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Schalke 04: Jordan Torunarigha von Hertha BSC wurde angeblich rassistisch beleidigt

Rassismus-Vorwurf: Schalke gibt Statement ab - DFB ermittelt

Sky Sport / Sport-Informations-Dienst (SID)

05.02.2020 | 18:32 Uhr

1:34
Hertha-Trainer Jürgen Klinsmann verurteilt die rassistische Beleidigungen gegen seinen Spieler Jordan Torunarigha während der Partie gegen Schalke 04. (Video-Länge: 01:34 Minuten)

Beim DFB-Pokalspiel zwischen Schalke 04 und Hertha BSC (3:2 n.V.) soll Herthas Jordan Torunarigha von Zuschauern rassistisch beleidigt worden sein. Schalke reagierte am Mittwoch mit einem öffentlichen Statement, der DFB-Kontrollausschuss nahm Ermittlungen auf.

Schalke nehme die Aussagen von Jordan Torunarigha sehr ernst. "Gemeinsam mit der Polizei Gelsenkirchen, dem Sicherheitsdienst und internen Quellen, wie bspw. der kürzlich eröffneten #stehtauf-Anlaufstelle, wird der Fall ausführlich geprüft", heißt es in dem öffentlichen Statement.

Strafanzeigen wurden noch nicht gestellt

Und weiter: "Von Seiten des Vereins gibt es null Toleranz für ein solches Verhalten. Wir werden alles dafür tun, dass wir diejenigen, die dafür verantwortlich sind, ausfindig machen und mit Konsequenzen belegen. Ein solches Verhalten verstößt nicht nur gegen Stadionordnung, Leitbild und Satzung des FC Schalke 04, sondern widerspricht auch all unseren Werten. Wir werden mit Sanktionen reagieren und die Vorfälle auch entsprechend zur Anzeige bringen."

Die Polizei Gelsenkirchen gab gegenüber Sky bekannt, dass man sich in der Prüfung befinde, ob diese rassistischen Beschimpfungen stattgefunden haben. Strafanzeigen seien bisher noch nicht eingegangen.

DFB-Kontrollausschuss nimmt Ermittlungen auf

Derweil hat der DFB-Kontrollausschuss Ermittlungen im Fall der möglichen Rassismus-Vorkommnisse aufgenommen. Das bestätigte der DFB auf SID-Anfrage.

Dabei wurde Torunarigha zu einer Stellungnahme aufgefordert. Liegt diese vor, wird voraussichtlich auch Schalke zu einem Statement aufgefordert.

Stark: "Das ist menschlich ganz abstoßend"

Berlins Trainer Jürgen Klinsmann und seine Spieler hatten sich nach dem Abpfiff über rassistische Äußerungen gegen Torunarigha beklagt. "Der Junge ist beleidigt worden", sagte Klinsmann nach dem 2:3 nach Verlängerung: "Wir haben den Schiedsrichtern gesagt, dass sie ihn schützen müssen."

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Nationalspieler Niklas Stark sprach von "Affenlauten" und erklärte: "Es gab rassistische Beleidigungen von der Tribüne. Jordan ist ein emotionaler Spieler. Wenn so etwas passiert, wäre ich wahrscheinlich auch ausgerastet. Sowas geht nicht. Das ist menschlich ganz abstoßend." Zu den Vorfällen soll es in der zweiten Halbzeit gekommen sein.

3:25
DFB-Pokal, Achtelfinale: Wagner fliegt, Königsblau siegt: Mit einer furiosen Aufholjagd hat Schalke 04 zum vierten Mal in Folge das Viertelfinale im DFB-Pokal erreicht.

Wagner entschuldigt sich

Schalkes Trainer David Wagner entschuldigte sich bereits am Abend bei dem Deutsch-Nigerianer. "Ich habe die Rufe nicht gehört, aber ich möchte mich im Namen von Schalke 04 entschuldigen, so was gehört sich nicht", sagte Wagner.

Für die Zuschauer, die Torunarigha beleidigten, forderte er schnelle Konsequenzen: "In England wird derjenige sofort gepackt und dann raus", berichtete der Coach, der von 2015 bis 2019 Huddersfield Town trainierte.

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