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Meinung: Einspruch des SC Freiburg nach Wechselfehler des FC Bayern richtig

Kommentar zum Freiburg-Einspruch: Bayern würde es auch machen

Der Wechselfehler des FC Bayern in Freiburg könnte ein Nachspiel für den Rekordmeister haben, nachdem die Breisgauer offiziell Einspruch einlegten. Die Freiburger Entscheidung ist alternativlos, denn es geht bei dem Schritt um Fairness und Gerechtigkeit. Ein Kommentar.

Es waren nur wenige Sekunden, in denen der FC Bayern beim Spitzenspiel am Samstagnachmittag in Freiburg einen Mann zuviel auf dem Platz hatte. Hatten die Münchner in dieser Phase einen Vorteil? Natürlich nicht, denn wie FCB-Kapitän Manuel Neuer direkt nach Spielschluss am Sky Mikro erklärte sei "in den 20 Sekunden nicht viel passiert". Auch für Trainer Julian Nagelsmann "war nichts dabei, was gegen ein faires Spiel spricht."

Freiburgs Einspruch alternativlos

Dennoch ist der Einspruch des SC Freiburg gegen die Spielwertung richtig und alternativlos - und zwar völlig unabhängig davon, ob man den Ausführungen von Neuer und Nagelsmann folgt oder nicht, denn: Es liegt nachweislich ein Regelverstoß der Münchner vor.

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Heribert Bruchhagen äußert sich zum Auswechselfehler bei den Bayern und erklärt, ob er an Freiburgs Stelle Protest einlegen würde (Videolänge: 1:11 Min.).

Dass die Freiburger durch die Haltung des DFB, den Fall erst bei einem Einspruch zu untersuchen, mehr oder weniger dazu gezwungen wurden, ist unglücklich. Im Interesse der allgemeinen Fairness und Gerechtigkeit muss es aber nun ein Urteil geben. Ob dieses am Ende so aussieht, dass die Punkte am grünen Tisch zum Sportclub wandern, muss das Sportgericht entscheiden.

Vorteil nicht unbedingt entscheidend

Auch bei früheren Wechselfehlern war der Fauxpas am Ende nicht immer zwingend spielentscheidend oder brachte einen Vorteil für die eigene Mannschaft. Man erinnere sich beispielsweise an den 15. April 1995, als der damalige Bayern-Coach Giovanni Trapattoni freiwillig (!) einen vierten Vertragsamateur für einen Profi einwechselte. Damals wurde das Spiel in Frankfurt statt 5:2 für die Bayern mit 2:0 für die SGE gewertet. Ob es dieses Mal genauso ausgeht, ist nicht gesichert, denn im aktuellen Fall ist die Faktenlage nicht so eindeutig, wie vor 27 Jahren.

Klar ist: Die Freiburger könnten die drei Zähler im Kampf um die Champions League sicherlich gut gebrauchen und den aktuellen Fall damit abzutun, dass es ja nur wenige Sekunden waren, wäre falsch. Wo würde man in der Zukunft dann bei vergleichbaren Fällen die Linie ziehen? Wäre der Verstoß schlimmer, wenn er erst nach ein paar Minuten aufgeflogen wäre, dabei aber nichts entscheidendes passiert wäre? Ab wann sollte Einspruch eingelegt werden?

Präzedenzfall muss geschaffen werden für die Zukunft

Um genau diese Unklarheiten zu beseitigen, muss nun ein eindeutiger Präzedenzfall geschaffen werden. Das ist nicht nur im Interesse der Badener, sondern auch sämtlicher anderer Profiklubs in Deutschland und somit auch des FC Bayern, der sicherlich genauso handeln würde wie Freiburg.

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Mehr zum Autor Robert Gherda