Eine wilde Schlägerei, Sicherheitskräfte und Militärpolizei auf dem Rasen - und mittendrin ein Schiedsrichter, der unglaubliche 23 Rote Karten verteilt.
Der Unparteiische Matheus Delgado Candancan wird das Finale der Staatsmeisterschaft der brasilianischen Region Minas Gerais wohl nie vergessen.
Knapp drei Monate nach dem Skandalspiel zwischen Cruzeiro und Erzrivale Atletico Mineiro (1:0) leitet der 27-Jährige am Sonntag (20.45 Uhr/ZDF) den vorletzten WM-Test der deutschen Nationalmannschaft gegen Finnland in Mainz.
Der international unerfahrene Candancan ist gelernter Ingenieur und erst seit 2025 FIFA-Schiedsrichter. Anfang März geriet er international in die Schlagzeilen, als besagtes Duell in seiner Heimat Brasilien eskalierte.
Cruzeiro-Stürmer Christian geriet in der Nachspielzeit mit Atleticos Torwart Everson aneinander, in der Folge entwickelte sich eine wilde Prügelei. Schubser, Faustschläge und Fußtritte - alles dabei. Erst nach rund zehn Minuten sowie dank der Unterstützung von Sicherheitskräften und Militärpolizei hatte Candancan die Lage wieder im Griff. Im Spielbericht vermerkte er später unglaubliche 23 Platzverweise - elf für Atletico, zwölf für Cruzeiro.
WM 2026: Fakten zur deutschen Nationalmannschaft
Gruppe: E
Gruppengegner: Curaçao, die Elfenbeinküste, Ecuador
Trainer: Julian Nagelsmann
Kapitän: Joshua Kimmich
WM-Teilnahmen: 21
Weltmeister-Titel: 4 (1954, 1974, 1990, 2014)
Unter den Rotsündern war neben dem künftigen Dortmunder Kaua Prates auch der frühere Topstürmer Hulk. "Ich habe noch nie solche Gewalt bei einem Fußballspiel gesehen", sagte der Angreifer - und machte Candancan verantwortlich: "Ich habe dem Schiedsrichter schon zu Beginn des Spiels gesagt, dass es Ärger geben würde. Er hatte keine Persönlichkeit."