüt schlagen.

In Berlin backt man deshalb vorerst kleine "Schrippen" und mag so recht noch kein Ziel ausgeben. "Grundsätzlich ist am Anfang der Saison immer schwierig zu bewerten, wo man genau steht", erklärt Hertha-Sportdirektor Benjamin Weber im Sky Interview. "Wir freuen uns auf den Start und wollen nicht sagen, dass es in die eine oder in die andere Richtung geht. Wie wollen gut in die Saison starten. Es geht dann darum die Spiele im Juli und August gut zu bestreiten. Dann werden wir sehen, wo wir stehen."

Aller guten Dinge sind jedoch nicht nur drei, was die Hoffnungen auf den dritten direkten Wiederaufstieg angeht, sondern auch die Engagements von Trainer Pal Dardai. Die Hertha-Ikone konnte zwar den Abstieg nicht verhindern, kennt aber die Gepflogenheiten in der Hauptstadt wie kein anderer und soll wieder einmal seiner alten Liebe aus der Patsche helfen.

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Pal Dardai und seine drei Söhne

Dabei dürfte vor allem hilfreich sein, dass er sich im Berliner Nachwuchs auskennt. Darauf wird beim Hertha-Restart aufgrund der klammen Kasse der Fokus liegen. Millionen-Ausgaben haben dem Klub zuletzt beinahe die Lizenz gekostet. Umso mehr wird man sich deshalb auf die Stärke des eigenen Unterbaus besinnen.

Drei die daraus hervorgewachsen sind, heißen Bence (17), Marton (21) und Palko (24). Sie sind nicht nur Nachwuchs der Hertha-Jugend sondern auch von Trainer Pal. Palkos Rückkehr vom FC Fehevar an die Spree wurde zu Beginn der Woche finalisiert.

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Der älteste Sohn soll die zuletzt lahme Offensive beleben. In 89 Einsätzen für Fehevar traf er immerhin 16 Mal und legte weitere 26 Treffer auf. Zudem debütierte der Rechtsaußen vergangenen Herbst für die ungarische Nationalmannschaft. Ob die drei Brüder das Gesicht der Hertha auch nur annähernd so prägen können wie ihr Vater, wird sich zeigen.

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Großer Umbruch im Kader

Sicher ist, dass das Gesicht des Berliner Sport-Clubs ein anderes sein wird. Maximilian Mittelstädt (VfB Stuttgart), Jessic Ngankam (Eintracht Frankfurt) und Lucas Tousart (Union Berlin) sind nur eine Auswahl derer, die ihr Glück nun bei anderen Vereinen suchen. Ex-Kapitän Marvin Plattenhardt, Anführer Kevin-Prince Boateng oder Allrounder Stevan Jovetic sind aktuell vereinslos. Leistungsträger wie Marc Oliver Kempf oder Marco Richter könnten noch gehen.

Dagegen konnte man sich mit Fabian Reese, Jeremy Dudziak, Toni Leistner oder Anderson Lucoqui gestandene Zweitliga-Profis ins Team holen. Letzterem gelang bereits zwei Mal der Aufstieg in die Bundesliga (mit Düsseldorf und Bielefeld). Ähnliches hat er mit der Hertha ebenfalls vor:

Weber sieht Hertha "gut vorbereitet"

"Keiner hier hätte etwas dagegen, wenn wir den Aufstieg schaffen. Aber im ersten Schritt muss es uns gelingen, eine gefestigte Mannschaft zu werden, die lebt und mit der sich die Fans identifizieren können. Wir müssen ein ekliger Gegner werden, zu dem kein anderes Team gerne reist - so schön Berlin auch ist", erklärte der 26-Jährige bei seiner Vorstellung.

Hinzu kommen vielversprechende Talente wie Marten Winkler oder Pascal Klemens. "Der Mix ist da", so Sportdirektor Benjamin Weber im exklusiven Interview mit Sky. Nun schaue man, ob man sich noch punktuell verstärken könne.

Und weiter: "Das Trainerteam macht einen richtig guten Job. Insofern ist klar, dass wir in den kommenden Wochen schauen werden, wo wir uns punktuell verstärken können. Wir sind gut vorbereitet."

Positive Testergebnisse

Die Vorbereitung verlief jedenfalls ordentlich. Gegen Eintracht Stahnsdorf (6:0), BFC Dynamo (2:0) und RWD Molenbeek (2:1) konnten Siege eingefahren werden, gegen Standard Lüttich reichte es für ein 1:1. Gegen die Young Boys aus Bern (0:2) und Royal Antwerpen (0:1) setzte es Niederlagen.

Weber ist zufrieden: "Es war eine kurze, kompakte Vorbereitung. Wir hatten gute Trainingseinheiten und Testspiele. Wir haben von unseren Mitgliedern und Fans bei den Testspielen und bei der Saisoneröffnung große Unterstützung erhalten", sagt er bei Sky.

Vorfall um Gersbeck sorgt für Unruhe

Wären da abseits des Platzes nicht der aufsehenerregende Vorfall rund um Marius Gersbeck und die hässlichen Beschimpfungen gegen Ex-Unioner und Neu-Herthaner Leistner gewesen, wäre es beinahe schon viel zu ruhig für die Hertha gelaufen.

Doch Leistner habe "ein dickes Fell", wie er gegenüber Sky erklärte. "Trotzdem muss ich alles auf dem Platz zeigen und die Meinung einiger Fans ändern. Dafür werde ich alles tun. Wer die Spiele sieht, weiß, dass ich alles reinknalle. Das war bei meinen vorherigen Vereinen genauso und das werde ich hier bei der Hertha auch tun".

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Der Routinier verpasste den Aufstieg mit dem HSV vor zwei Jahren trotz einer aussichtsreichen Ausgangsposition. Aufgrund eines Muskelbündelrisses musste er damals mit ansehen, wie der Klub sich aus den Aufstiegsrängen verabschiedete. Das sind Erfahrungen, die für die Hertha wichtig sein könnten.

Leistners dritter Versuch

"Ein großer Aspekt ist natürlich die Unerfahrenheit einer Mannschaft. Es ist schwierig mit meiner Mannschaft aufzusteigen, wenn nur wenige Spieler Erfahrungen im Aufstiegsrennen haben. Wir haben jetzt einige Jungs, die Aufstieg kennen", erklärt der 32-Jährige und vergleicht die Situation mit seinem Ex-Klub: "Beim HSV war es ein 'gefühltes HSV-Syndrom', sodass es ab dem 40. Punkt bergab ging. Der Druck wurde immer größer. Deswegen ist es möglicherweise noch nicht zum Aufstieg gekommen."

Auch er sei kein Garant für den Aufstieg, wie er gegenüber Sky erzählte: "Den genauen Schlüssel zum Aufstieg habe ich auch noch nicht gefunden, sonst würde ich diesen den Verantwortlichen mitteilen."

Dennoch sollen nach zwei fehlgeschlagenen Aufstiegsversuchen mit dem HSV und Union Berlin auch für Leistner diese Saison aller guten Dinge drei sein. Die Alte Dame würde es begrüßen.

Mehr zum Autor Max Georg Brand

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