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Brisante Aussagen des Sportvorstands von S04

Max Meyer nicht Weltklasse! Heidel stutzt Berater bei Sky90 zurecht

von Robert Gherda

03.05.2018 | 09:42 Uhr

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Heidel über Zwist mit Meyers Berater

Max Meyer reiht sich in die lange Liste Schalker Eigengewächse ein, die den FC Schalke 04 verlassen werden. Doch anders als bei vielen seiner Vorgänger verläuft die Trennung beim 22-Jährigen nicht wirklich geräuschlos. Ein Grund dafür ist offenbar sein Berater. Sportvorstand Christian Heidel verrät bei Sky90 - die Kia Fußballdebatte pikante Details.

Heidel bedauert die Art und Weise des Abgangs von Meyer zutiefst und hätte den Mittelfeldspieler gerne über das Saisonende auf Schalke gehalten. Allerdings gehen die Meinungen der zwei Parteien über die Leistungsfähigkeit des Mittelfeldspielers völlig auseinander. Christian Heidel erzählt bei Sky90 - die Kia Fußballdebatte von einem Telefonat mit Roger Wittmann.

Heidel zu Meyer-Gate: "Weiß nicht, was in Max vorgeht"

Heidel zu Meyer-Gate: "Weiß nicht, was in Max vorgeht"

Erst ein scharfes Interview, dann die Suspendierung: Der Streit zwischen Max Meyer und dem FC Schalke 04 ist eskaliert. Bei Sky90 bezieht Manager Christian Heidel Stellung.

"Weltklassespieler" Max Meyer?

"Er sagte: 'Christian, wir müssen erst einmal feststellen, ob wir vom gleichen Spieler sprechen. Ich rede vom Weltklassespieler Max Meyer, der in jeder europäischen Spitzenmannschaft Stammspieler wäre und sehr wahrscheinlich zur WM nach Russland fährt", so Heidel über den Berater des Mittelfeldspielers.

Und weiter: "Reden wir über den gleichen Spieler, dann kannst du mir ein Angebot schicken. Reden wir nicht über den gleichen Spieler, dann brauchst du mir kein Angebot zu schicken."

Ein Angebot hat Schalkes Sportvorstand dennoch abgegeben, aber lediglich für einen "sehr guten Bundesligaspieler, der noch Potenzial hat, sich zu verbessern", wie der 54-Jährige ausführt. Dieses Angebot - angeblich in der Größenordnung von 5,5 Millionen Euro jährlich - wurde abgelehnt und Heidel war nicht bereit nachzulegen.

Eine Offerte in der Größenordnung von Leon Goretzka war für Schalke nicht darstellbar. "Natürlich ist bei Max Meyer der Name Goretzka immer wieder gefallen. Und nur weil Leon Goretzka ein Angebot in einer bestimmten Höhe bekommen hat, heißt das nicht, dass Max Meyer dasselbe Angebot bekommt", sagt Heidel bei Sky Moderator Patrick Wasserziehr.

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Heidel zu Meyer: Wer spielt denn mit dreckigen Karten?

Durchbruch lässt lange auf sich warten

Dabei schien es lange so, dass Meyer in Gelsenkirchen das Gesicht von Schalke werden könnte. Ein Jahr nach dem Abgang von Raul gaben die Knappen im Jahr 2013 ausgerechnet dem kleinen Dribbelkünstler aus der Knappenschmiede die Nummer 7 des "Señor". Sein Konkurrent Raffael wurde zudem abgegeben, um Meyer mehr Optionen zu bieten.

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Doch weder unter Jens Keller oder Roberto Di Matteo noch unter Andre Breitenreiter und Markus Weinzierl konnte sich Meyer als unumstrittener Stammspieler etablieren. Erst als Domenico Tedesco den quirligen Spielmacher auf die Doppelsechs stellte, trumpfte Meyer in der Hinrunde der laufenden Saison groß auf.

Dennoch wollte er nicht auf Schalke bleiben und ledert in einem Wut-Interview gegen Heidel und Tedesco und wirft diesen sogar Mobbing vor. Heidel weist diese Anschuldigungen entschieden zurück, aber was steckt überhaupt dahinter? Hatte Wittmann seine Finger im Spiel? Sky Reporter Dirk große Schlarmann kommt die Sache zumindest komisch vor.

