Super League: La-Liga-Boss Tebas kritisiert neue Pläne heftig

Super League: "Ein Putsch gegen das europäische Fußballmodell"

Javier Tebas
Image: Javier Tebas ist seit 2013 Präsident der spanischen La Liga.  © Imago

Der Präsident der spanischen La Liga, Javier Tebas, hat den neuen Zehn-Punkte-Plan der Super-League heftig kritisiert.

"Herr Reichart (CEO der Super-League-Beratungsagentur A22-Sports; Anm. d.Red.) ist das neue Gesicht eines Putsches der großen Vereine, die die volle Kontrolle übernehmen und den europäischen Fußball zu einem Sport für die Elite machen wollen, also eben nicht für jedermann. Der von Herrn Reichart und seinen Freunden angedachte Wettbewerb ist ein Putsch gegen das europäische Fußballmodell und würde das Ende der nationalen Meisterschaften bedeuten, egal was sie sagen", schrieb Tebas in einem Gastbeitrag für den kicker.

"Herr Reichart denkt, allen europäischen Ligen Lektionen zu erteilen. Glaubt er wirklich, dass die Führungen der Ligen unwissend sind? Das 'offene' Modell von Herrn Reichart aber mit mehreren Spielklassen 'auf der Grundlage von Leistungsprinzipien' reserviert die höchste Liga für die großen Klubs. Zu dieser höchsten Spielklasse wird es keinen direkten Zugang geben aus den nationalen Ligen. Es ist beabsichtigt, das 'vertikale' Modell der nationalen Ligen auf Europa zu übertragen. Das würde die nationalen Ligen sportlich wie wirtschaftlich zerstören. Es hätte zur Folge, dass ein nationaler Meister keinen direkten Zugang mehr zur höchsten Liga Europas hat", machte Tebas zudem deutlich.

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Nationale Ligen würden ruiniert werden

"Diese", so Tebas, "erste europäische Kategorie" sei den ganz Großen vorbehalten. "Deren finanzielle Sicherheit würde beruhen auf dem sportlichen und wirtschaftlichen Ruin aller nationalen Ligen, ihrer Vereine und einem großen Teil des Wohlstands, der in diesem Umfeld generiert wird", beschrieb der 60-Jährige.

Die Qualifikation zur Super League soll laut Reichart durch sportliche Leistung in den nationalen Ligen erfolgen, ständige Mitglieder soll es nicht geben. Mindestens 14 Spiele soll jeder Klub pro Saison absolvieren. Wie viele Spielklassen es in der Super League geben soll und aus welchen Ländern wie viele Teams kommen, ließ Reichart zunächst offen.

Die einflussreiche Klub-Vereinigung ECA hatte den erneuten Vorstoß der Super League bereits mit klaren Worten abgelehnt. Die ECA bekräftigte ihre "langjährige Ablehnung der europäischen Superliga und jedes abtrünnigen Projekts".

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Super-League-Treiber erhalten Rückschlag

Die Treiber der Super League hatten im Dezember durch ein Gutachten des Europäischen Gerichtshofs (EuGh) einen empfindlichen Rückschlag erlitten.

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Zwar dürfe die Super League ihren eigenen Betrieb grundsätzlich starten, eine gleichzeitige Teilnahme an den Wettbewerben der Verbände ohne deren Zustimmung könne sie aber nicht einfordern. Dass die Verbände den teilnehmenden Vereinen und Spielern einer Super League mit Sanktionen bis hin zum Ausschluss von eigenen Wettbewerben drohe, sei deshalb rechtskonform.

Das von Generalanwalt Athanasios Rantos vorgelegte Gutachten ist für das Gericht nicht bindend, jedoch folgte der EuGh in der Vergangenheit meist den Schlussanträgen der Kammer. Ein Urteil wird im März erwartet.

Die Treiber einer Super League hatten nach der gescheiterten Gründung im April 2021 gegen die Monopolstellung der UEFA geklagt, ein Madrider Gericht übergab den Fall an die höchste europäische Instanz.

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