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Schalke 04 News: Trainer David Wagner nach erneutem Debakel vor dem Aus

Wagner vor dem Aus: "Teil der Lösung oder Teil des Problems?"

Lucia Hauck

27.09.2020 | 10:26 Uhr

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In diesem Video spricht Schalke-Trainer David Wagner über die Niederlage gegen Werder Bremen. (Länge: 57 Sekunden)

Zwei Spiele. Zwei Niederlagen. Elf Gegentore - Negativ-Rekord! Schalke 04 legt den schlechtesten Saisonstart in der Geschichte der Bundesliga hin - der Stuhl von Trainer David Wagner wackelt gewaltig.

Das Krisenduell gegen Werder Bremen sollte die Wende bringen. "Ich bin total kämpferisch, dass wir die Saison morgen starten werden. Dass das unser Punkt ist, an dem wir das Ganze drehen werden", hatte Trainer David Wagner am Freitag angekündigt.

Nach dem 1:3 sind es nun aber die Bremer, die den Befreiungsschlag feiern dürfen. Die Welt auf Schalke sieht nach dem saisonübergreifend 18. sieglosen Spiel in Serie dagegen düster aus.

Uth-Fauxpas als Sinnbild

Dabei wirkten die Königsblauen zu Beginn der Partie durchaus engagiert, verloren in einer umkämpften Anfangsphase aber die entscheidenden Zweikämpfe (38% Zweikampfquote in der ersten Halbzeit) und ließen sich dann durch zwei Standardsituationen abkochen.

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Sinnbildich für das unbeholfene Abwehrverhalten der Schalker war Mark Uth. Der Stürmer verteidigte bei einer Ecke den rechten Pfosten, rückte anschließend nicht mit seinen Kollegen raus und hob so klar das Abseits auf. Beim Treffer von Niclas Füllkrug schnellte dann ausgerechnet der "Reklamier-Arm" von Uth nach oben. Ob er danach aufgrund seines Fauxpas' die Hände vor dem Gesicht zusammenschlug oder aufgrund des Gegentreffers, bleibt sein Geheimnis.

"In den zwei Standardsituationen haben wir den Kampf Mann gegen Mann verloren", analysierte Wagner am Sky Mikro nach der Partie den Kern des Problems und Neuzugang Vedad Ibisevic ergänzte: "Dafür wurden wir knallhart bestraft."

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Trainer David Wagner über die Situation auf Schalke

Kabak schockt mit Spuck-Attacke

Zu allem Überfluss kam bei den Schalkern dann auch noch der Frust dazu. Ozan Kabak spuckte nach einem Foul an Ludwig Augustinsson in Richtung seines Gegenspielers (27.) und hätte nach Meinung von Sky Experte Lothar Matthäus wegen einer "groben Unsportlichkeit" sofort vom Platz gestellt werden müssen. Der Schiedsrichter sah die Situation nicht, schickte den Innenverteidiger wegen wiederholten Foulspiels in der 84. Minute dann aber doch noch frühzeitig zum Duschen.

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"Ich bin zu 100 Prozent davon überzeugt, dass das keine Absicht ist. Ich kenne Ozan, das ist nicht sein Charakter", brach Wagner nach dem Spiel eine Lanze für Kabak - aber auch für seine ganze Mannschaft. "Ich lasse auf den Charakter der Mannschaft nichts kommen. Die wollten! Aber wir können es nicht umsetzen. Das was die Jungs im Training anbieten, ist zwei oder drei Stufen über dem, was sie im Spiel zeigen", versicherte Wagner.

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Schalkes Trainer David Wagner äußert sich über das Spucken von Kabak.

Wagner hat wenig Argumente, aber…

Er selbst sei der Hauptverantwortliche in dieser Situation. "Ich weiß, dass die Argumente, die du als Trainer oder Mannschaft im Leistungssport liefern musst, Resultate sind - und die liefern wir nicht. Das ist Fakt." Für Sky Experte Matthäus ist die Sache daher klar: "Ich spreche es deutlich an. Ich glaube, das war das letzte Spiel von David Wagner."

Schalke-Sportvorstand Jochen Schneider wollte sich am Samstagabend zwar nicht mehr äußern, Wagner hielt abschließend aber noch ein kleines Plädoyer für sich. "Es ist ja immer die Frage: Bist du Teil der Lösung oder Teil des Problems? Und ich bin der Überzeugung, ich kann Teil der Lösung sein."

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