Hertha BSC: Trotz der nächsten Niederlage will Hertha weiter auf Dardai setzen

Dardai befeuert Trainerdebatte erneut - Gerüchte um Nachfolger

Laut aktuellen Sky Informationen halten die Verantwortlichen von Hertha BSC weiter an Trainer Pal Dardai fest.
Image: Laut aktuellen Sky Informationen halten die Verantwortlichen von Hertha BSC weiter an Trainer Pal Dardai fest.  © Imago

Hertha BSC kassiert gegen den SC Freiburg den nächsten Rückschlag. Die Trainerdebatte nimmt in Berlin damit weiter an Fahrt auf, befeuert von Coach Pal Dardai höchstpersönlich. Hat die Alte Dame womöglich sogar schon einen Nachfolger?

Nach dem 0:6-Debakel in Leipzig konnte Hertha BSC auch an diesem Spieltag gegen den SC Freiburg keine Punkte mitnehmen. Eine Wiedergutmachung blieb aus - die Berliner hinken weiter den eigenen Ansprüchen hinterher. Die Verantwortlichen müssen nun schleunigst Klarheit in puncto Trainerfrage schaffen.

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Edin Terzic wird als möglicher Nachfolger von Pal Dardai bei Hertha BSC gehandelt. Sky Reporter Hannes Jakobi ordnet die Gerüchte ein (Video-Länge: 4:18 Minuten).

Sieben Spiele, fünf Niederlagen und ganze 20 Gegentore: Eine ernüchternde Zwischenbilanz für Hertha BSC. Die Berliner stecken damit schon früh in der neuen Spielzeit wieder im Tabellenkeller fest - der Fehlstart ist vollends perfekt. Dabei wollten die Hauptstädter nach dem krachenden 0:6 in Leipzig eigentlich einiges wiedergutmachen. Auch Geschäftsführer Fredi Bobic forderte gegen Freiburg eine andere Körpersprache. Er erwartete von der Mannschaft, "dass sie dagegenhalten kann und sich nicht durch einen Rückschlag, den es mal geben kann, ergibt".

Dafür beorderte Coach Pal Dardai die wieder genesenen Dedryck Boyata und Kevin-Prince Boateng in die Startelf, von Boateng erhoffte man sich mehr Lautstärke auf dem Feld. Und tatsächlich begann Hertha durchaus überzeugend. Mit Einzelaktionen und Standards tastete man sich langsam ins Spiel. Doch wie so häufig in diesen Wochen machten sich die Berliner auch am Samstag wieder das Leben selbst schwer: Nach einem Eckball setzte sich Philipp Lienhart in der 17. Spielminute relativ einfach gegen Davie Selke durch und erzielte per Kopf das 1:0.

Petersen bringt Hertha um die Punkte

Der Rückstand brachte der alten Dame selbstverständlich nicht unbedingt mehr Sicherheit - die lauter werdenden Pfiffe seitens der Fans taten dabei ihr Übriges. Bis zur Pause konnten die Berliner anschließend keine nennenswerten offensiven Akzente setzen - das letzte Drittel der gegnerischen Hälfte wurde nicht einmal betreten.

Dardai reagierte und hatte schon in der 64. Spielminute sein komplettes Wechselkontingent erschöpft. Trotzdem dauerte es bis zur 70. Minute, ehe sich Hertha ein allererstes Mal gut in die Hälfte der Breisgauer kombinieren konnte. Maximilian Mittelstädt bediente Stürmer Krzysztof Piatek in der Mitte: der mehr als erlösende Ausgleich. Bobics Forderung ging zumindest ansatzweise in Erfüllung - Hertha hatte gezeigt, dass man sich tatsächlich in Partien zurückkämpfen kann.

In der Folge zeigte man zudem deutlich mehr Leidenschaft - doch am Ende nimmt Hertha auch aus diesem Spiel keine Punkte mit. Weil Nils Petersen die fahrlässige Defensive Herthas bestraft hatte und die nun umkämpfte Partie mit einem sehenswerten Fallrückzieher zugunsten Freiburgs entschied.

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Defensive Fahrlässigkeit - Offensive Harmlosigkeit

Trainer Dardai, dessen Stuhl nun noch stärker als ohnehin schon wackeln dürfte, präsentierte sich nach dem Spiel ganz nach dem Motto 'gute Miene zum bösen Spiel': "Ich glaube die Mannschaft hat heute vernünftig gespielt. Zwei unnötige Tore bei diesen unsicheren Situationen. Das gehört zum Fußball."

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Zwei von insgesamt 20 Gegentoren. Keine Mannschaft der Bundesliga kassierte bislang mehr Treffer gegen sich - Herthas Defensive ist auf dem Rasen die vielleicht größte Baustelle und zog der Mannschaft in den vergangenen Wochen nur allzu oft den Stecker. Doch der Schuh drückt nicht nur in der Abwehr. Die Berliner kreieren offensiv nur wenige Chancen und zeigen sich über die 90 Minuten viel zu selten im letzten Drittel des Gegners. So auch gegen Freiburg.

Dardai befeuert Trainerdiskussion selbst

Die Verantwortlichen des Hauptstadt-Klubs müssen sich nun zwangsläufig die Frage stellen, wie es auf dem Trainerposten weitergehen soll. In den vergangenen Wochen kochte das Thema ohnehin immer wieder hoch - vor allem, weil Dardai sich selbst überraschend offen dazu äußerte. "Ich hänge nicht an meinem Sitz, ich helfe gerade aus", sagte der Ungar nach der klaren Pleite gegen Bayern: "Wahrscheinlich sucht Hertha BSC seit Langem nach einem großen Trainer. Pal ist ein kleiner Trainer, ein netter Trainer. Er hilft aus, so lange wie es sein soll."

Klar ist: Dieser Zustand des Aushilfstrainers tut der Mannschaft sowie dem Verein generell derzeit offensichtlich alles andere als gut. Hertha braucht Stabilität und Perspektive. Auch nach dem Spiel gegen Freiburg äußerte sich Dardai zu seiner Zukunft und nahm erneut kein Blatt über einen möglichen Rückzug vor den Mund: "Pal Dardai hat einen Einjahresvertrag. Pal Dardai erfüllt diesen Vertrag, aber wenn etwas stört, dann müssen sie das einfach sagen. Ich bin keine Last hier, ich arbeite immer leidenschaftlich und die Motivation ist da."

Sky Info: Hertha hält an Dardai fest

Bereits vor der Partie an diesem Wochenende gab es Gerüchte über ein mögliches "Do or die-Spiel" für Trainer Dardai. Doch nach aktuellen Sky Informationen wird der Ungar trotz der Niederlage vorerst weiter an der Seitenlinie der Berliner stehen - die Verantwortlichen setzen auf ihn. "Wir werden jetzt nicht in Panik verfallen", sagte Sportvorstand Fredi Bobic nach der Partie.

Sky Experte Lothar Matthäus glaubt allerdings, dass die Schonfrist für Dardai nicht lange halten wird. "Ich gehe nicht davon aus, dass es in den nächsten Tagen passieren wird, aber wenn dann nicht geliefert wird, wird man sich auch von einem verdienten Herthaner wie ihm trennen."

Möglicherweise haben die Berliner sogar schon einen Nachfolger an der Angel. "Man weiß, dass sich Fredi Bobic mit Edin Terzic getroffen hat", verrät Matthäus. Und Weiter: "Man wollte sich erkundigen, weil man vorbereitet sein will. Auch wenn Terzic zum jetzigen Zeitpunkt abgesagt hat, könnten diese Gespräche wieder aufgenommen werden."

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