Rheinderby mit Störfaktoren

Wenn am Samstag im RheinEnergieStadion der 1.FC Köln auf Borussia Mönchengladbach trifft, geht es wie immer um die Vorherrschaft im Rheinland - diesmal aber vor allem um ganz wichtige Punkte im Abstiegskampf.

Gladbach-Verteidiger Kevin Diks (unten) grätscht im Hinspiel Köln-Stürmer Marius Bülter ab.
Image: Gladbach-Verteidiger Kevin Diks (unten) grätscht im Hinspiel Köln-Stürmer Marius Bülter ab.  © Imago

Beide Mannschaften stehen unter Druck, Gladbach aktuell etwas besser da als der FC. Viel Spielraum für Fehler gibt es trotzdem auf keiner Seite.

Was dieses Derby zusätzlich besonders macht: Bei beiden Klubs laufen Themen mit, die man nicht einfach ausblenden kann.

Reitz bringt Unruhe

Bei Gladbach richtet sich der Blick aktuell vor allem auf Rocco Reitz. Sein feststehender Wechsel zu RB Leipzig im Sommer sorgt für Unruhe im Umfeld. Viele Fans reagieren kritisch, einige fordern sogar Konsequenzen - bis hin zu der Frage, ob er überhaupt noch spielen sollte.

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Im Verein selbst ist die Haltung klar. Sportchef Rouven Schröder und Trainer Eugen Polanski haben zuletzt betont, dass Reitz im Training voll da ist und sportlich absolut gebraucht wird. Intern vertraut man darauf, dass er im Saisonendspurt weiter eine wichtige Rolle spielt.

Trotzdem bleibt das Thema präsent - und damit auch die Frage, wie sich die Stimmung im Stadion auf ihn auswirkt. Gerade in einem Derby, in dem ohnehin alles ein bisschen intensiver ist als sonst.

El Mala und Kwasniok im Fokus

Beim 1.FC Köln ist die Lage ähnlich - nur mit anderem Schwerpunkt. Hier steht Said El Mala im Fokus. Seit Wochen wird über seine Zukunft gesprochen, mögliche Wechseloptionen und Ablösen sind immer wieder Thema.

Dazu kommt die Trainerdiskussion um Lukas Kwasniok. Sportlich ist man mit der Art und Weise, wie der FC aktuell auftritt, eigentlich zufrieden - das Spiel wirkt klarer, strukturierter. Nur schlagen sich diese Ansätze bislang nicht konstant genug in Ergebnissen nieder. Entsprechend gibt es auch kritische Stimmen im Umfeld. Intern bleibt man aber überzeugt davon, dass sich die Entwicklung bald auch in Punkten auszahlen wird.

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Trainer Lukas Kwasniok verspricht vor dem brisanten Derby gegen Gladbach den Kölner Klassenerhalt. Eine Ansage, er müsse die beiden Spielen gegen die direkten Konkurrenten gewinnen, um seinen Job zu behalten, habe es nie gegeben.

Das sorgt insgesamt dafür, dass sich ein Teil der Aufmerksamkeit immer wieder weg vom Sportlichen verschiebt - in einer Phase, in der es eigentlich genau darauf ankommt.

Gladbachs Trainerbank beruhigt sich

Bei Borussia Mönchengladbach hat sich die Situation auf der Trainerbank zuletzt dagegen spürbar beruhigt. Nach den Siegen gegen St. Pauli und Union Berlin ist wieder etwas Ruhe eingekehrt. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie mit Polanski Spiele gewinnen kann, entsprechend ist die Diskussion um seine Person aktuell kein großes Thema mehr.

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Eugen Polanski spricht über das anstehende Derby gegen den 1. FC Köln. Er erklärt, dass es sowohl für Borussia Mönchengladbach als auch für die Fans ein besonderes Spiel sei.

So entsteht vor diesem Derby eine besondere Gemengelage: Zwei Teams im Abstiegskampf, ein ohnehin emotional aufgeladenes Duell - und auf beiden Seiten Personalthemen, die ständig mitlaufen.

Am Ende wird entscheidend sein, wer mit diesen Nebengeräuschen besser umgeht. Denn in Spielen wie diesem geht es vor allem auch darum, wie klar der Kopf in den entscheidenden Momenten bleibt.

Mehr zum Autor Marlon Irlbacher

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