Im Schatten von Sane: Bundesliga gibt fast 600 Millionen aus
Borussia Dortmund & FC Bayern klotzen, kleinere Klubs kleckern
31.07.2019 | 16:05 Uhr
Borussia Dortmund und der FC Bayern geben dreistellige Millionenbeträge aus, Bayer Leverkusen bedient sich in Hoffenheim. Doch der große Knaller soll erst noch kommen.
Der Name Leroy Sane geistert weiter beim FC Bayern herum. Der deutsche Nationalspieler soll der Königstransfer des Rekordmeisters werden und jene Kritiker verstummen lassen, die die Personalplanung des Branchenprimus' als zu konservativ kritisieren. Die großen Kracher fehlen bislang (noch). Doch auch ohne Sane hat das bajuwarische Investitionsprogramm bereits eine vereinsinterne Rekordmarke erreicht.
Dortmund gibt mehr aus als Bayern
Knapp 120 Millionen Euro kostete das Trio um die beiden Weltmeister Lucas Hernandez und Benjamin Pavard sowie Jann-Fiete Arp. Noch ausgiebiger war bislang aber Borussia Dortmund auf dem Transfermarkt aktiv. Die Westfalen haben ihre Meisterschaftsambitionen klar formuliert, für fast 130 Millionen Euro bediente sich Dortmund vorrangig in der Bundesliga. Der entscheidende Mosaikstein auf dem Weg zur Schale soll der "verlorene Sohn" Mats Hummels sein, dessen Rückkehr aus München ein echter Coup war.
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"Wir fühlen uns mit dem Kader sehr wohl, halten aber die Augen offen für den Fall, dass es noch die Möglichkeit zum Optimieren gibt", hatte Sportdirektor Michael Zorc kurz nach dem Transfer gesagt. Abgänge soll es auf jeden Fall noch geben, der Kader ist mit über 30 Spielern viel zu groß.
Bundesliga investiert fast 600 Millionen
Bei der Verteilung der überschüssigen Spieler könnte die Stunde für die kleineren Vereine der Bundesliga schlagen. Dreistellige Millionenbeträge investieren? Für Klubs wie Aufsteiger SC Paderborn undenkbar. Bei den Ostwestfalen steht auf der Ausgabenseite sogar noch eine Null. Hier ist Kreativität gefragt. Ablösefreie Spieler aus den unteren Ligen sollen den sensationellen Klassenerhalt ermöglichen.
Fast 600 Millionen Euro haben die 18 Bundesligisten nach aktuellem Stand in Neuzugänge investiert, die Einnahmen belaufen sich auf rund 440 Millionen Euro. Mit Eintracht Frankfurt und der TSG Hoffenheim haben gleich zwei Klubs jeweils mehr als 100 Millionen Euro eingenommen. Die Kraichgauer haben mit Joelinton (Newcastle United), Nico Schulz (Dortmund) und Kerem Demirbay drei absolute Leistungsträger verloren.
Viele Vereine auf Transfereinnahmen angewiesen
Confed-Cup-Sieger Demirbay schloss sich Bayer Leverkusen an. Diesen Weg geht jetzt auch Nadiem Amiri. Der 22-Jährige unterschreibt bei Bayer 04 einen Vertrag bis 2024.
Alexander Rosen, Direktor Profifußball der TSG, sprach zuletzt von der "Zukunftsfähigkeit des Klubs" die entscheidend sei bei der Transferpolitik. Nur wenige Klubs in der Bundesliga können proaktiv Geld in den Transferkreislauf bringen. Der große Teil der Vereine muss hierfür Einnahmen durch Verkäufe generieren.
Diese Sorgen haben die Bayern nicht. Das "größte Investitionsprogramm, das der FC Bayern je hatte", versprach Präsident Uli Hoeneß im März. Die bisher ausgegebene Summe gibt dem wohl scheidenden Vereinsboss recht. Ein Sane-Transfer würde diesen Betrag aber noch einmal pulverisieren.