Jupp Heynckes trauert um verstorbenen Peter Hermann: "Brüder im Geiste“
Jupp Heynckes hat sich nach dem Tod von Peter Hermann emotional von seinem langjährigen Co-Trainer verabschiedet. Der Erfolgstrainer bezeichnete Hermann als „loyalen Partner auf Augenhöhe“ und als Menschen, mit dem ihn weit mehr als nur Fußball verband.
21.09.2026 | 22:51 Uhr
Über Jahre bildeten Heynckes und Hermann eines der erfolgreichsten Trainer-Duos im deutschen Fußball. Nach dem Tod seines engen Vertrauten erinnerte der 81-Jährige nun an eine außergewöhnliche Freundschaft, die bis zuletzt Bestand hatte.
Jupp Heynckes hat mit großer Bestürzung auf den Tod seines langjährigen Freundes und Wegbegleiters Peter Hermann reagiert. In einem emotionalen Gastbeitrag für den kicker bezeichnete der 81-Jährige seinen "ewigen" Co-Trainer als "stets loyalen Partner auf Augenhöhe". Heynckes und Hermann seien "Brüder im Geiste" gewesen, nie habe es "Dissonanzen oder gar Streit" zwischen den beiden gegeben.
Hermann war am Samstag im Alter von 74 Jahren verstorben. Er litt an der Nervenkrankheit ALS. Heynckes erfuhr die traurige Nachricht vom Tod seines Freundes von dessen Tochter Rebecca. "Meine Frau Iris und ich saßen am Tisch und konnten unsere Tränen nicht mehr aufhalten. Das menschliche Vokabular bietet für solche Situationen nicht die passenden Worte, um auszudrücken, wie uns dieser Verlust getroffen hat", schrieb Heynckes: "Peters Lebensinhalt bildeten die Familie und der Fußball. Seine Frau Barbara und seine Lieben haben sich rührend um ihn gekümmert, rund um die Uhr. Als er in seinen letzten Monaten nicht mehr allein sein konnte, war immer ein Familienmitglied in seiner Nähe."
"Im Auto bitterlich geweint"
Auch nachdem Hermann die schlimme Diagnose erhalten hatte, hielten er und Heynckes den Kontakt aufrecht. Zum letzten Mal habe Heynckes seinen Freund vor etwa drei Monaten besucht. Da "konnte er kaum noch sprechen. Sein Schwiegersohn half bei der Konversation, weil ich Peter kaum mehr verstehen konnte", berichtete Heynckes: "Auf der Heimfahrt habe ich, das Bild meines so schrecklich gezeichneten Freundes vor Augen, im Auto bitterlich geweint."
Fortan hätten die beiden den Kontakt auf Textnachrichten beschränkt. "Peter selbst hat sein schlimmes Schicksal nie beklagt", so Heynckes. Die beiden hatten von 2009 bis 2011 in Leverkusen sowie von 2011 bis 2013 in München zusammengearbeitet. Beim FC Bayern gab es noch ein weiteres gemeinsames Dreivierteljahr 2017/18. 2013 gewannen sie das Triple.
"Peter zeichnete ein Fußballwissen wie nur ganz wenige aus, er hatte in Zeiten, da es noch keine Datenbanken gab, alles in seinem Kopf gespeichert. Seine Anmerkungen waren fachlich fundiert, in seiner Arbeit war er fleißig und gewissenhaft", so Heynckes: "Die Spieler haben Peter nicht nur gemocht, sie haben ihn geliebt, weil er so empathisch und sympathisch, weil er so still und leise, so uneitel, einfach liebenswert war. Peter war wichtig, ohne sich wichtig zu nehmen."
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