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Investor für die DFL? Fragen & Antworten zur Abstimmung

Fragen & Antworten zum Investoren-Deal

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DFL-Geschäftsführer Dr. Marc Lenz spricht über die getroffene Entscheidung der Klubs der Bundesliga und 2. Bundesliga für eine strategische Vermarktungspartnerschaft auf Liga-Ebene.

Friedliche Einigung oder großer Knall? Die Investorenfrage bei der DFL sorgte vor der Abstimmung am Montag für hitzige Diskussionen. Wie sieht der neue Plan aus und wo liegen die Schwachpunkte? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Was steht an?

Nachdem im Mai der Einstieg eines Investors in den deutschen Profifußball krachend gescheitert war und es in der Folge zu heftigen Verwerfungen kam, gab es am Montag einen zweiten Anlauf. Zu Wochenbeginn versammelten sich die Chefs der 36 Erst- und Zweitligisten in Frankfurt/Main, um erneut über ein Geschäft mit einem Geldgeber abzustimmen.

Wie kam es dazu?

Das Präsidium und der Aufsichtsrat der DFL haben jeweils mehrheitlich (nicht einstimmig) beschlossen, dass bei der Suche nach einem Geldgeber ein neuer Anlauf gemacht werden soll. Bei einem positiven Votum würden die beiden DFL-Geschäftsführer Marc Lenz und Steffen Merkel das Mandat erhalten, den Deal abzuschließen.

STIMMT AB!

Wie sieht der neue Plan aus?

Sechs bis neun Prozent der Anteile einer DFL-Tochtergesellschaft, in welche die kompletten Medienrechte ausgelagert werden, sollen für 20 Jahre verkauft werden. Dafür soll es zwischen 800 Millionen und einer Milliarde Euro geben. Im Idealfall gehen 600 Millionen an die DFL-Zentralverwaltung zur Weiterentwicklung des Geschäftsmodells (Digitalisierung, Streamingplattform, usw.). 300 Millionen erhalten gemäß dem gültigen Verteilerschlüssel die Klubs, um die zunächst entstehenden Medien-Mindereinnahmen auszugleichen. Mit den restlichen 100 Millionen soll ein Vergütungssystem geschaffen werden, das die Klubs belohnt, die zu Werbezwecken ins Ausland reisen.

Wer sind die möglichen Geldgeber?

Es soll vier Interessenten aus dem sogenannten "Private-Equity-Bereich" geben. Es handelt sich dabei um Kapitalbeteiligungsgesellschaften, die auf Beteiligungsformen spezialisiert sind. Die weltweit durch Private Equity verwalteten Vermögen belaufen sich auf mehrere Billionen Euro.

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Was ist die Vorgeschichte?

Der erste Versuch, einen Investor ins Boot zu holen, war gescheitert. Damals wurde die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit verfehlt. Der Plan sah vor, 12,5 Prozent der Anteile einer Tochtergesellschaft über 20 Jahre zu verkaufen. Zwei Milliarden Euro sollten erlöst werden. Das Modell war riskant, denn selbst bei einem moderaten Wachstum der Einnahmen (derzeit knapp 1,3 Milliarden pro Saison) wären 12,5 Prozent über zwei Jahrzehnte gesehen deutlich mehr als drei Milliarden gewesen - in Summe also erst einmal ein riesiges Verlustgeschäft.

Woran scheiterte der Deal damals?

Viele Klubs waren mit der Verteilung des Geldes nicht einverstanden. "Nur" 750 Millionen von den zwei Milliarden Euro sollten in die Zentralvermarktung und den Aufbau einer Streamingplattform gesteckt werden. Der Rest sollte über verschiedene Töpfe an die Klubs gehen. Die Gegner befürchteten die weitere Zementierung der sportlichen Kräfteverhältnisse und die Einflussnahme eines Geldgebers.

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Wie sah nun der Vorlauf aus?

Lenz und Merkel haben die Klubs bei mehreren Gesprächsrunden über die Pläne informiert. Dabei wurden "rote Linien" gezogen. Hoheitsrechte sollen nicht abgegeben werden. Es soll keine "Mitbestimmungsrechte eines Partners in Bezug auf Pflichtspiele im Ausland, Anstoßzeiten oder im Bereich der Spielplanung" geben. Und: "Nach Ablauf der zeitlich begrenzten Minderheitsbeteiligung würden die lizenzierten Rechte automatisch an den DFL e.V. zurückfallen."

Wo liegen die Schwachpunkte des Plans?

Der geplante Puffer von 300 Millionen Euro gleicht die Mindereinnahmen durch die prozentuale Abgabe an den Investor ungefähr drei Spielzeiten aus. Schon innerhalb dieses Zeitraums müssten die Einnahmen also gewaltig steigen - andernfalls droht zumindest vorübergehend erneut ein Verlustgeschäft. Zudem stellt sich die Frage, warum die Klubs die nötige Investitionssumme in Höhe von 600 Millionen Euro nicht aus eigenen Kräften bereitstellen können. Sollte die Summe über einen Zeitraum von drei Jahren investiert werden, wären das 200 Millionen Euro pro Jahr - also im Schnitt 5,55 Millionen Euro pro Klub und Jahr. Das erscheint machbar. Vor allem, da das Geld nicht pauschal, sondern anhand des Verteilerschlüssel eingezogen würde. Dann müssten die Großen mehr, die Kleinen weniger bereitstellen.

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Warum wollen die DFL-Bosse diese "Binnenfinanzierung nicht?

Merkel hält diesen Weg nicht für mehrheitsfähig. "Eine Binnenfinanzierung würde deutlich höhere Abgaben der Klubs an die DFL bedeuten", sagte Merkel: "Das würde die finanziellen Mittel aller Vereine reduzieren, also die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten beschränken und im Endeffekt womöglich auch die Wettbewerbsfähigkeit reduzieren." Im Klartext heißt das: Die Etats sind derart auf Kante genäht, dass sie sich selbst Abgaben im kleinen Millionenbereich nicht leisten können.

Wie geht es aus?

Diesmal sieht es mit Blick auf die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit besser aus, da der neue Plan keine Verteilung von frischem Geld an die Klubs vorsieht. Kritik hinsichtlich der weiteren Zementierung der Kräfteverhältnisse kann nicht aufkommen. Laut einer kicker-Umfrage ist die Abstimmung dennoch offen. 13 Klubs bekennen sich inzwischen zu ihrer Zustimmung. 15 Vereine machten keine Angaben, zwei Klubs (Köln, Freiburg) teilten ihre Ablehnung mit, ein Verein (Osnabrück) will sich enthalten.

SID

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