RB Leipzig News: Christopher Nkunku macht den Unterschied

Der Unterschiedsspieler: Joker Nkunku macht Tedesco froh

Dominik Szoboszlai (rechts) zeigt es an, wer in Leverkusen wieder mal den Unterschied für RB Leipzig gemacht hat: Christopher Nkunku.
Image: Dominik Szoboszlai (rechts) zeigt es an, wer in Leverkusen wieder mal den Unterschied für RB Leipzig gemacht hat: Christopher Nkunku.  © DPA pa

RB Leipzig hat mit dem Auswärtssieg bei Bayer 04 Leverkusen einen Big Point im Rennen um die Champions League gelandet. Wieder einmal machte Christopher Nkunku den Unterschied für RB.

Beim 1:0-Erfolg der Leipziger in Leverkusen nahm RB-Trainer Domenico Tedesco gleich sieben (!) Änderungen im Vergleich zur Partie am Donnerstag in der Europa League bei Atalanta Bergamo vor.

In der Defensive rotierte Tedesco Lukas Klostermann, Marcel Halstenberg und Nordi Mukiele hinein, im Mittelfeld bekamen Tyler Adams und Emil Forsberg ihre Chance und vorne liefen Yussuf Poulsen sowie Dominik Szoboszlai auf. Mohamed Simakan, Angelino, Benjamin Henrichs, Konrad Laimer, Kevin Kampl (nicht im Kader) sowie Dani Olmo saßen zunächst draußen. Und auch Christopher Nkunku.

"Wir haben einen breiten Kader, hatten viele intensive Spiele und haben daher auch viel durchgewechselt", begründete Tedesco nach dem Spiel bei DAZN seine personellen Maßnahmen. Doch die erste Halbzeit lief überhaupt nicht nach dem Geschmack des RB-Coaches. Leipzig hatte zwar viel Ballbesitz, tat sich aber gegen die tief stehenden Gastgeber enorm schwer in den Strafraum zukommen. Das Resultat: Die Sachsen schossen nicht einmal auf das Tor von Lukas Hradecky.

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Bayer bekommt Nkunku nicht in den Griff

Zur Pause reagierte Tedesco beim Stand von 0:0 und brachte seinen Star, Nkunku kam für Andre Silva ins Spiel. Auf Anhieb kam Dynamik ins Spiel der Gäste, das nun deutlich unberechenbarer für Leverkusen wurde. "Christo [Christopher Nkunku, Anm. d. Red.] hat einfach diese Fähigkeiten, sein Tempo, Tiefe und seine Auftaktbewegung gewinnbringend einzubringen. Wir haben das insgesamt in der zweiten Halbzeit sehr gut gemacht", freute sich Tedesco.

Die Mitspieler suchten immer wieder den 24-jährigen Franzosen, der von Bayer 04 kaum zu stoppen war. 80 Prozent seiner Zweikämpfe gewann Nkunku, ganze sechsmal wurde er von Leverkusen gefoult, immer wieder kreierte er Räume für seine Mitspieler. "Nkunku strahlt immer eine gewisse Gefahr aus. Wenn er in Ballbesitz kommt oder den Ball in den Raum gespielt bekommt, hat er einfach diese Qualität on top und diesen Speed", schwärmte selbst Bayer-Coach Gerardo Seoane bei DAZN.

Während Leverkusen in den ersten 45 Minuten die Läufe in die Tiefe der Leipziger immer wieder gut antizipierte, verhinderte und somit keine gefährlichen Aktionen der Gäste zuließ, bekam die Werkself in Durchgang zwei deutlich weniger Zugriff. "Unsere Ballverluste im Spielaufbau hat Leipzig sehr gut aufgenommen, sofort vertikal gespielt. Das ist eines ihrer größten Stärken mit den schnellen Spitzen. Diese zwei, drei Situationen haben sie sehr gut ausgespielt und eine war dann auch drin", so Seoane.

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Bayer 04 Leverkusen gegen RB Leipzig.
Image: Leipzigs Christopher Nkunku (vorne rechts) im Spiel bei Bayer 04 Leverkusen.  © Imago

Nkunku schon mit 32 Scorerpunkten

Damit meinte der Schweizer das goldene Tor des Spiels durch Szoboszlai, an dem Nkunku große Anteile hatte. Nach einem Fehlpass von Leverkusens Odilon Kossounou schaltete Adams schnell und brachte den Ball zum Franzosen. Nkunku nahm Fahrt auf, zog Richtung Tor und spielte im richtigen Moment in die Tiefe auf Szoboszlai. Der Ungar markierte aus rund 13 Metern per Außenrist den Siegtreffer (70.).

"Es kommt in so einem Topspiel auf die kleinen Fehler an, diese musst zu versuchen zu vermeiden. Aber Fußball ist ein Fehlersport, Fehler passieren. Der Gegner hat einfach die Qualität, genau diese Fehler dann zu bestrafen. Sie haben in der zweiten Halbzeit Spieler ins Spiel gebracht, die sehr gut umschalten können. Die vielen Wechselbewegungen waren stark. Das war sehr schwer für uns zu verteidigen", sagte Leverkusens Tah bei DAZN anerkennend und meinte damit insbesondere Nkunku.

17 Tore und 15 Torvorlagen stehen für den 24-Jährigen in dieser Saison zu Buche. Nkunku ist Leipzigs Unterschiedsspieler und hauptverantwortlich dafür, dass RB nun mit 54 Zählern Dritter ist und in der Tabelle vor Leverkusen (52) und dem SC Freiburg (51) auf Champions-League-Kurs liegt. Dabei kam der französische Nationalspieler erst zum dritten Mal in dieser Spielzeit in der Bundesliga von der Bank. Doch eine Halbzeit reichte ihm vollkommen aus, um seine Stärken unter Beweis zu stellen. Nkunku ist in absoluter Topform.

Tedescos Rotation geht perfekt auf

"Ob du von Anfang an spielst oder nur die letzten 45 Minuten, das ist schon ein Unterschied. Das ist ein Thema der Frische. Das ist eine sehr große Stärke für uns, dass wir viel Qualität von der Bank aus nachlegen können, egal, wer von Anfang an spielt und wer von der Bank kommt. Da können wir immer noch mal einen Push geben", sagte RB-Torhüter Peter Gulacsi über die Kaderbreite der Leipziger.

Dieser kann im Saisonendspurt enorm wichtig für die Sachsen werden. Denn Leipzig steht sowohl im DFB-Pokal als auch in der Europa League im Halbfinale - und hat somit noch zwei Titelchancen. Bereits am Mittwoch (ab 20:45 Uhr LIVE auf Sky) steht das Pokal-Halbfinale gegen Union Berlin auf dem Programm.

Von daher hat Tedesco, der mit seinem Team im Kalenderjahr 2022 nur eins von 17 Pflichtspielen verloren hat, mit seiner Rotation in Leverkusen alles richtig gemacht. Schlüsselspieler wie Dani Olmo oder Konrad Laimer dürften nach ihren Kurzeinsätzen frisch ins Duell mit Union gehen. Genauso wie Leipzigs wichtigster Mann: Christopher Nkunku.

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