Ismael stärkt Löw im Interview mit Sky den Rücken
Deutschland nur in der "Ergebnis-Krise"?
16.10.2018 | 20:10 Uhr
Im Interview mit Sky Sport News HD hat Valerien Ismael sich zur aktuellen Lage der Deutschen Nationalmannschaft geäußert.
Vor dem Nations-League-Duell zwischen Frankreich und Deutschland (ab 19:00 Uhr im Liveblog auf skysport.de), dem Weltmeister und dem Gruppenletzten, müssten die Rollen eigentlich klar verteilt sein. Valerien Ismael, der in der Bundesliga zuletzt den VfL Wolfsburg coachte, glaubt allerdings an eine offene Partie.
"Eine 50:50-Angelegenheit"
"Deutschland steckt in einer Ergebnis-Krise. Die Franzosen sind Favorit, aber am Ende ist es eine 50:50-Angelegenheit. Deutschland bleibt immer noch Deutschland. Mit einem Sieg haben beide vier Punkte", erinnert der Deutsch-Franzose.
Auch wenn vieles beim DFB-Team im Argen liegt, stellt sich der 43-Jährige vor seinen Trainerkollegen Joachim Löw und ruft zu mehr Respekt auf: "Ich kann die Diskussion über die Nationaltrainer nicht nachvollziehen. Löw hat über zehn Jahre bewiesen, dass er gute Arbeit leistet. Er hat es verdient, auch mal in Ruhe gelassen zu werden und in Ruhe arbeiten zu können."
Der Zusammenhalt fehlt
Er ruft die Spieler in die Pflicht, die als Profis ihre Leistungen auf den Platz bringen müssen. Das größte Problem sieht Ismael derzeit im Zusammenspiel des Teams, dem momentan "der Zusammenhalt fehlt". Spielerisch ist die DFB-Elf nicht auf dem Niveau, das Frankreich derzeit in Form von Spielern wie Kylian Mbappe erreicht.
Der Angriff der Deutschen ist zwar mit temporeichen Spielern gespickt, die regelmäßig Potential für mehr offenbaren, doch gerade Defensiv sieht der Trainer ein Qualitätsproblem.
Die ewige Baustelle
"Auf der Position der rechten und linken Verteidigung hat man eine ewige Baustelle - und das wird immer schlimmer", meint Ismael und mahnt zur Vorsicht: "Man darf auf Dauer nicht nur Innenverteidiger dort spielen lassen. Es gibt Positionen, da braucht man einfach Spezialisten, die verteidigen können, aber Tempo und Technik für Flanken haben."
An solchen Spielern mangelt es derzeit im DFB-Team, das auf den Außenpositionen zuletzt auf Zweitligist Jonas Hektor vom 1.FC Köln und Matthias Ginter, seines Zeichens Innenverteidiger bei Borussia Mönchengladbach, vertraut hatte.
Schulz, Plattenhardt oder doch Max?
Stark diskutierte Optionen sind derweil Philipp Max, der in Augsburg einen guten Job macht. Diesen sieht Löw momentan noch hinter dem nominierten Nico Schulz, der zwar mitgereist, aber noch ohne Nations-League-Einsatz ist.
Auch Marvin Plattenhardt, der lange Zeit als große Hoffnung galt, genießt nicht mehr das Vertrauen des Bundestrainers und wurde zu Hause gelassen.
Aus all diesen Gründen glaubt Ismael an einen Sieg des Weltmeisters: "Mein Tipp: 2:1 für Frankreich!"