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Kyerehs langer Weg zurück: Vom WM-Spieler zum Zweitliga-Comeback

Nach Kreuzbandriss und jahrelanger Leidenszeit hat Daniel Kofi Kyereh zurück in den Profifußball gefunden. Beim VfL Osnabrück schreibt der Ghanaer sein persönliches Märchen und genießt wieder die Freude am Fußball.

Er galt für viele als Sportinvalide. An Fußball war über mehrere Jahre nicht zu denken, doch Daniel Kofi Kyereh ist zurück im Norden und zurück bei Trainer Timo Schultz. Bei "Dein Zweitligatalk - HvK & Tusche" (jederzeit on demand auf SkyQ und online abrufbar) erzählte der Offensivmann von seinem langen Weg zurück und den Menschen, die ihn dabei begleitet haben.

Von Mathis Gerlach

Man hatte sich großes von Kyereh versprochen - Leistungsträger beim FC St. Pauli mit zwölf Toren und zehn Vorlagen in der Saison 21/22 - als dieser anschließend an diese beeindruckende Saison beim Kiezklub, den richtigen nächsten Schritt machte und im Sommer vom Norden in den Breisgau wechselte. Statt 2. Liga standen nun Bundesliga und Europa League auf dem Tagesprogramm des damals 26-Jährigen.

Vier Jahre später ist Kyereh wieder in der 2. Liga zu finden, beim Aufsteiger VfL Osnabrück. Beim 3:0-Sieg gegen Fürth steuerte er ein Tor und eine Vorlage bei. Was auf den ersten Blick wie ein Rückschritt oder gar ein Scheitern aussehen könnte, ist bei genauerem Hinsehen vor allem eines: ein großer persönlicher Erfolg.

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Kyereh in Ghanas WM-Kader

"Für viele war ich (Sport-)invalide", erzählt Kyereh. Sein Start in Freiburg war vielversprechend: Selbst in der Europa League traf und der Offensivmann legte einen Treffer auf. Es folgten die Nominierung für Ghanas WM-Kader und drei Einsätze bei der Weltmeisterschaft in Katar. Doch im Frühjahr 2023 begann mit einem Kreuzbandriss eine "Odyssee", wie Hartmut von Kameke die vergangenen drei Jahre des inzwischen 30-Jährigen beschreibt.

"Es gab schon die einen oder anderen, die da nicht mehr geglaubt haben, dass ich noch mal Profi-Fußball spielen kann oder überhaupt Fußball spielen kann, aber ich habe immer das Gefühl gehabt, dass ich es zurückschaffen kann und trotzdem gab es natürlich auch Momente, wo ich auch nicht sicher war und gezweifelt habe. Das war echt eine Achterbahnfahrt der Gefühle", erzählt Kyereh.

"Wäre ohne ihn nicht hier"

Dass er heute wieder auf dem Platz steht, ist für ihn deshalb der "größte Erfolg" seiner Karriere. Dabei half ihm vor allem sein Umfeld und besonders einer, der ihn motivierte und auffing, wenn es schwierig wurde: Sebastian Schwermann. "Ich kann mit absoluter Sicherheit sagen, dass ohne ihn ich auf jeden Fall nicht hier wäre. Ich glaube, ohne ihn wäre irgendwo der Punkt gekommen, an dem ich einfach einsehen hätte müssen, dass ich nicht mehr spielen kann", erzählt Kyereh über seinen Physiotherapeuten. Entsprechend lief der Ghanaer nach seinem ersten Tor zurück im Profifußball in Schwermanns Arme.

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Aber auch eine Bekanntschaft aus seiner Heimat Braunschweig gab hatte seinen Einfluss: Schon in jungen Jahren lernte Kyereh Dennis Schröder kennen. Bis heute ist der Basketball Welt- und Europameister ein Vorbild für ihn. "Deswegen hängt auch von ihm ein Poster in meinem Zimmer von klein auf. Er ist jemand, zu dem ich heraufgeschaut habe und vor dessen Leistung ich immer noch riesigen Respekt habe." Besonders beeindruckt Kyereh, dass Schröder sich seinen Erfolg selbst erarbeitet hat. "Er ist auch nicht mit einem Goldlöffel im Mund geboren und hat sich da von null quasi alles erarbeitet."

Erster Startelfeinsatz

Auch Kyereh musste sich nach seiner langen Leidenszeit alles zurückerarbeiten. Am vergangenen Wochenende stand er erstmals seit seiner Rückkehr wieder in der Startelf. "Es hat sich angefühlt wie auch vor drei Jahren, das letzte Mal, wo ich eingelaufen bin, muss ich sagen", berichtet Kyereh. "Ich habe nur auf den Moment gewartet, deswegen ist es schön, dass es jetzt so war."

Die nächste Gelegenheit wartet bereits: Am Sonntag (ab 13:00 Uhr live auf Sky Sport Bundesliga oder im Liveticker) geht es für Kyereh und den VfL zum anderen VfL nach Wolfsburg. Für den Offensivmann ist es eine besondere Partie. "Ich freue mich ungemein auf das Spiel. Es ist wieder ein besonderes Spiel für mich, natürlich so nah an der Heimat und ja, mein Jugendverein, wo man einfach auch einiges erlebt hat." Besonders schön: Familie und Freunde werden zahlreich im Stadion dabei sein. Die Ticketbestellungen liefen bereits, erzählt Kyereh. "Mein Onkel hat schon eine Großbestellung gemacht, bevor ich überhaupt bestellen kann."

Für Kyereh geht es in Wolfsburg also nicht nur um die nächsten Punkte, sondern auch um ein Wiedersehen mit der Heimat.

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