Kommentar zur Aussage von Lennart Karl über seinen Wunschverein Real Madrid
Lennart Karl antwortet erfrischend ehrlich auf die Frage nach seinem Traumverein - doch die Reaktionen einiger Bayern-Fans gehen danach unter die Gürtellinie.
05.01.2026 | 08:24 Uhr
Ein 17-Jähriger, der nur das sagt, wovon fast jeder Fußballer träumt - und dafür einen Shitstorm kassiert. Warum diese Reaktionen absurd sind, erklärt Sky Sport Reporter Florian Plettenberg in seinem Kommentar.
Man kann nur hoffen, dass Lennart Karl einfach Lennart Karl bleibt. Denn was im Internet als Reaktion auf seine erfrischend ehrlichen Aussagen bei einem Fanklub-Besuch am Sonntag in Burgsinn passiert, ist wieder einmal kaum zu fassen.
Ein 17-Jähriger, ausgestattet mit einem wasserdichten Vertrag beim FC Bayern, der an seinem 18. Geburtstag in einen Profivertrag bis 2029 (ohne Ausstiegsklausel) umgewandelt wird und bereits mit zehn Jahren ein Probetraining bei Real Madrid absolviert hat, wird gefragt, welcher Verein neben den Bayern sein Traumverein ist. Seine ehrliche Antwort: "Bayern ist ein sehr, sehr großer Verein, es ist ein Traum, dort zu spielen, aber irgendwann will ich auf jeden Fall mal zu Real Madrid. Das ist mein Traumverein."
Karl hat nichts Falsches gesagt
Sätze, die ausreichen, damit einige sogenannte - größtenteils anonyme - Fans Sturm laufen. Aber warum eigentlich? Was hat er denn gesagt? Der daraus entstandene Shitstorm ist vollkommen absurd. Karl ist einer der wenigen jungen Spieler, der nicht nur herausragend Fußball spielt, sondern auch offen ausspricht, was er denkt.
Einer, der nicht infiziert ist von 08/15-Parolen, die jungen Spielern in Medienschulungen bereits in Jugendmannschaften ins Vokabelheft diktiert werden. Eines Tages für Real Madrid spielen? Davon träumen fast alle Fußballer. Solche Aussagen sind sein gutes Recht. Real Madrid sagen verboten? Nein! Denn Karl ist einfach nur genial!
Karl-Shitstorm geht gar nicht
Er schadet weder sich noch dem FC Bayern - im Gegenteil: Genau diese Ehrlichkeit hebt ihn von der großen Masse ab. Dass ein Wechsel zu den Königlichen aktuell und zeitnah kein Thema ist, sollte jedem klar sein. Der Shitstorm, der über Karl hereinbricht, ist daher nichts anderes als absurd und lächerlich.
Davon abgesehen kann man nur hoffen, dass die Bayern an der Tradition festhalten, einmal pro Saison auszuschwärmen, Fanklubs zu besuchen und ihre Stars dort singen, tanzen und frei von der Leber wegreden zu lassen.
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