Thomas Müller erhält den Ehrenpreis als "Deutscher Fußball Botschafter" - DFB-Team im "2010er-Modus"
Thomas Müller wurde als Deutscher Fußball Botschafter ausgezeichnet. Der Weltmeister von 2014 erhielt den Preis in New York für sein Engagement im Fußball.
18.06.2026 | 06:33 Uhr
Im Vorjahr wechselte Thomas Müller nach Kanada zu den Vancouver Whitecaps und eroberte auch dort die Herzen der Fans, nun wurde der Weltmeister von 2014 mit dem Ehrenpreis des "Deutschen Fußball Botschafters" ausgezeichnet.
Der frühere Nationalspieler, der bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada als TV-Experte arbeitet, erhielt den Award am Mittwoch (Ortszeit) in New York im German House of Soccer. Auch DFB-Torhüterin Ann-Katrin Berger durfte sich über eine Auszeichnung freuen.
"Wenn man Fußball auf dem höchsten Level und für die größten Klubs spielt, ist man nicht einfach nur Fußballspieler. Du bist Repräsentant, du hast Einfluss auf so viele Leute und du willst eine Art Vorbild sein", sagte Müller bei der Veranstaltung im Beisein von Annalena Baerbock, Präsidentin der Generalversammlung der Vereinten Nationen: "Du willst zeigen, dass du die Menschen so behandelst, wie du selbst behandelt werden willst. Das war immer ein Part meines Mindsets."
Engagement wird belohnt
Die Initiative "Deutscher Fußball Botschafter" zeichnet deutsche Trainer und Spieler aus, die sich für eine positive Entwicklung des Fußballs und der Gesellschaft engagieren. Vor Müller erhielten auch andere deutsche Fußballikonen wie Franz Beckenbauer, Lothar Matthäus oder Jürgen Klopp sowie mehrere Ex-Nationalspieler wie Sami Khedira oder Toni Kroos einen Award. In Joshua Kimmich, Leon Goretzka und Kai Havertz stehen auch in der aktuellen DFB-Auswahl bei der WM frühere Preisträger.
DFB-Team im "2010er-Modus"
Zudem äußerte sich Müller zur deutschen Nationalmannschaft. Der ehemalige Spieler des FC Bayern sieht die deutsche Nationalmannschaft bei dieser Fußball-WM in einem "2010er-Modus". Das DFB-Team sei "ein sehr, sehr guter Herausforderer", man könne aber nicht erwarten, "dass die Mannschaft von A bis Z in Richtung Titel marschiert".
Bei der WM 2010 in Südafrika war die deutsche Auswahl mit vielen jungen Spielern mit begeisterndem Fußball ins Halbfinale gestürmt und dort erst an Spanien gescheitert. Auch dieses Jahr habe Deutschland ein junges Team. "Wir sollten uns die Chance geben, dass wir in diese K.o.-Phase reinwachsen und einfach mal die Leistung bewerten", sagte Müller, er betonte: "Wir entwickeln uns noch." Beim WM-Titelgewinn 2014 habe sich seine Generation dagegen auf dem "Höhepunkt der Entwicklung" befunden.
Müller fordert dazu realistische Ansprüche in der Öffentlichkeit. Seit dem Triumph von Rio gehe es "immer darum: Wann werden wir denn jetzt wieder Weltmeister? Und ich würde die Herangehensweise ein bisschen verändern wollen", sagte der frühere Nationalspieler: "Wir sollten weniger über das Finale reden, sondern mehr darüber, dass es da einen Weg braucht, und den gehen wir gemeinsam an."
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