Nach Krawallen: Bobic fordert DFB-Pokal-Ausschluss für Mannheim und Kaiserslautern
Nach den massiven Ausschreitungen beim DFB-Pokalspiel zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern hat Ex-Nationalspieler Fredi Bobic deutliche Konsequenzen gefordert. Der 54-Jährige kritisiert die Fortsetzung der Partie scharf und verlangt einen Ausschluss beider Vereine,
23.08.2026 | 15:34 Uhr
Die Ereignisse mit verletzten Polizisten, Platzsturm und Pyrotechnik seien für ihn ein Alarmsignal für den deutschen Fußball. Der DFB-Kontrollausschuss ermittelt nun gegen beide Vereine.
Fredi Bobic hat nach den schweren Ausschreitungen beim Südwest-Derby im DFB-Pokal zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern harte Konsequenzen gefordert.
Der frühere Nationalspieler kann nicht nachvollziehen, warum die Partie trotz der Vorkommnisse fortgesetzt wurde.
Bobic: "Schmeißt beide aus dem DFB-Pokal raus!"
"So ein Spiel darf nicht weitergespielt werden", sagte Bobic der Bild. Der 54-Jährige sprach sich sogar für einen Ausschluss beider Vereine aus dem laufenden Pokalwettbewerb aus: "Schmeißt beide aus dem DFB-Pokal raus. Beide. Und beide kriegen keinen Cent."
Bobic ist überzeugt, dass Geldstrafen allein nicht ausreichen, um derartige Vorfälle künftig zu verhindern. Stattdessen müsse der Fußball konsequenter handeln, auch wenn die Sanktionen die Vereine hart treffen würden.
Bobic über Gewalt-Eskalation: "Es muss erst jemand sterben"
Besonders besorgt zeigt sich der ehemalige Bundesliga-Manager über die zunehmende Eskalation bei Fußballspielen. Auf die Frage, was geschehen müsse, damit eine Partie tatsächlich abgebrochen werde, fand Bobic drastische Worte: "Es muss erst jemand sterben. Ganz einfach." Die Aussage sei zwar hart, entspreche aus seiner Sicht aber der Realität.
35 Polizeikräfte bei Einsatz in Mannheim verletzt
Beim Südwest-Derby waren nach Angaben der Polizei insgesamt 35 Einsatzkräfte verletzt worden. Zudem mussten 85 Personen medizinisch versorgt werden, acht davon kamen zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus. Mehrere Fans wurden vorläufig festgenommen.
Die Begegnung war nach der regulären Spielzeit wegen eines Platzsturms und zahlreicher Pyrotechnik-Vorfälle für längere Zeit unterbrochen worden. Anschließend wurde das Spiel jedoch fortgesetzt. Der 1. FC Kaiserslautern setzte sich schließlich mit 1:0 nach Verlängerung durch.
Jagszenen auf dem Rasen
Grundsätzlich habe er nichts gegen vereinzelte Bengalos, betonte Bobic. Die Grenze sei jedoch überschritten, wenn Leuchtraketen abgefeuert würden, die Polizei mit Pferden auf den Rasen müsse und es zu "Jagdszenen" komme. Solche Bilder hätten mit Fußball nichts mehr zu tun.
Der aktuelle Sportchef des polnischen Erstligisten Legia Warschau warnt deshalb vor den langfristigen Folgen. Seiner Meinung nach könnten künftig noch härtere Maßnahmen beschlossen werden, die am Ende auch die friedlichen Anhänger treffen.
DFB-Kontrollausschuss ermittelt
"Irgendwann wird es harte Beschlüsse geben", sagte Bobic. Dann könnte ausgerechnet die echte Fankultur unter den Verfehlungen einzelner Gruppen leiden.
Für den Ex-Nationalspieler steht fest: Der Fußball müsse handeln, bevor die Lage weiter eskaliert.
Derweil drohen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern sportrechtliche Konsequenzen. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bestätigte am Sonntag eine Untersuchung der Vorfälle durch den Kontrollausschuss.
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