Iran denkt über Verzicht bei WM 2026 nach

Der Präsident des iranischen Fußball-Verbandes hat erneut eine Teilnahme der Nationalmannschaft der Männer an der WM in den USA, Mexiko und Kanada infrage gestellt.

Der Iran hat sich mit einem Unentschieden gegen Usbekistan das Ticket für die WM im kommenden Jahr gesichert.
Image: Der Iran hat sich für die WM 2026 qualifiziert.  © DPA pa

"Wenn die Weltmeisterschaft so aussieht - wer bei klarem Verstand würde seine Nationalmannschaft an so einen Ort schicken", sagte Mehdi Taj im iranischen Staatsfernsehen. Iran soll seine Vorrundenspiele in den USA bestreiten, zwei in Los Angeles, eines in Seattle.

Taj traf seine Äußerungen im Zusammenhang mit den Vorfällen rund um die Nationalmannschaft der Frauen, die an der Asien-Meisterschaft in Australien teilgenommen hatte. Mindestens fünf Spielerinnen hatten nach Angaben der australischen Regierung nach dem Ausscheiden in der Vorrunde um Asyl gebeten. Darunter ist auch Kapitänin Zahra Ghanbari. Taj behauptete dagegen die Spielerinnen seien entführt worden und würden nun als "Geiseln" gehalten.

FIFA-Weltmeisterschaft 2026™

  • Datum: 11. Juni - 19. Juli 2026
  • Orte: USA, Mexiko, Kanada (16 Stadien)
  • Eröffnungsspiel: Aztekenstadion (Mexiko, 11. Juni)
  • Finale: New York New Jersey (USA, 19. Juli)
  • Teilnehmer: 48 Nationen
  • Spielmodus: Rundenturnier (12 Gruppen à 4 Teams), K.-o.-System

Großer Wirbel um Frauen-Nationalmannschaft

Einige der Spielerinnen waren vom iranischen Staatsfernsehen als "Verräterinnen in Kriegszeiten" gebrandmarkt worden, nachdem sie vor der Auftaktniederlage gegen Südkorea auf das Mitsingen der Nationalhymne verzichtet hatten. In den beiden folgenden Spielen, stellte Taj fest, habe dann die gesamte Mannschaft die Nationalhymne gesungen und salutiert.

Taj machte US-Präsident Donald Trump verantwortlich für die angebliche Entführung der Spielerinnen. "Er hat Australien gedroht: Wenn ihr ihnen kein Asyl gewährt, werde ich ihnen Asyl in den USA gewähren." Nach dem letzten Spiel habe die australische Polizei "laut unseren Informationen ein oder zwei Spielerinnen aus dem Hotel geholt". Taj ergänzte: "Wie kann man da optimistisch auf eine Weltmeisterschaft blicken, die in Amerika stattfinden soll?"

SID

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