Niederlande - Deutschland: Das sind die Schlüsselduelle
DFB-Team startet in die EM-Qualifikation
24.03.2019 | 20:43 Uhr
Die neu formierte deutsche Nationalmannschaft steht zum Start in die EM-Qualifikation vor ihrer ersten Reifeprüfung. Sky Sport zeigt, worauf es gegen die Niederlande ankommen wird.
Mit dem Erzrivalen erwartet das DFB-Team in Amsterdam eine schwere Auftakthürde. Man sei gegen die Niederlande "nicht der Favorit" hatte DFB-Direktor Oliver Bierhoff im Vorfeld der Partie erklärt. Marco Reus betonte jedoch: Mit der richtigen Einstellung "haben wir auch da eine Chance!"
Sky Sport zeigt, welche Schlüsselduelle die Partie in Amsterdam entscheiden können.
Fünferkette gegen Sturmtrio
Joachim Löw wird im Vergleich zum Testspiel gegen Serbien (1:1) aller Voraussicht nach auf eine Dreierkette umstellen, die bei gegnerischem Ballbesitz durch das Zurückfallenlassen von Thilo Kehrer und Nico Schulz zur Fünferkette wird. Damit will der Bundestrainer seine Defensive stabilisieren, die gegen die Serben vor allem bei Kontern nicht immer ganz sattelfest wirkte.
Genau die sind nämlich die Spezialität der Niederländer. Mit ihrem schnellen Sturmtrio nahm die Elftal jüngst Weißrussland mit 4:0 auseinander. Besonders Memphis Depay ist derzeit kaum zu stoppen. Der Angreifer von Olympique Lyon erzielte gegen die Weißrussen zwei Tore selbst und bereitete die anderen beiden vor. Von dieser Offensiv-Power darf sich die deutsche Abwehr nicht überrumpeln lassen.
Allrounder im Duell
Das Bindeglied zwischen Defensive und Mittelfeld bildet Joshua Kimmich auf der Sechs. Der 24-Jährige soll mit seiner Zweikampfstärke das Umschaltspiel der Elftal frühzeitig unterbinden, durch seine Übersicht und Passgenauigkeit aber auch die Angriffe der DFB-Elf ankurbeln.
Dabei wird Kimmich immer wieder die Wege mit seinem etwas offensiveren Gegenüber Georginio Wijnaldum kreuzen. Der vielseitige Liverpool-Star ist der Motor der niederländischen Pressing-Maschine, schafft Räume und setzt mit seiner Schnelligkeit immer wieder Nadelstiche aus dem Mittelfeld. Nimmt Kimmich ihn aus dem Spiel, wird's für die Niederländer schwer.
Kampf der Generationen
Mit Toni Kroos kehrt die Erfahrung von 91 Länderspielen in die deutsche Startelf zurück. Löw setzt auf die Klasse und Routine des Weltmeisters und vierfachen Champions-League-Siegers. Die muss der zuletzt viel gescholtene Mittelfeldstratege nun aber auch wieder zeigen.
Bei den Niederländern lastet die Verantwortung dagegen auf den Schultern des 21-jährigen Frenkie de Jong. Der zukünftige Barca-Profi ist eine der Säulen des Umbruchs von Bondscoach Ronald Koeman und der große Hoffnungsträger der Elftal. Die fehlende Erfahrung macht der Youngster über seinen Spielwitz wett.
Über außen, statt ab durch die Mitte
Gegen Weltklasse-Innenverteidiger Vrigil van Dijk und Top-Talent Matthijs de Ligt lässt sich mit hohen Flanken kein Blumentopf gewinnen. Die Oranje-Defensive ist daher nur über die Flügel zu knacken.
Daley Blind ist eigentlich in der Innenverteidigung zuhause und Rechtsverteidiger Denzel Dumfries droht verletzungsbedingt auszufallen - für ihn könnte der nachnominierte Hans Hateboer in die Startelf rücken. Hier werden sich für Deutschlands schnelle Außenbahnspieler mit Leroy Sane und Marco Reus Räume ergeben.
Mit Tempo gegen Abwehr-Bollwerk
In der Sturmspitze darf sich vermutlich wieder Timo Werner versuchen. Im Sechzehner, mit dem Rücken zum Tor, wird der Leipziger allerdings wenig ausrichten. Gegen die hochgewachsenen Innenverteidiger der Niederländer muss sich der Werner immer wieder fallen lassen, um mit Geschwindigkeit in die Gefahrenzone zu stoßen.
Klar ist: Löws junge Mannschaft muss die neue Spielphilosophie schnell umsetzen, sonst droht von Koemans "jungen Wilden" eine Lehrstunde.