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Kolumne: Matthäus über Bayern, Lewandowski, Kruse, Wolfsburg und Rose

Matthäus: Gegen Lewy zeigt sich, auf wen Nagelsmann wirklich zählt

''So sehe ich das'' - die Sky Kolumne von Lothar Matthäus.
Image: ''So sehe ich das'' - die Sky Kolumne von Lothar Matthäus.  © Sky

In seiner Kolumne "So sehe ich das" blickt Sky Experte Lothar Matthäus auf die kriselnden Bayern, das Wiedersehen mit Robert Lewandowski, Roses perfekten Start mit Leipzig sowie auf die Situation von Max Kruse in Wolfsburg.

Ich durfte heute mit Franz Beckenbauer seinen 77. Geburtstag nachfeiern. Die Zeit mit ihm ist heute wie damals ganz besonders und wunderbar. Franz war immer eine ganz wichtige Bezugsperson für mich. Er war nicht nur mein Trainer, sondern Ansprechpartner in allen Belangen meines Lebens.

Er hat als Spieler, Trainer und Funktionär so viel für den deutschen Fußball getan wie kein anderer. Jeder, der den Fußball in Deutschland liebt, sollte Franz für alles dankbar sein. Ohne ihn wären wir niemals das geworden, was wir sind. Und das gilt auch für mich. Danke Franz.

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Bayern fehlen die Typen

Ein Dank auch an die Klubs der Bundesliga, die dafür sorgen, dass es zumindest nach sechs Spieltagen so spannend an der Spitze ist wie lange nicht. Union, Freiburg und Hoffenheim in den Top fünf. Wahnsinn. Klasse. Weiter so.

Die Bayern momentan nur auf Platz drei, dank dreier Unentschieden in Folge. Das ist natürlich viel zu wenig für die eigenen Ansprüche und auch deshalb war Thomas Müller am Samstag mächtig sauer. Ich verstehe Müllers Frust und Kritik. Er ärgert sich, dass Stuttgart am Schluss überhaupt noch die Chance hatte, einen ordentlichen Ball in den Sechzehner zu spielen. Früher hätten ein Hummels, Alaba oder Boateng dazwischen gehauen und das verhindert. Vor ein paar Jahren waren fast nur sogenannte Typen auf dem Platz bei Bayern. Auch Lahm, Schweinsteiger und Co.

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Thomas Müller ist nach dem Unentschieden gegen Stuttgart sauer über die Leistung des FC Bayern in der Schlussphase.

Heute hat der FC Bayern sehr talentierte Spieler, aber wenn es mal nicht läuft, fehlen der Mannschaft solche Typen. Viele verstecken sich dann oder suchen das Problem bei anderen. Damals gab es davon sieben bis acht, heute mit Kimmich und Müller nur noch zwei Leader auf dem Feld und Manuel im Tor. Aber es braucht gerade in schweren oder engen Partien mehr von diesem Schlag und nicht hauptsächlich hochtalentierte Spieler. Zu Beginn der Saison sah das alles aus wie aus einem Guss und ich mache mir nach diesen drei Unentschieden noch keine allzu großen Sorgen, aber sechs Punkte in so kurzer Zeit abzugeben sind schon eine Menge.

Mache mir um Mane keine Sorgen

Gegen Barcelona wird die Mannschaft von Julian Nagelsmann ein anderes Gesicht zeigen müssen, damit es nicht heißt: drei Unentschieden und eine Niederlage in diesem wichtigen Prestigeduell. Und das vor allem ausgerechnet bei der Rückkehr des sicherlich hochmotivierten Robert Lewandowski. Der trifft ja bekanntlich auch für seinen neuen Verein am Fließband. Natürlich fehlen den Bayern seine Tore. Aber man hat sich für einen neuen Weg ohne Robert entschieden und muss daraus jetzt das Beste machen. Ich sehe noch keine besorgniserregende Tendenz und mache mir auch um Sadio Mane keine Sorgen.

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Jetzt hatte er mal zwei Spiele in denen es nicht so toll lief, aber sein Tempo und seine Dribblings sowie seine Torgefährlichkeit sind sicher bald wieder zu sehen. Er ist ein großer Gewinn für diese Mannschaft und den FC Bayern. Natürlich wird es nach der Partie gegen Barca unzufriedene Spieler geben, nämlich die, die nicht von Beginn an ran dürfen. In solchen Spielen zeigt sich, auf wen der Trainer wirklich zählt. Es wird spannend sein, dies zu beobachten. Die Bayern müssen definitiv wieder mit mehr Willen und Gier in die Spiele gehen, wenn sie wieder als Sieger vom Platz gehen wollen.

Rose passt perfekt zu RB Leipzig

Diese Eigenschaften haben die Spieler von RB Leipzig endlich wieder unter Beweis gestellt und den BVB 3:0 besiegt. Ein schöneres Debüt hätte es für Marco Rose nicht geben können.

Rose passt in meinen Augen perfekt zu RB Leipzig. Das ist gefühlt sein Klub. Er liebt die Philosophie, diesen RB-Kosmos. Er hat das im Blut und schon in Salzburg überragend gearbeitet. Er steht in der Gunst von Boss Mateschitz ganz weit oben. Der hätte ihn am liebsten nie gehen lassen und Rose war permanent ein Kandidat in Leipzig, wann immer dort ein Trainer gesucht wurde. Jetzt hat es endlich geklappt und ich glaube, das wird eine wirklich tolle Story. Der Beginn war perfekt.

Wenn man sieht, wie er und die Spieler nach ein paar Tagen zusammen jubeln: Das sagt alles. RB steht für attraktiven, unterhaltsamen Offensivfußball. Und da wird sich auch Max Eberl umstellen müssen, wenn er zu Leipzig geht. Ich glaube, dass bei Eberl, der ein Freund von Ballbesitzfußball ist, ein kleines Umdenken stattfinden muss.

Man weiß, wieso er aufgehört hat, er war platt. Jetzt ist er auf dem Weg der Besserung. Er wird nicht heute und auch nicht morgen wieder anfangen. Er wird zwischen der Weltmeisterschaft und Weihnachten anfangen zu arbeiten. Ich gehe davon aus, dass Eberl in der Winterpause bei RB einsteigen will.

Kruse wird ein Störfaktor in Wolfsburg sein

Ein Wort noch zum traurigen Ende von Max Kruse unter Niko Kovac beim VfL Wolfsburg. Der Zeitpunkt ist sehr fragwürdig. Wenn man Kruse nicht mehr braucht, hätte man das in der Transferperiode klären können. Anscheinend hat man nicht miteinander gesprochen oder Kruse wollte auch nicht gehen. Hier geht es natürlich ums Geld. Max Kruse ist kein Spieler, der Gras frisst, topfit ist und permanent in höchstem Tempo über den Platz rennt wie es Kovac gerne möchte.

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Wolfsburgs Trainer Niko Kovac wird Max Kruse nicht mehr spielen lassen.

Max ist ein Künstler und auf seine Art und Weise ein Freigeist. Das wusste der Verein. Ich glaube, dass etwas zwischen Max Kruse und Niko Kovac vorgefallen sein muss. Solange er da ist, ist er ein Störfaktor in der Kabine. Das kann Kovac und der VfL in dieser Situation nicht gebrauchen. Er wird nicht mehr spielen, darf aber weiterhin mittrainieren. Das Thema wird also täglich weitergehen und ist vom Verein nicht ideal gelöst worden.

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