HSV: Thomas Doll mit klarer Meinung zu den Machtspielen
HSV-Idol Doll mit Attacke auf ''kleine Lichter und Wichtigtuer''
23.07.2022 | 14:59 Uhr
Thomas Doll bereitet sich und seine Mannschaft gerade auf den Liga-Auftakt vor - 11000 Kilometer von Hamburg entfernt. Volle Konzentration auf Persija Jakarta und die erste Punktspiel-Bewährungsprobe auf Bali. Mit einem Ohr und einem Auge ist er aber immer auch bei seinem HSV - und vertritt klare Standpunkte!
Das Klub-Idol ist genervt davon, dass im Volkspark nach wie vor Zweitliga-Fußball auf dem Veranstaltungskalender steht - der Weg zurück in Liga 1 führt aus seiner Sicht über Kontinuität im sportlichen Bereich. ''Tim Walter und Jonas Boldt marschieren voran - und alle anderen sollten auf dem gleichen Weg mitmarschieren. Es piekt im Herzen, wenn man mitkriegt was da so abläuft," sagt Doll.
Machtspiele in der Führungsetage
Er meint die Machtspiele in der Führungsetage. ''Es ist eigentlich schade, dass sich das über die Jahre wiederholt. Leute benutzen den Verein, um sich ins Rampenlicht zu rücken, sich wichtiger zu nehmen als den großen HSV.''
Der Ex-HSV-Spieler und Trainer nennt keine Namen, macht aber deutlich, wem er die Fähigkeiten zutraut, den Klub wieder auf Kurs zu bringen: Tim Walter und Sportvorstand Jonas Boldt, der nach internen Auseinandersetzungen jüngst seinen Sportdirektor Michael Mutzel freigestellt hatte. Aus Dolls Sicht eine konsequente Entscheidung.
''Das sind kleine Lichter, die da rumlaufen und sich wichtigmachen. Die spielen überhaupt keine Rolle. Am Ende des Tages reicht das einfach nicht aus. Und es ist dann auch besser, sich von Leuten zu trennen, die dann so mitschwimmen, sich mal auf die eine und dann wieder auf die andere Seite schlagen, politisch werden und sich vom Trainer distanzieren. Die haben beim HSV nichts zu suchen.''
Im fünften Anlauf soll der Aufstieg endlich klappen
Mutzel hatte mit seinen internen Anregungen bei Tim Walter auf Granit gebissen und sich mit Boldt nach Unstimmigkeiten über seine Führungsqualitäten so heftig überworfen, dass es zur Trennung gekommen war, über deren Rechtmäßigkeit ab der kommenden Woche vor Gericht entschieden wird. Doll: ''Der HSV hat ja jetzt Schritte in die Wege geleitet, sich von dem einen oder anderen zu trennen - tschüs, gute Reise , aber bitte nicht mehr beim HSV. Wenn alle an einem Strang ziehen und nicht jeder sein eigenes Süppchen kocht, dann wird unser HSV auch wieder in der Bundesliga spielen.''
Im fünften Anlauf soll es klappen. Aber der Weg wird hart - denn den Strang, an dem alle gemeinsam ziehen könnten, müssten vor allem Boldt und dessen Vorstands-Kollege Thomas Wüstefeld zunächst mal klar definieren. Bislang haben die beiden Bosse darüber noch keine verlässliche Einigung erzielen können.