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Juventus und Ronaldo scheitern in der Champions League gegen Porto

"Unverzeihlich!" CR7 nach CL-Aus im Kreuzfeuer der Kritik

Nico Ditter

10.03.2021 | 23:02 Uhr

Juventus ist mit Cristiano Ronaldo erneut in der Champions League gescheitert
Image: Juventus ist mit Cristiano Ronaldo erneut in der Champions League gescheitert  © DPA pa

Wieder ein frühes Aus in der Champions League. Der Traum vom ersten Henkelpott seit 1996 ist erneut zerplatzt. Superstar Cristiano Ronaldo gerät nach seinen blassen Vorstellung ins Kreuzfeuer.

Wieder einmal steht Juventus in der Champions League mit leeren Händen da. Wieder einmal ist das Team um Superstar Cristiano Ronaldo vorzeitig ausgeschieden. Wie im vergangenen Jahr kam das Aus im Achtelfinale.

Trotz langer Überzahl musste sich Juventus Turin am Dienstagabend dem FC Porto nach Verlängerung aufgrund der Auswärtstorregel geschlagen geben. CR7 blieb gegen seinen Kumpel und ehemaligen Teamkollegen Pepe in beiden Spielen blass.

Vernichtendes Urteil

Die italienischen Zeitungen kennen nach dem desaströsen Aus keine Gnade: "Juventus floppt wieder einmal mit Ronaldo. Jetzt muss sich Agnelli (Juve-Präsident, Anm. d. Red.) entscheiden" schreibt die Gazzetta dello Sport. Demnach würde Ronaldo nun nach seiner schwachen Vorstellung erneut angezählt werden.

Auch der ehemalige Juve-Coach Fabio Capello ärgerte sich über den 36-Jährigen, kritisierte Ronaldos Abwehrverhalten vor dem spielentscheidenden 2:2. Der Stürmer wollte den Freistoß von Sergio Olivera mit dem Rücken abwehren, hob das Bein und wurde getunnelt. Der Ball schlug unhaltbar im Netz ein. "Dieser Fehler ist unverzeihlich. Damals haben sie Spieler für die Mauer ausgewählt, die keine Angst vor dem Ball haben", meinte Capello bei Sky Sport Italia.

Andrea Pirlo nahm seinen Superstar nach dem Spiel jedoch in Schutz. "Selbst Champions wie Ronaldo schaffen nicht jeden Tag eine Glanztat", sagte der Juve-Trainer auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.

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Juve-Trainer Andrea Pirlo nimmt seinen kritisierten Superstar Cristiano Ronaldo nach dem CL-Aus gegen Porto in Schutz. (Länge: 29 Sekunden)

Dennoch gilt festzuhalten: Juventus ist mit Ronaldo erneut krachend gescheitert. Dabei wurde CR7 im Juli 2018 für die Rekordablösesumme von 117 Millionen Euro verpflichtet, um den großen Wurf zu landen und endlich den Henkelpott wieder nach Turin zu holen. Doch das Ziel wurde verfehlt: in den drei Jahren mit CR7 kam die Alte Dame nie über das Viertelfinale hinaus. Die italienischen Medien sprechen nach dem erneuten Ausscheiden gar vom "Fluch von Juve."

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"Der Albtraum ist zurück"

Bereits in der vergangenen Saison war Juventus in der Runde der Letzten 16 gescheitert. Damals schied der Rekordmeister der Serie A trotz zweier Tore Ronaldos gegen Olympique Lyon aus. 2019 setzte es das Aus gegen Ajax Amsterdam. Mannschaften, die das Starensemble von Juventus eigentlich aus dem Weg räumen muss - genau wie Porto.

"Der Albtraum ist zurück. Der Schmerz ist unerträglich. Hier kommt das starke Gefühl des saisonalen Versagens", titelt Corriere dello Sport. Die Champions League sei für die Turiner verhext.

Eine Saison zum Vergessen?

Doch auch im alltäglichen Ligabetrieb hinkt Juventus den Erwartungen meilenweit hinterher, steht mit zehn Punkten Rückstand hinter Tabellenführer Inter Mailand gerade einmal auf dem dritten Platz der Serie A und droht die Meisterschaft zum ersten Mal seit 2011 zu verpassen.

Folglich gerät auch der Trainer vermehrt in die Kritik: "Pirlo trägt eine Verantwortung, die für seine Erfahrung und seine Kenntnisse zu groß ist", urteilt die Gazzetta dello Sport. Es droht eine Saison zum Vergessen. Sollte Italiens Rekordmeister auch noch das Finale der Coppa Italia gegen Atalanta Bergamo um Nationalspieler Robin Gosens verlieren, wäre ein personeller Umbruch im Sommer wohl unabdingbar.

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Juve-Aktie im freien Fall

Auch am Aktienmarkt ist die Juve-Krise spürbar. Das Papier büßte im frühen Handel an der Mailänder Börse über sechs Prozent ein und wurde nur noch mit 0,81 Euro notiert. Die Aktie ist zuletzt am 3. Februar auf ein Rekord-Tief von 79 Cent abgerutscht.

Und Ronaldo? Eine Karriere als Schauspieler, ein weiteres Jahr in Turin oder doch die Reise in die MLS? Sky Experte Dietmar Hamann hat sich im Sky Studio über die mögliche Zukunft des Superstars geäußert und dabei für den ein oder anderen Lacher gesorgt.

Fakt ist: In der kommenden Saison geht er in sein letztes Vertragsjahr. Dann wird der portugiesische Superstar im Alter von 37 Jahren noch einmal die Chance bekommen, mit Juventus um den Henkelpott zu spielen. Es könnte seine Letzte sein.

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