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Heidel: Mutig, sich als Mobbing-Opfer zu bezeichnen

Welche Rolle spielt der Berater?

"Nach meinen Infos wäre Meyer grundsätzlich gerne hier geblieben. Er hat in der Nachbarstadt ein größeres Haus nach seinen Vorstellungen gebaut", so der Schalke-Insider. Zudem hat Meyer auch in einem größeren Interview verlauten lassen, dass er sich wohlfühlt und lobte auch Trainer Tedesco, weil ihn dieser besser mache.

"Das passt hinten und vorne nicht zusammen und es ist leider so, dass Max Meyer sich sehr von seinem Berater leiten lässt. Das wird auch recht deutlich, wenn man sieht, dass er letzten Freitag mit Roger Wittmann in Hoffenheim war und dann kommt drei Tage später das Interview mit einem Wittmann-nahen Journalisten aus dieser Region raus", erläutert große Schlarmann.

Auch Rafael Buschmann wundert sich bei Sky90 über Wittmann. "Alle dürften sich einig sein, dass Meyer in der Hinrunde die beste Serie seiner Karriere gespielt hat. Ab dem Zeitpunkt muss ich als Berater reagieren und sagen: 'Die sind hier auf einem Champions-League-Platz, Max hat einen Stammplatz, die WM steht vor der Tür und wir haben die Chance, um zwei oder drei Jahre zu verlängern.' Das wäre ein Berater, der sich an der sportlichen Fähigkeit des Spielers orientiert", argumentiert der Spiegel-Reporter und legt nach:

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Causa Meyer: Welche Rolle spielt der Berater?

Mögliches Meyer-Ziel: England

"Etwas völlig anderes ist es, wenn ein Berater nur im Hinterkopf hat, dass er am meisten verdient, wenn der Spieler ablösefrei wechselt. Ich will das Herrn Wittmann gar nicht unterstellen, aber ich mache ihm schon den Vorwurf, dass er im Dezember nicht nochmal das Gespräch gesucht hat. Denn jetzt geht er wieder zu einem neuen Trainer und man weiß nicht wo er spielt und wie regelmäßig."

Wohin es Meyer zur neuen Saison verschlägt, ist unklar. RB Leipzig hat laut Oliver Mintzlaff kein Interesse und ob die ebenfalls gehandelte TSG aus Hoffenheim die nötigen finanziellen Mittel hat, ist unklar. Dirk große Schlarmann hält einen Wechsel nach England für möglich, ist aber skeptisch, ob es ein Top-6-Klub wird.

Klar ist nur, dass bei Schalke zu den bisher 146 Einsätzen und 17 Treffern keine hinzukommen werden, denn Schalke hat den gebürtigen Oberhausener bekanntlich vom Spiel- und Trainingsbetrieb freigestellt. Übrigens nicht wegen der öffentlichen Kritik, sondern wegen Meyers Einstellung.

Heidel nennt Freistellungsgrund

"Max Meyer wurde nicht vom Training freigestellt aufgrund dieses Interviews, sondern wegen eines Gesprächs zwischen Domenico Tedesco, Co-Trainer Peter Perchtold und Max Meyer nach dem Köln-Spiel.

Dort hat Max Meyer gesagt, dass er mit Schalke 04 seit dem Hamburg-Spiel abgeschlossen hat - das war zwei Spiele zuvor", schildert Heidel bei "Sky90 - die Kia Fußballdebatte" und legt nach: "Ich wollte in einem Termin mit ihm besprechen, ob unter diesen Voraussetzungen eine Zusammenarbeit noch Sinn ergibt, aber er hat ein Gespräch abgelehnt."

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So begründet Heidel die Meyer-Suspendierung

Der "Weltklassespieler" Meyer wird Schalke durch die Hintertür verlassen, eine Verabschiedung beim letzten Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt erscheint mehr als unwahrscheinlich.

Und sollte Wittmann seinen Schützling zur kommenden Saison nicht überraschenderweise doch bei Barca, Real & Co. unterbringen und Meyer dort zur Stammkraft reifen, gibt es in der ganzen Angelegenheit nur Verlierer.

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