Schiri-Boss: So geht es mit dem Video-Assistenten weiter
Lutz Michael Fröhlich zu Gast bei Jörg Wontorra
10.12.2017 | 20:28 Uhr
Der Video-Assistent lieferte auch am 15. Spieltag reichlich Gesprächsstoff. In Frankfurt wird ein Platzverweis zurückgenommen, in Mönchengladbach gab es Verwirrung um einen potenziellen Strafstoß für die Fohlen. DFB-Schiedsrichter-Boss Lutz Michael Fröhlich erklärt bei "Wontorra - der Kia Fußball Talk", wie es mit dem Video-Assistenten weitergeht und gibt dabei auch Fehler zu.
"Wir haben nach wie vor zwei Baustellen", stellt Fröhlich bei Sky Sport fest. "Zum einen die Definition eines klaren Fehlers - also wann letztlich eingegriffen wird. Die zweite Baustelle betrifft die Begriffe Transparenz und Kommunikation. Hier wurde unterschätzt, dass der Erfolg des Projekts davon abhängt."
Um diesen Punkt zu verbessern, hat Fröhlich zuletzt verschiedene Workshops mit Medien und Vereinsvertretern abgehalten, wie er bei "Wontorra - der Kia Fußball Talk" erklärt. Die Erkenntnisse will der 60-Jährige dazu nutzen, um herauszufinden, wie der "Fußball zu diesem Thema steht". Allerdings stellt Fröhlich klar, dass es keine Kurskorrektur geben werde.
Keine Kurskorrektur
"Es bringt nichts, wenn man nach jedem Wochenende die Dinge auswertet und schaut, was gut und was weniger gut gelaufen ist und dann nachbessert. Wir müssen jetzt erstmal bei einer Linie bleiben und in Ruhe auswerten, was sinnvoll wäre zu verändern", so der ehemalige Unparteiische.
In der Winterpause werde man sich allerdings Gedanken machen und eventuelle Änderungen mit allen Beteiligten besprechen. Die Schiedsrichter nimmt er trotz der zunehmenden Kritik in Schutz: "Es ist eine andere Welt der Schiedsrichterei geworden durch den Video Assistenten und auch das braucht Zeit, da müssen sich neue Mentalitäten justieren und zusammenfinden", erklärt der gebürtige Berliner. Es gehe dabei nicht um Perfektion, sondern um ein Stück mehr Gerechtigkeit. Klare Fehlentscheidungen dürfen nicht mehr passieren.
Fröhlich sieht Szene in Mönchengladbach kritisch
Dass der Video-Assistent am Wochenende allerdings auch bei strittigen Szenen eingriff, stört Fröhlich. Speziell mit Blick auf den zurückgenommenen Elfmeter in Mönchengladbach erklärt der Schiri-Boss bei Sky Sport:
"Das Problem ist, dass es eine Perspektive gibt, wo es klar nach Foulspiel aussieht, aber auch eine gibt, die eher nicht nach Foul aussieht. Das spricht schon dafür, dass es sich hier nicht um eine glasklare Fehlentscheidung handelt, die dem Fußball wehtun würde", so Fröhlich. "Wir hätten uns gewünscht, dass der Schiedsrichter, den wir auch stärken wollen, mit seiner Einschätzung des Vorgangs aus der Situation rausgeht und dass da der Video Assistent nicht eingreift."