FC Metz steht vor erneutem Absturz in die Ligue 2
Vermutlich in jedem Land gibt es Klubs, die zu gut für die eine, aber zu schwach für die andere Liga sind. Ein französischer Erstligist stellt dabei wohl alle europäischen Fahrstuhlmannschaften in den Schatten.
14.02.2026 | 08:56 Uhr
Erst im Sommer war der FC Metz wieder in die Ligue 1 zurückgekehrt. Nun droht ein erneuter Absturz in die Zweitklassigkeit.
Von Louis Möldner
Es ist die Geschichte eines rekordverdächtigen Auf und Abs.
34 Jahre lang war der FC Metz fester Bestandteil der Ligue 1, im Sommer 2001 endete diese beeindruckende Serie. Für den französischen Traditionsverein begann eine wilde Achterbahnfahrt. Seitdem benötigen die Fans der Lothringer ein ganz besonders starkes Nervenkostüm.
Fall bis in die Drittklassigkeit
Sieben mal ging der Fahrstuhl anschließend nach unten, in acht Fällen fuhr er wieder nach oben. Zwischenzeitlich war der Pokalsieger von 1984 und 1988 gar bis in die Drittklassigkeit abgestürzt. Ruhe kehrte quasi nie ein. Der FCM pendelte stets zwischen dem Tal der Tränen und kollektivem Freudentaumel.
Zu stark für Ligue 2, zu schwach für die Ligue 1
Elf der vergangenen 14 Spielzeiten endeten für "Les Grenats" (deutsch: Die Granatroten) mit einem Auf- oder Abstieg, lediglich zwischen 2008 und 2011 spielten sie drei Jahre lang in der zweiten Liga. Die Ostfranzosen sind offensichtlich zu stark für die Ligue 2, aber dann doch zu schwach für die nationale Eliteklasse. Erst im vergangenen Sommer lagen sich die leidgeprüften Fans nach dem fixen Wiederaufstieg zuletzt in den Armen.
Dramatischer Aufstieg in der Relegation
Als Tabellendritter trudelte der Verein ins Ziel ein. In den Playoffs rang der Football Club de Metz erst den US Dunkerque mit 1:0 nieder, ehe der Showdown mit Stade Reims folgte. Im Hinspiel kamen die Granatroten im heimischen Stade Saint-Symphorien nicht über ein 1:1 hinaus. Die Mission "Vierter Wiederaufstieg in Folge" schien gehörig zu wackeln.
Das Aufstiegsfinale in Reims gewann der FCM allerdings mit 3:1 nach Verlängerung - durch Tore in der 110. und 114. (!) Minute. Dieser Klub kann offenbar nur Dramatik. Dieses Mal müsse es aber doch endlich mal klappen mit einem längeren Aufenthalt im Oberhaus, hofften die treuen Anhänger.
Gelingt der erste Ligaverbleib seit 2021?
Doch danach sieht es bislang nicht aus. Metz hat die Rote Laterne inne und gerade mal mickrige 14 Punkte nach 21 Ligapartien eingefahren. Gemeinsam mit dem FC Nantes und AJ Auxerre (beide 14 Punkte) liefern sich die Lothringer einen Dreikampf im Kampf um den Relegationsplatz 16.
Finanzielle Mittel, wie sie beispielsweise Mitaufsteiger Paris FC hat, der im vergangenen Sommer mehr als 70 Millionen Euro auf dem Transfermarkt ausgab, gibt es in Metz eben nicht.
Ex-Bayern-Profi kehrt nach Metz zurück
Nur rund sechs Millionen Euro investierte der FCM in neue Spieler. Vertragslose Profis wie der in Bochum und Mainz aussortierte Jean-Philippe Gbamin fanden den Weg in die rund 50 Kilometer westlich von Saarbrücken gelegenen Moselstadt.
In der vergangenen Woche kehrte der ehemalige Münchner Bouna Sarr, der einst seine Profikarriere in Metz begonnen hatte, zurück.
Es scheint so, dass der wohl größten Fahrstuhlmannschaft Europas die nächste Abwärtsfahrt droht.
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