Kommentar: Darum ist das Krösche-Aus bei Eintracht Frankfurt richtig
Über Jahre prägte Markus Krösche den Aufstieg von Eintracht Frankfurt. Doch nach zuletzt nachlassender Erfolgsquote und veränderten Rahmenbedingungen könnte die Trennung für beide Seiten genau zum richtigen Zeitpunkt kommen.
19.10.2026 | 14:19 Uhr
Markus Krösche hinterlässt große Fußstapfen bei Eintracht Frankfurt. Dennoch spricht vieles dafür, dass der Abschied des Erfolgsarchitekten weder für den Verein noch für den Manager eine Niederlage ist. Ein Kommentar von Sky Sport Reporter Dennis Bayer.
Über Jahre war Markus Krösche der Topmanager der Bundesliga. Mit spektakulären Transfers (u.a. Kolo Muani, Marmoush, Ekitike) hat er die Eintracht sportlich in neue Höhen geführt und mehr Einnahmen generiert als jeder andere Verantwortliche in der Bundesliga im selben Zeitraum. Ein Abschied des Sportvorstands wäre bis vor einem Jahr ein brutaler Schlag für die Eintracht gewesen. Heute ist das anders.
Klar, den Architekten des Erfolgs zu ersetzen, wird keine einfache Aufgabe für die Eintracht-Bosse um Präsident Mathias Beck und Vorstandsboss Axel Hellmann. Aber Krösche war auch nicht mehr unfehlbar. Die Trainerentscheidung für Albert Riera war ein Griff ins Klo. Auch die Sommer-Transferperiode war durchwachsen.
Krösche geht erohobenen Hauptes
Das Frankfurter Erfolgsmodell, hochtalentierte Spieler zu verpflichten, für immense Summen zu verkaufen und direkt den passenden hochtalentierten Ersatz an der Hand zu haben, funktioniert aus verschiedenen Gründen nicht mehr so gut wie zuvor. Talent und Qualität hat die Mannschaft nach wie vor, die Balance ist aber etwas abhandengekommen.
Hinzu kommt, dass die Eintracht nach wie vor jedes Jahr auf Einnahmen angewiesen ist. Viel mehr Erfolg, als ihn Krösche in den vergangenen Jahren geschaffen hat, ist unter diesen Bedingungen kaum möglich.
Eine Trennung zum jetzigen Zeitpunkt erscheint deshalb für beide Seiten sinnvoll. Krösche geht erhobenen Hauptes und kann nach Jahren der Vollgasarbeit ohne längere Erholungsphasen etwas durchschnaufen und die vergangenen Jahre reflektieren.
Frankfurt konnte bereits Vorarbeit leisten
Die Eintracht kann ihren Kurs mit einem neuen Sportvorstand nachschärfen und an die neuen Bedingungen im Fußball anpassen. Dabei ist sie mit einer guten Mannschaft, gewachsenen Strukturen und einer herausragenden Fanbase auch weiterhin eine der attraktivsten Adressen im deutschen Fußball. Da sich eine Trennung in den letzten Monaten bereits angedeutet hat, konnte der Verein bereits Vorarbeit leisten, um eine schnelle Nachfolge zu ermöglichen.
Eine Trennung ist im Fußball wie im Privaten nie das Wunschszenario. Unter diesen Voraussetzungen ist ein sauberer Cut jedoch keine Niederlage, sondern möglicherweise die beste Lösung für beide Seiten.
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