Die Hertha verstärkt sich mit einem Stürmer für 27 Millionen Euro. Doch lohnt sich die Investition auch? Sky Sport stellt Krzysztof Piatek vor.
Noch vor wenigen Tagen sah es danach aus, als würde Krzysztof Piatek auf jeden Fall in die englische Hauptstadt wechseln, Tottenham und Chelsea galten als Favorit auf eine Verpflichtung. Nun wird es die deutsche.
Der Pole hat definitiv das Potential, den Berlinern sofort zu helfen. Am besten kann er das als traditioneller "Neuner". Piateks größte Stärke ist dabei wohl sein Stellungsspiel. Im Strafraum ist er stets aufmerksam und versucht, die Bälle seiner Mitspieler so zu antizipieren, dass er sofort abschließen kann. Auch in der Luft ist Piatek dadurch gefährlich. Die zumeist von Lukas Klünter und Maximilian Mittelstädt geschlagenen Flanken können sich also auf einen neuen Abnehmer freuen.
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Begonnen hat Piateks fußballerische Reise in Polen. Über die Jugendmannschaften und die Reserve ging es irgendwann zu den Profis von Zaglebie Lubin. Insgesamt 85 Spiele bestritt er für Lubin, anschließend wechselte der Stürmer für eine Summe von 700.000 Euro zu Cracovia. Nach zwei weiteren Jahren in der polnischen Liga und insgesamt 32 Treffern für Cracovia zog Piatek weiter nach Genua.
Der polnische Nationalspieler ist äußerst flexibel. In Genua spielte er meist neben einem zweiten Stürmer, während er in der Zeit beim AC Mailand öfter als einzelne Spitze agierte. Diese taktische Variabilität dürfte auch Hertha-Coach Jürgen Klinsmann gefallen, der nun mit Piatek und Vedad Ibisevic verschiedene Möglichkeiten hat, die Offensive aufzustellen - oder im Spiel zu verändern.
In Genua folgt Piateks endgültiger Durchbruch. Und doch dauert es keine 20 Spiele bis zu seinem nächsten Transfer. Der AC Mailand lässt sich seine Verpflichtung vor Jahresfrist satte 38 Millionen Euro kosten. Der Grund für die Großzügigkeit der Mailänder ist Piateks traumhafter Start in die Saison: In seinen 19 Spielen für Genua trifft er in der Liga 13 Mal.
Es sollte fürs Erste so weitergehen. In den ersten fünf Spielen für den AC Mailand trifft Piatek ebenso oft und verhilft Milan somit zu drei Siegen und zwei Unentschieden. Am Ende der Saison stehen für Piatek 22 Tore zu Buche, für zwei Klubs. Damit wird er Dritter in der Torjägerliste, lässt sogar Cristiano Ronaldo hinter sich.
Doch natürlich gibt es auch einen Grund, warum Milan den Stürmer nun wieder abgegeben hat. Piateks Chancenverwertung ist in dieser Saison deutlich schlechter (zwölf Prozent) als noch in der Vorsaison beim AC (25 Prozent). Er braucht doppelt so viel Zeit pro Tor und hat zum jetzigen Zeitpunkt lediglich vier Treffer vorzuweisen, im Januar 2019 waren es neun. Nicht zuletzt hat der AC Mailand auf seiner Position vor Kurzem Zlatan Ibrahimovic verpflichtet.
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Image:KRZYSZTOF PIATEK: Vom AC Mailand zu Hertha BSC - Ablöse: 27 Millionen Euro
Die Rückrunde wird zeigen, ob Piatek nur eine gute Saison im Tank hatte, oder in dieser Spielzeit beim AC Mailand nicht funktionierte, weil beim Tabellenachten aus der Serie A generell nicht viel funktionierte. Überragend ist Piateks Bilanz übrigens in Pokalspielen.
In der Coppa Italia erzielte er in sieben Spielen neun Treffer. Die Hertha-Fans hätten sicherlich nichts dagegen, wenn ihr neuer Top-Stürmer im DFB-Pokal Match gegen Schalke (Live ab 20:35 Uhr auf Sky Sport HD 3) direkt daran anknüpfen kann.