Jürgen Klopp stellt ersten DFB-Kader vor: Fragen & Antworten zur Nominierung
Jürgen Klopp gibt am Donnerstag seinen ersten Kader als Bundestrainer bekannt. Für die Nations-League-Spiele gegen die Niederlande, Griechenland und Serbien werden mehrere personelle Überraschungen erwartet.
15.09.2026 | 12:03 Uhr
Nach der WM-Enttäuschung beginnt beim DFB eine neue Ära. Klopp könnte neben etablierten Nationalspielern auch zahlreiche junge Talente und formstarke Bundesliga-Profis berufen.
Jürgen Klopp legt richtig los. Seine Deutschlandreise quer durch die Stadien und einen Telefon-Marathon hat er hinter sich - am Donnerstag wird der neue Bundestrainer in Frankfurt/Main seinen ersten Kader vorstellen. Sky Sport stellt und beantwortet vorab die wichtigsten Fragen.
Wer sind die Gegner?
Klopp beruft seinen Kader für vier Spiele. Sein Debüt wird das Nations-League-Duell mit dem Erzrivalen Niederlande in Amsterdam am 24. September. Es folgen die Heimspiele in der Nationenliga gegen Griechenland in Augsburg (27. September) und Serbien in München (1. Oktober). Abschluss der Maßnahme wird die Reise ins griechische Thessaloniki zum Rückspiel (4. Oktober).
Kommt jetzt die Klopp-Revolution?
Bestenfalls gibt es frischen Wind in verkrusteten Strukturen. Klopp wird den deutschen Fußballfans zeigen wollen, dass er nach der neuerlichen WM-Blamage unter Julian Nagelsmann neue Ideen, Ansätze und Spieler mitbringt. Dementsprechend wird es Überraschungen geben. "Wir haben unglaublich viel Talent. Wir sind bei der U17 Welt- und Europameister geworden", hat Klopp gesagt: "Die müssten jetzt 20 sein. Jetzt, mit Führerschein, können wir sie gebrauchen." Klopp spricht von 57 Feldspielern mit DFB-Potenzial.
Wie groß wird sein Kader?
Der neue Bundestrainer könnte auf einen XXL-Kader setzen. Klopp will sich von möglichst vielen Kandidaten schnell ein Bild machen - das Problem allerdings: Er darf für jedes der vier Nations-League-Duelle in der ungewöhnlich langen Abstellungsperiode nur 20 Feldspieler und drei Torhüter nominieren. Zwischen den Spielen darf er wechseln, wie er will.
Wie geht es den WM-Verletzten und weiteren Angeschlagenen
Nico Schlotterbeck hat am Samstag nach 84 Tagen ein sehr gutes Startelf-Comeback für Borussia Dortmund gegeben, Jamal Musiala spielt nach seinem Doppel-Kollaps auch wieder und traf in der Champions League. Lennart Karl ist ebenfalls zurück. Serge Gnabry (nach Adduktorenausriss im April) und Angelo Stiller (Knieprellung) sind fraglich, Assan Ouedraogo fällt aus.
Wer wird im Tor stehen?
Die wohl spannendste Position, denn sie ist völlig offen. Jonas Urbig, bei der WM schon als Trainingstorhüter dabei, wird beim FC Bayern noch im Jobsharing von Manuel Neuer blockiert. Oliver Baumann ist 36 und kein Mann der Zukunft. Loris Karius hat sich bei Schalke 04 aufgedrängt, auch altbekannte Namen wie Alexander Nübel (inzwischen bei Besiktas Istanbul), Marc-Andre ter Stegen (Ajax Amsterdam) oder Noah Atubolu (neuerdings Eintracht Frankfurt) sind in der Verlosung. Eine klare Nummer eins ist noch nicht in Sicht.
Wer fehlt aus dem WM-Kader?
Neuer und Antonio Rüdiger haben ihre Nationalmannschaftskarriere beendet. Auch auf Leon Goretzka, der sich schon vor seinem Debüt für Aston Villa verletzt hat, wird Klopp wohl verzichten, Nick Woltemade hat bei Juventus große Probleme. Leroy Sane wartet auf sein erstes Saisontor für Galatasaray Istanbul, Deniz Undav auf das erste Pflichtspieltor für Stuttgart. Dennoch wird der Kaderstamm aus WM-Fahrern gebildet werden, das hat Klopp angedeutet: Deutschland habe in Nordamerika viele gute Spieler gehabt, die aber nicht gut spielten. Dies zu ändern, ist seine Aufgabe.
Wie werden Taktik und Spielstil aussehen?
Gegenpressing und der legendäre Überfallfußball werden prägend sein. Klopp spricht von einer "stabilen Formation", einer "klaren Idee". Er ist bekannt dafür, dass auch Spieler ohne Weltklasse in sein System "einklicken", wenn die Abläufe perfekt sitzen.